DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
KAUFKRAFT - Die Mehrheit der Bundesbürger hat auch Jahre nach den Inflationsschocks durch die Corona-Pandemie und dem russischen Überfall auf die Ukraine noch das Gefühl, sich weniger leisten zu können als früher. Das geht aus einer neuen Studie des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hervor, die an diesem Mittwoch veröffentlicht wird und der Süddeutschen Zeitung vorab vorlag. Demnach klagen 59 Prozent, dass ihre Kaufkraft gesunken sei. Nur 11 Prozent haben den gegenteiligen Eindruck. Die Ergebnisse der Befragung, die noch vor Beginn des Iran-Kriegs stattfand, sind aus wissenschaftlicher Sicht vor allem deshalb bemerkenswert, weil die inflationsbedingten Einbußen durch Gehaltssteigerungen, einen höheren Mindestlohn, eine Anhebung der Renten und eine deutlich nachlassende Teuerung zumindest im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt längst wieder wettgemacht sind. (Süddeutsche Zeitung)
GESUNDHEITSWESEN - Weniger Papier, weniger Anträge und eine stärkere Digitalisierung: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat einen umfassenden Bürokratieabbau im Gesundheitswesen angekündigt. Patienten sollen künftig einfacher Termine bekommen und Leistungen beantragen können. Arztpraxen, Krankenhäuser und andere Leistungserbringer sollen von Dokumentations- und Meldepflichten entlastet werden. Das ist das Ergebnis eines Spitzentreffens zwischen dem Ministerium und Vertreterinnen und Vertretern von zehn zentralen Verbänden und Institutionen im Gesundheitswesen. Ein dabei erörterter Schwerpunktmaßnahmenkatalog lag den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorab vor. (Funke Mediengruppe)
WISSENSCHAFTSSPIONAGE - Führende deutsche Forschungsorganisationen fordern klare Leitlinien zum Schutz sicherheitsrelevanten Wissens. Internationale Offenheit der Wissenschaft bleibe zwar "unverzichtbar", sagte der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Christoph M. Schmidt, dem Handelsblatt. "Sie muss aber stärker als früher gegen die Risiken des Wissensabflusses und des Missbrauchs abgewogen werden." Schmidt verwies auf einen Sinneswandel in der Wissenschaft. "Vor allem bei Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) ist heute viel präsenter, dass sie fast unweigerlich ein Multiple-Use-Potenzial aufweisen." (Handelsblatt)
BUNDESBANK - Die Deutsche Bundesbank steigt in das Rennen um die Verwaltung der neuen Kapitalrente ein. "Seit dreißig Jahren legen wir für den Bund und die Bundesländer Geld an", sagte die Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer dem Tagesspiegel. "Aktuell haben wir am Kapitalmarkt rund 140 Milliarden Euro für die öffentlichen Kunden angelegt". Dabei muss es aus Mauderers Sicht nicht bleiben. "Wir sind so aufgestellt, dass wir aus dem Stand weitere Gelder für den Staat investieren können." Anlass für den Vorstoß ist die von der Bundesregierung bekräftigte Umsetzung eines staatlichen Rentenfonds nach schwedischem Vorbild. Mauderer hält die Orientierung daran für einen Meilenstein: "So wird die Rente auf breitere Füße gestellt." (Tagesspiegel)
ZIM - Das Bundeswirtschaftsministerium nimmt vorerst keine neuen Anträge für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) an. Die Regierung setze die in der Koalition vereinbarten Konsolidierungsmaßnahmen um. "Der Bundeshaushalt steht ganz im Zeichen dieser Konsolidierung", sagte eine Ministeriumssprecherin dem Handelsblatt. Diese betreffe auch Förderprogramme. Mit dem Programm werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte kleiner und mittlerer Unternehmen gefördert, häufig gemeinsam mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Aus Wirtschaft und Wissenschaft kam scharfe Kritik. (Handelsblatt)
NATO - Deutschland beteiligt sich bei der Nato mit einem nennenswerten Beitrag am Ausgleich der Lücken, die durch den geplanten Abzug von US-amerikanischen Truppen und Fähigkeiten im Militärbündnis entstehen. Das berichtet die Welt unter Bezugnahme auf Angaben aus Nato-Kreisen. Demnach haben die europäischen Nato-Länder in den letzten Wochen vor dem Gipfel in Ankara intensiv beraten, welchen Beitrag sie jeweils für das sogenannte "Nato Force Model" leisten können. Das ist ein Modell, das vorsieht, wie viele und welche Truppen die Nato innerhalb von zehn Tagen, zwischen zehn und 30 Tagen sowie innerhalb von höchstens sechs Monaten an die Front verlegen kann. Dafür machen die Mitgliedsländer sogenannte Fähigkeitsangebote für Land-, See- und Luftstreitkräfte. Aus Nato-Kreisen heißt es, dass die Europäer sich darauf verständigt hätten, wie fast alle Lücken aufgefüllt werden. (Welt)
WELTALL-FLOTTE - Die Bundeswehr wird geheimen und noch vorläufigen Planungen zufolge in den kommenden Jahren bis zu 1.200 Satelliten für Kommunikation und Aufklärung ins All bringen. Dies haben zwei Insider aus der Wirtschaft dem Handelsblatt berichtet. Wie ein hochrangiger Vertreter der Bundeswehr ergänzte, hänge die genaue Zahl von der Struktur und dem Aufbau der geplanten Satellitenkonstellationen ab, die Planer der Bundeswehr derzeit mit den Unternehmen diskutieren, die als Lieferanten infrage kommen. Daher könne sich die Anzahl jederzeit ändern. Er gehe aber im Minimum von 1.000 Satelliten aus. (Handelsblatt)
DATENABKOMMEN - Der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems kündigt eine Klage gegen das EU-US-Datenabkommen an. "Das aktuelle Konstrukt ist klar weg", sagte der Gründer der Datenschutzorganisation Noyb dem Handelsblatt. Ziel sei es, dem Europäischen Gerichtshof die Möglichkeit zu geben, das Abkommen für nichtig zu erklären. Auslöser ist eine Entscheidung des US-Supreme-Court, nach der der US-Präsident die Spitzen der Verbraucherschutzbehörde FTC nach eigenem Ermessen abberufen kann. Die FTC spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Abkommens. "Das EU-Recht verlangt eine unabhängige Aufsicht und der Supreme Court hat unabhängige Behörden verboten", sagte Schrems. Er forderte die EU-Kommission auf, das Abkommen nicht erst nach einem Urteil zu beenden: "Wir müssen nun einen geordneten Ausstieg hinbekommen." (Handelsblatt)
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July 08, 2026 00:27 ET (04:27 GMT)
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