ANKARA (dpa-AFX) - In einer angespannten internationalen Lage kommen die Staats- und Regierungschefs der Nato-Länder am Dienstag zu ihrem Gipfeltreffen in Ankara zusammen. Unter anderem geht es um weitere Milliardenhilfen für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland. Im Zentrum des zweitägigen Treffens steht aber die Frage, ob die übrigen Verbündeten den US-Präsidenten Donald Trump bei der Stange halten können.
Dieser hatte verärgert auf die kritische Haltung mancher Nato-Staaten zum Krieg der USA gegen den Iran reagiert. Trump kritisiert zudem immer wieder die Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Partner, obwohl diese zuletzt deutlich stiegen.
Aus dem Umfeld von Kanzler Friedrich Merz hieß es, von Ankara solle das Signal ausgehen: "Wir bauen eine europäischere Nato, damit diese Nato transatlantisch bleiben kann".
Im vergangenen Jahr hatten die Nato-Staaten vereinbart, künftig insgesamt fünf Prozent ihrer Wirtschaftskraft für Verteidigung und Sicherheit auszugeben - 3,5 Prozent für klassische Verteidigung, weitere 1,5 Prozent etwa für Infrastruktur.
Für Deutschland reisen neben Merz auch Außenminister Johann Wadephul und Verteidigungsminister Boris Pistorius nach Ankara. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird erwartet.
Vor dem eigentlichen Gipfel ist am Dienstag ein Rüstungsindustrieforum geplant. Am Abend richtet der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein festliches Abendessen für die Staats- und Regierungschefs aus. Am Mittwoch steht dann ihre Arbeitssitzung auf dem Programm./sku/DP/jha
