DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
GESUNDHEITSSYSTEM - Die Verhandler von SPD und Union haben sich auf einen Kompromiss für das Sparpaket im Gesundheitssystem geeinigt. Der Kompromiss kann somit Ende der Woche im Bundestag beschlossen werden. Eine zentrale Änderung betrifft den Bundeszuschuss aus Steuern. Er deckt beispielsweise einen Teil der Gesundheitskosten der Bürgergeldempfänger ab. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wollte den Zuschuss um rund 2 Milliarden Euro kürzen. Davon lässt er nun fast vollständig ab. Möglich machen soll das auch eine neue Zuckersteuer auf Limonaden, die im Bundeshaushalt noch nicht eingeplant ist. (Süddeutsche Zeitung)
WOHNUNGSBAU - Die vielen Normen im Bauwesen verteuern das Bauen erheblich, gut ein Fünftel des Kostenanstiegs seit 2000 geht auf Vorschriften zurück. So lautet das Ergebnis einer Studie, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. "All diese Regelwerke haben am Preisauftrieb der letzten 25 Jahre einen Anteil von 20 Prozent", sagte der Leiter des Kieler Bauforschungsinstituts ARGE, Dietmar Walberg. "Dieses System ist aus dem Ruder gelaufen", beklagte er. (RND)
SOLDATENAUSBILDUNG - China bildet russische Soldaten unter anderem im Verlegen und Räumen von Minen, im Pionierwesen sowie an Drohnen aus. Das erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus westlichen Geheimdiensten. Daneben gewinne China auch zunehmend Erkenntnisse aus russischen Fronterfahrungen im Ukrainekrieg. Die gemeinsamen Übungen finden dabei "jeweils sowohl in China als auch in Russland statt". (FAZ)
PATENTE - Eine IW-Studie zeigt: Bei KI und Rüstung ist die Bundesrepublik abgeschlagen. Und fast ein Drittel der Patente liegt in ausländischer Hand. (Handelsblatt)
KRYPTO - Der Finanzminister will die Haltefrist für die Steuerfreiheit von Kryptowährungen streichen. Der Ertrag dürfte deutlich kleiner sein, als von den Haushältern erhofft. Österreich hat mit seiner veränderten Kryptobesteuerungssystematik statt rund 300 Millionen Euro Mehreinnahmen nur 34 Millionen verbucht. (Süddeutsche Zeitung)
AUTOFABRIKEN - Fast jedes dritte Produktionswerk in Europa ist überflüssig. Die Fabriken sind im Schnitt nur zu 59 Prozent ausgelastet. Dabei läge eine kostenoptimale Auslastung bei 80 Prozent, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung BCG. Die Überkapazitäten summieren sich auf 5,4 Millionen Fahrzeuge, entsprechend mehr als 35 Werke. "Es ist unvermeidlich, dass es in Deutschland und Europa zu Werksschließungen kommen wird", sagt BCG-Seniorpartner Albert Waas. (Handelsblatt)
ETF - Der Chef von Allianz Global Investors, Tobias Pross, geht in der Debatte um ETFs und passives Investieren in die Offensive. Passiv werde "oft automatisch mit billig, transparent und überlegen gleichgesetzt", sagt Pross im Interview. In Stressphasen an den Märkten könnten passive Produkte "zum Brandbeschleuniger werden", weil sie verkaufen müssten, wenn die Benchmark falle, warnte er. (Börsen-Zeitung)
BÜROKRATIEKOSTEN - Die Bundesregierung geht davon aus, dass ihr versprochenes Ziel, die Bürokratiekosten für Unternehmen um 25 Prozent senken, mit dem nun beschlossenen Reformpaket "theoretisch in einem Schritt erreicht werden" könnte. Das bestätigte der Staatssekretär im Digitalministerium Philipp Amthor im Interview. (Handelsblatt)
WELTALL-FLOTTE - Die Bundeswehr plant nach Informationen des Handelsblatts den Aufbau einer der größten Satelliten-Konstellationen der Welt. Bis zu 1.200 Satelliten für Kommunikation und Aufklärung sollen in den kommenden Jahren ins All gebracht werden, wie zwei gut informierte Insider berichten. Die Pläne seien noch nicht offiziell bestätigt. Mit 1.200 Satelliten würde Deutschland nach dem US-Anbieter Starlink die zweitgrößte Konstellation im All betreiben. (Handelsblatt)
EU-ENERGIEPOLITIK - Nach Ansicht von Covestro-Chef Markus Steilemann muss die EU entscheiden, welchen Branchen sie Vorrang einräumen will, sonst drohe ein Exodus energieintensiver Sektoren. Der deutsche Chemiekonzern Covestro, der der staatlichen Ölgesellschaft von Abu Dhabi gehört, hat kürzlich Investitionen in Höhe von bis zu 4 Milliarden Euro in China und den Vereinigten Arabischen Emiraten angekündigt. "Es gibt zu einem bestimmten Zeitpunkt eine politische Entscheidung, Wertschöpfungsketten, die man erhalten möchte, strategisch zu subventionieren", sagte Steilemann in einem Interview. Jegliche Maßnahmen der EU zur Subventionierung der lokalen Chemieindustrie sollten jedoch als "letztes Mittel" betrachtet werden. Europäische Chemieunternehmen täten besser daran, energieintensive Produktion "hinter sich zu lassen", um sich auf Innovation zu konzentrieren. (Financial Times)
- Alle Angaben ohne Gewähr.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/rio/sha/rio
(END) Dow Jones Newswires
July 07, 2026 00:47 ET (04:47 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
