DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Ifo: Materialengpässe in der Industrie verschärfen sich
Immer mehr deutsche Unternehmen berichten von Problemen, Vorprodukte zu beschaffen. Das ergaben aktuelle Umfragen des Ifo-Instituts. Im Juni hatten demnach 17,2 Prozent der Unternehmen mit Materialengpässen zu kämpfen, im Mai hatte der Anteil noch bei 15,9 Prozent gelegen. "Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern." Besonders angespannt bleibt nach Aussage des Ifo-Instituts die Situation in der Chemischen Industrie.
EZB fordert Banken zu stärkeren Bemühungen um Cyber-Abwehr auf
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die von ihr direkt überwachten, systemisch wichtigen Banken aufgefordert, sich beschleunigt um eine bessere Abwehr von Cyber-Angriffen zu bemühen. In einem Brief an CEOs dieser Institute begründet Claudia Buch, Chefin der EZB-Bankenaufsicht, dies mit der gestiegenen Fähigkeit der Künstlichen Intelligenz, Schwachstellen in der von Banken verwendeten Software aufzuspüren und auszunutzen. Die EZB setzt den Banken eine Frist bis Ende Oktober, bis zu der sie entsprechende Maßnahmenpläne einreichen sollen. Sie rät ihnen zugleich, sich bereits jetzt um die Abwehr von Risiken zu kümmern, die sich aus dem Einsatz von Quantencomputern ergeben dürften.
BoE sieht erhöhte Gefahr für Finanzstabilität wegen steigender Verschuldung an Aktienmärkten
Die zunehmende Kreditaufnahme von Investoren an den Aktienmärkten hat das Risiko eines starken Kursverfalls erhöht, der die Stabilität des Finanzsystems gefährden könnte, wie die Bank of England am Dienstag warnte. In ihrem halbjährlichen Bericht erklärte der Ausschuss für Finanzpolitik (FPC) der BoE, dass die Schritte zur Sicherung einer dauerhaften Lösung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran dazu beigetragen hätten, einige Bedrohungen für die Stabilität zu verringern, aber nicht zu beseitigen. "Die Unterzeichnung des Memorandum of Understanding hat dazu geführt, dass die Energiepreise wieder auf ein Niveau knapp über dem Vorkonfliktniveau gefallen sind, was die kurzfristigen Risiken verringert", so die BoE. "Allerdings bleibt eine erhebliche Unsicherheit bestehen, und die Energiepreise sowie die Zinsmärkte sind weiterhin volatil."
Lockheed Martin will mit Rheinmetall ATACMS-Raketen in Deutschland bauen
Rheinmetall will zusammen mit Lockheed Martin an seinem Standort Unterlüß in der Lüneburger Heide ATACMS-Raketen produzieren. Am Randes des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara unterzeichneten die beiden Rüstungskonzerne eine entsprechende Absichtserklärung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. Wenn der Plan umgesetzt wird, wäre es die weltweit erste Produktionsstätte für ATACMS-Lenkflugkörper außerhalb der USA.
UN: Ausländische Investitionen steigen - KI-Fokus benachteiligt Entwicklungsländer
Die Auslandsinvestitionen von Unternehmen sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Sie werden jedoch angesichts sich verschärfender geopolitischer Rivalitäten zunehmend von Regierungen in eine kleine Anzahl strategischer Sektoren gelenkt, wie die Vereinten Nationen am Dienstag mitteilten. Dies stelle eine Abkehr von Investitionen dar, die von Kosten- und Effizienzerwägungen getrieben seien. Dieser Schritt drohe viele Entwicklungsländer ins Abseits zu drängen, die nicht über die Mittel verfügten, um mit den Anreizen ihrer reicheren Pendants zu konkurrieren, so die Organisation in ihrem Jahresbericht über ausländische Direktinvestitionen.
China/Währungsreserven Juni 3,416 Bill USD (Mai: 3,442 Bill USD)
China/Währungsreserven Juni sinken um 26 Mrd USD zum Vormonat
Schweiz/SNB: Währungsreserven Juni 758,794 Mrd CHF
Schweiz/SNB: Währungsreserven betrugen im Mai 710,900 Mrd CHF
Taiwan Verbraucherpreise Juni +2,60% gg Vorjahr (PROG +2,25%)
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/DJN/hab
(END) Dow Jones Newswires
July 07, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
