Die Angst vor einem abrupten Ende der Rally von allem, was mit KI zu tun hat und bislang nur eine Richtung an der Börse kannte, ist auf dem Parkett deutlich zu spüren. Die Favoriten der vergangenen Monate wackeln und das sorgt für steigende Nervosität unter den Anlegern. Auch in Frankfurt sind viele von ihnen deshalb geneigt, ihre Risikopositionen weiter zu reduzieren, statt neue aufzubauen.
Verkauft wurden heute in erster Linie Hochtief, Siemens, Siemens Energy und schließlich Infineon. Der Rest der 40 Aktien im DAX hielt sich ziemlich gut, was zeigt, dass die heutige Schwäche nicht durch die Marktbreite bestätigt wird. Es handelt sich also tatsächlich um ein branchenbezogenes Verkaufsphänomen.
In Anbetracht der jüngsten Rally kann die aktuelle Entwicklung im DAX als willkommene Konsolidierung betrachtet werden. Die Investoren verabschieden sich nicht vollständig aus dem Markt, sondern gehen lediglich selektiver vor. Alles in allem ist die aktuelle Stimmung an der Börse mit "vorsichtig" gut umschrieben, aber der Markt sieht gute Nachrichten nicht mehr als gut genug an.
Die Nervosität nimmt vor dem Start der Berichtssaison auch deshalb zu, weil die Erwartungen als ambitioniert bezeichnet werden dürfen. Gibt es auch nur den kleinsten Hinweis darauf, dass sich die Gewinndynamik abschwächt, dürfte sich die Enttäuschung Bahn brechen und in einem eher ruhig erwarteten Sommer ein paar Hitzegewitter aufziehen.
Einen Vorgeschmack lieferte heute der koreanische Elektronikkonzern Samsung. Dessen durchweg starke Zahlen wurden für breite Verkäufe in der Aktie genutzt. Der Gewinn konnte im abgelaufenen Berichtszeitraum verneunzehnfacht werden, eine Größenordnung, die vor zwei, drei Jahren niemand für möglich gehalten hat. Heute reicht es nicht mehr aus.
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