DJ MÄRKTE EUROPA/Waffenstillstand-Ende USA/Iran schickt Börsen auf Talfahrt
DOW JONES--Das Ende des Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran schickt die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte auf Talfahrt. US-Präsident Donald Trump hat den Waffenstillstand mit dem Iran als beendet bezeichnet. Dem waren erneute gegenseitige Angriffe vorausgegangen, offenbar ausgelöst durch iranische Angriffe auf Handelsschiffe. Daraufhin hatten die USA auch Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe wieder eingesetzt. Trump vermied es jedoch, zu sagen, dass die USA den Krieg wieder aufnehmen werden, und erklärte, er würde die Gespräche fortsetzen lassen, sofern die Parteien dazu bereit seien.
Der DAX rutscht um 2,1 Prozent ab auf 24.921 Punkte und fällt damit auch wieder unter die 25.000er-Marke. Der Euro-Stoxx-50 reduziert sich um 1,9 Prozent auf 6.201 Punkte. Für den Ibex-35 in Madrid geht es sogar um 2,5 Prozent nach unten. "Wir wollen keine Handelsgeschäfte mehr mit Spanien machen", sagte Trump auf einer Pressekonferenz beim Nato-Gipfel. Er bezeichnete Spanien als "schrecklichen Partner" in der Militärallianz. Die Aktien des Baukonzerns Acerinox - der wichtige Aktivitäten in den USA unterhält - fallen um 4,5 Prozent.
In Reaktion auf die Entwicklungen geht es mit dem Ölpreis steil nach oben. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent springt um 5,4 Prozent auf 78,18 Dollar nach oben. Das schürt wiederum Inflationsängste und damit verbunden Spekulationen um Zinserhöhungen. Die Renditen am deutschen Anleihemarkt legen ebenfalls zu. Im Bereich der zehnjährigen Papiere um 9 Basispunkte auf 3,07 Prozent.
"Jeder erneute Angriff auf die Handelsschifffahrt untergräbt das Vertrauen in eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus weiter und macht jede künftige Erholung fragiler als die vorherige", sagt Michelle Brouhard, Leiterin für Politik und geopolitische Risiken bei Kpler. "Wenn jede Wiedereröffnung als vorübergehend angesehen wird, bleiben die Frachtraten hoch, die Versicherungskosten steigen und weniger Schiffe sind bereit, in den Golf zurückzukehren." Von der Aussicht auf wieder steigende Frachtraten profitieren die Aktien der Reedereien Moeller-Msersk (+1,7%) und Hapag-Lloyd (+0,2%).
Auto-, Banken- und Rohstoffaktien sind Hauptverlierer in Europa mit Einbußen von jeweils rund 3,0 Prozent bei den entsprechenden Brachenindizes. Versorgeraktien halten sich dagegen mit Abgaben von 0,5 Prozent deutlich besser, Tagessieger sind Energietitel dank steigender Ölpreise, deren Subindex um 0,7 Prozent steigt. BP steigen um 3,1 Prozent, Repsol und Eni gewinnen bis zu 3,5 Prozent.
Dagegen zeigen sich die Aktien von Fluggesellschaften mit Abgaben. Air France-KLM fallen um 4,4 Prozent, die Papiere von Ryanair rutschen um 2,4 Prozent und IAG um 3,2 Prozent. Die Titel der Lufthansa fallen um 4,5 Prozent. Hier kommen noch negative Analysten-Kommentare hinzu. So hat Citi die Einstufung auf "Verkaufen" nach unten genommen. Dazu hat sich auch Barclays zurückhaltend geäußert und ihre "Underweight"-Empfehlung bestätigt.
Das Fed-Protokoll am Abend tritt angesichts der aktuellen Entwicklungen in den Hintergrund. Marktteilnehmer erhoffen sich mehr Einblicke in die Denkweise des neuen US-Notenbankpräsidenten Kevin Warsh. Der US-Anleihemarkt ist angespannt, seit Warsh begonnen hat, mit Nachdruck über die Notwendigkeit zu sprechen, die Inflation wieder auf 2 Prozent zu senken. Gleichzeitig hatte Warsh betont, er wolle künftig weniger zukunftsgerichteten Aussagen über die Zinserwartungen der Fed-Mitglieder treffen. Das erhöht den Informationsbedarf für den Markt enorm.
Commerzbank fallen um 0,2 Prozent. Unicredit hat im Zuge des Übernahmeangebots ihre Beteiligung an der Commerzbank signifikant ausgebaut, die italienische Bank bleibt allerdings unterhalb einer Mehrheitsbeteiligung bei den Frankfurtern. Rechnerisch kommt Unicredit bei der Commerzbank nach Ende der weiteren Annahmefrist auf 44,37 Prozent der Anteile. Inklusive der 3,22 Prozent an Kaufoptionen über Total Return Swaps, die in Aktien getauscht werden können, sind der Unicredit laut Mitteilung 47,59 Prozent an der Commerzbank zuzurechnen. Die Aktien von Unicredit büßen 2,7 Prozent ein.
Vivendi brechen um 11,5 Prozent ein. Ein französisches Berufungsgericht hat entschieden, dass Großaktionär Vincent Bollore keine beherrschende Stellung bei der alten Vivendi SE innegehabt habe und daher auch kein Übernahmeangebot abgeben müsse. Bollore hatte die damalige Struktur des Mischkonzerns im Jahr 2024 aufgebrochen. Daraus gingen die TV-Kette Canal+, die Werbeagentur Havas und Verlagsgruppe Louis Hachette hervor. Deren Aktien geben um bis zu x,x Prozent nach.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.200,84 -1,9 -119,02 6.319,86 7,1 Stoxx-50 5.339,18 -1,5 -82,25 5.421,43 8,6 DAX 24.920,77 -2,1 -544,48 25.465,25 1,8 MDAX 31.756,24 -2,7 -870,80 27.039,42 3,7 TecDAX 3.746,42 -2,3 -86,43 3.091,28 3,4 SDAX 17.907,53 -1,3 -240,74 13.062,07 4,3 FTSE 10.515,61 -1,4 -150,27 10.665,88 5,9 CAC 8.263,10 -2,1 -173,14 8.436,24 1,4 SMI 14.174,11 -1,3 -186,34 14.360,45 6,8 ATX 6.379,56 -1,7 -108,67 6.488,23 19,8 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:40 EUR/USD 1,1408 -0,0 -0,0003 1,1411 1,1426 EUR/JPY 185,37 +0,2 0,3900 184,98 184,9900 EUR/CHF 0,9217 -0,1 -0,0005 0,9222 0,9214 EUR/GBP 0,855 +0,1 0,0011 0,8539 0,8542 USD/JPY 162,48 +0,2 0,3900 162,09 161,8700 GBP/USD 1,334 -0,1 -0,0012 1,3352 1,3374 USD/CNY 6,799 +0,1 0,0056 6,7934 6,7934 USD/CNH 6,8048 +0,0 0,0013 6,8035 6,8002 AUS/USD 0,6918 -0,1 -0,0010 0,6928 0,6933 Bitcoin/USD 62.044,43 -2,6 -1.623,06 63.667,49 63.738,57 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 74,30 +5,5 3,86 70,44 Brent/ICE 78,18 +5,4 4,02 74,16 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.053,84 -1,3 -51,86 4.105,70 Silber 58,52 -2,5 -1,49 60,01 Platin 1.572,43 -4,2 -68,19 1.640,62 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 08, 2026 07:25 ET (11:25 GMT)
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