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MÄRKTE ASIEN/Schwach - Technologieaktien in Hongkong im Hausse-Modus

DJ MÄRKTE ASIEN/Schwach - Technologieaktien in Hongkong im Hausse-Modus

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--An den Aktienmärkten in Ostasien ist es am Mittwoch überwiegend nach unten gegangen. Für Risikoscheu sorgten neue gegenseitige Angriffe im Nahost-Konflikt. Nachdem der Iran auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus gefeuert hatte, reagierten die USA ihrerseits mit Angriffen auf den Iran, worauf dieser wiederum Nachbarstaaten angriff. Weil die USA aber auch mit der Wiedereinsetzung der Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe reagierten, legten die Ölpreise wieder deutlicher zu. Das belebt die zuletzt abgeflauten Inflationssorgen wieder. Brent-Öl kostete zuletzt gut 3 Prozent mehr, 76,44 Dollar je Barrel.

Neben der wieder verschärften Lage im Iran-Krieg und der negativen US-Vorlage - insbesondere für Technologieaktien - spielte für Marktteilnehmer auch die Zinserhöhung in Neuseeland eine Rolle. Sie kam zwar nicht gänzlich unerwartet, die Notenbanker behalten sich aber weitere Zinserhöhungen vor.

In Tokio kam der breite Topix um 1,4 Prozent zurück, in Seoul ging es für den stark technologielastigen und zuletzt extrem volatilen Kospi wieder steil abwärts und zwar um 5,4 Prozent. Die wenig technologielastige Börse in in Sydney schloss mit einem Minus von 0,2 Prozent. In Shanghai gab der Composite-Index um 0,5 Prozent nach. Klarer Ausreißer nach oben war Hongkong. Im dortigen Späthandel lag der HSI 2,6 Prozent im Plus, der Subinxdex de Technologieaktien lag sogar über 4 Prozent höher.

Unter den Einzelwerten ragten Alibaba mit einem Plus von über 11 Prozent heraus. Das Schwergewicht Tencent zog um 3,0 Prozent an, für Lenovo ging es um knapp 7 Prozent nach oben. Dass der gesamte chinesische Internetsektor zulegte, war laut Marktkenner Jialong Shi von Nomura wahrscheinlich auf eine Umschichtung in den Portfolios von überdurchschnittlich gut gelaufenen KI-Hardware-Aktien in Nachzügler zurückzuführen. Bei Alibaba beginne der Markt, das Potenzial im Bereich KI-Cloud anzuerkennen, sagte er.

Daneben trieb laut Händlern ein Bericht der Financial Times, wonach Apple Speicherchips eines führenden heimischen Anbieters für in China verkaufte Geräte testet. Dies schüre die Hoffnung auf die Halbleiterlieferkette des Landes, trotz der US-Technologiebeschränkungen. Die Halbleiteraktien SMIC und Hua Hong zogen um je knapp 3 Prozent an, hatten phasenweise aber schon deutlich höher notiert. In Shanghai schossen Brite Semiconductor Shanghai (Canxin) um über 15 Prozent nach oben, Skyverse Technology um über 14 und Kingsemi um gut 6 Prozent.

Anhaltende Vorsicht zeigte sich in der gesamten Region bei Aktien mit KI-Fantasie, die zuletzt unter Bedenken über zu hohe Bewertungen litten. Zwar beruhigte sich der breite Ausverkauf zwischenzeitlich etwas und die Akteure gingen erkennbar selektiver vor. Am Ende des Tages dominierten dann aber doch wieder negative Vorzeichen.

In Seoul gaben Samsung Electronics um gut 6 und SK Hynix um knapp 6 Prozent nach. In Tokio fielen Renesas um 1,7 und Advantest um 4,7 Prozent, wohingegen Softbank Group behauptet tendierten. Murata Manufacturing gaben um 2,0 Prozent nach.

Anleger achteten zunehmend darauf, Aktien von Unternehmen mit nachhaltigem Gewinnwachstum von solchen zu unterscheiden, deren Bewertungen den Fundamentaldaten vorausgeeilt seien, hieß es. Die Analysten von OCBC erwarten, dass künstliche Intelligenz im zweiten Halbjahr 2026 das dominierende Anlagethema bleiben dürfte, die Käufe jedoch zunehmend selektiv würden.

In Sydney verbilligten sich Ramelius um 1,0 Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass die jährliche Goldproduktion im Rahmen der Prognose gelegen habe. Alkane meldete eine jährliche Goldproduktion über der Prognose, die Aktie gab dennoch um 1,1 Prozent nach. Die Rohstoffschwergewichte Rio Tinto und BHP verloren je rund 3 Prozent. Bei BHP droht ein Streik am Eisenerz-Exportterminal Port Hedland in Westaustralien, nachdem die Gewerkschaften nach monatelangen Lohnverhandlungen keine Einigung mit dem Bergbaukonzern erzielen konnten.

In Indonesien ging es um 1,1 Prozent nach unten. Dem Land droht weiter der Verlust des Status als Schwellenland, was zu Kapitalabzug führen könnte. Nun hat der globale Indexanbieter S&P Dow Jones Indices Bedenken hinsichtlich der Markttransparenz des Landes geäußert und Indonesien auf eine Beobachtungsliste gesetzt.

INDEX            zuletzt +/- %   % YTD Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)    8.785,10  -0,2    +0,8      08:00 
Topix 500 (Tokio)     3.134,30  -1,4   +17,8      08:00 
Kospi (Seoul)       7.246,79  -5,4   +72,0      08:30 
Hang-Seng (Hongkong)   24.103,39  +2,6    -5,9      10:00 
Shanghai-Composite     3.970,88  -0,5    0,0      09:00 
Straits-Times (Singapur)  5.397,74  +1,0   +16,2      11:00 
IDX Comp. (Indonesien)   5.929,74  -1,0   -31,4      10:00 
KLCI (Malaysia)      1.680,49  -0,1    +0,0      10:00 
 
 
DEVISEN           zuletzt +/- %   00:00    Di, 09:10 % YTD 
EUR/USD           1,1426  +0,1   1,1411     1,1427  -2,7 
EUR/JPY           185,35  +0,2   184,98     185,16  +0,7 
EUR/GBP           0,8548  +0,1   0,8539     0,8542  -1,9 
USD/JPY           162,20  +0,1   162,09     162,00  +3,5 
USD/KRW          1.502,29  -0,8  1.513,90    1.527,87  +4,3 
USD/CNY           6,7976  +0,1   6,7934     6,7991  -2,8 
USD/CNH           6,8010  -0,0   6,8035     6,8010  -2,5 
USD/HKD           7,8393  -0,0   7,8417     7,8423  +0,7 
AUD/USD           0,6936  +0,1   0,6928     0,6944  +4,0 
NZD/USD           0,5711  +0,6   0,5677     0,5691  -0,8 
BTC/USD          62.771,49  -1,4 63.667,49    63.294,73 -28,4 
 
 
ROHOEL           zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex           72,16  +2,4    1,72      70,44 
Brent/ICE           76,32  +2,9    2,16      74,16 
 
 
Metalle           zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold            4.119,35  +0,3   13,65    4.105,70 
Silber            60,59  +1,0    0,58      60,01 
Platin           1.627,16  -0,8   -13,46    1.640,62 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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July 08, 2026 03:46 ET (07:46 GMT)

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