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MÄRKTE USA/Nahost-Eskalation drückt Wall Street ins Minus

DJ MÄRKTE USA/Nahost-Eskalation drückt Wall Street ins Minus

DOW JONES--Das von US-Präsident Donald Trump verkündete Ende des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran sorgt am Mittwoch zur Eröffnung für fallende Kurse an der Wall Street. Der Aussage von Trump waren neuerliche gegenseitige Angriffe vorausgegangen, offenbar ausgelöst durch iranische Angriffe auf Handelsschiffe. Darauf hatten die USA auch die Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe wieder in Kraft gesetzt. Der Dow-Jones-Index verliert kurz nach der Startglocke 1,0 Prozent auf 52.385 Punkte. Der S&P-500 fällt um 0,6 Prozent und für die Nasdaq-Indizes geht es um bis zu 0,5 Prozent nach unten.

"Die Entwicklungen haben die Bedenken hinsichtlich der Energieversorgung und des geopolitischen Risikos neu entfacht. Die jüngste Eskalation stellt die bislang ernsthafteste Bewährungsprobe für die Waffenruhe dar", erläutert Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank. Die Risikostimmung falle schwach aus, aber nicht so ausgeprägt wie vielleicht angesichts der Angriffe zu erwarten sei.

Die Ölpreise reagieren mit deutlichen Aufschlägen auf die Eskalation rund um den Nahen Osten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent legt um 5,1 Prozent auf 77,97 Dollar zu, kommt von seinen Tageshochs jedoch schon wieder zurück. Die Wiederaufnahme der Schiffspassagen durch die Straße von Hormus gerät mit der Entwicklung wieder in Gefahr, wodurch die globale Ölversorgung beeinträchtigt werden dürfte. Allerdings scheint Trump die Tür für weitere Verhandlungen mit dem Iran offen zu lassen.

Der Ölpreisanstieg entfacht wieder Inflationsängste und damit Spekulationen auf Zinserhöhungen. In der Folge ziehen die Renditen am Anleihemarkt an. Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen 4 Ticks mehr ab und rentieren mit 4,57 Prozent. Höhere Marktzinsen, steigende Zinserhöhungsspekulationen und ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis stützen den Dollar - der Dollar-Index legt um 0,2 Prozent zu. Gold ist angesichts dieses Marktumfeldes nicht gefragt, der Goldpreis ermäßigt sich um 0,9 Prozent je Feinunze auf 4.070 Dollar. Angesichts der Konzentration auf die Geopolitik dürften die anstehenden Großhandelsumsätze aus dem Mai im Verlauf kaum eine Rolle spielen.

Etwas mehr Aufmerksamkeit dürfte dagegen das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung erhalten - das erste unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Einige Ökonomen gehen davon aus, dass das Protokoll deutlich kürzer ausfallen wird, vor allem nachdem die geldpolitische Erklärung bereits knapper gefasst war. Obwohl das Protokoll eher rückblickend ist, könnte es Aufschluss darüber geben, wie der Offenmarktausschuss die Inflationsrisiken eingeschätzt hat, insbesondere da der Konflikt im Iran die Gesamtinflation aufgrund gestiegener Energiepreise in die Höhe getrieben hat. Laut CME FedWatch preisen die Märkte immer noch eine Wahrscheinlichkeit von 38,5 Prozent für eine Zinserhöhung bis zum Jahresende ein.

Am Aktienmarkt zeigen sich die Halbleiterwerte nach den teils starken Vortagesabgaben mit einem uneinheitlichen Bild. Selbst Rekordzahlen von Samsung Electronics und LG Electronics hatten den Sektor nicht zu stützen vermocht. Die Branche stehe etwas unter Druck durch indexgebundene Vermögensverwalter, die Platz in den Portfolios für den US-Börsengang am Freitag von SK Hynix an der Wall Street schaffen müssten, heißt es. Zudem belasten steigende Marktzinsen den Technologie-Sektor mit seinem hohen Fremdmittelanteil bei Investitionen. Für die Intel-Aktie geht es um weitere 1,1 Prozent abwärts. Das KI-Startup Perplexity wird künftig die Vera-CPU von Nvidia einsetzen, womit eine weitere Einnahmequelle für den Teilbereich gefunden wurde. Dies dämpft den Druck auf die Nvidia-Aktie, die sich am Vortag dem Abwärtstrend widersetzt hatte - der Kurs verliert 0,1 Prozent. AMD und Micron erholen sich dagegen um bis zu 0,5 Prozent.

Apple setzt vermehrt auf in den USA hergestellte Mikrochips und will in den nächsten fünf Jahren mehr als 30 Milliarden Dollar in Broadcom-Produkte investieren. Der iPhone-Hersteller gab bekannt, dass er eine neue Vereinbarung mit seinem langjährigen Partner getroffen hat, mit der die Produktion von mehr als 15 Milliarden Chips auf amerikanischem Boden angegangen wird. Des Weiteren hat Apple eine Klage vor dem Gericht der Europäischen Union verloren. Das Unternehmen hatte eine Entscheidung der EU angefochten, die das Betriebssystem iOS und den App Store als Dienste eingestuft hatte, die unter die EU-Kartellvorschriften fallen. Der Apple-Kurs verliert 0,6 Prozent, Broadcom steigen hingegen um 2,6 Prozent ein.

Begünstigt von den kräftig steigenden Ölpreisen ziehen Chevron (+1,1%) und ExxonMobil (+0,2%) leicht an.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA          52.384,84  -1,0  -540,31    52.925,15 
S&P-500         7.458,83  -0,6   -45,02    7.503,85 
NASDAQ Comp      25.701,75  -0,5  -116,94    25.818,69 
NASDAQ 100       29.050,59  -0,4  -122,43    29.173,02 
 
US-Treasuries      Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre           4,20 +0,04    4,23      4,17 
5 Jahre           4,31 +0,05    4,32      4,27 
10 Jahre          4,57 +0,04    4,59      4,54 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:40 
EUR/USD          1,1405  -0,1  -0,0006     1,1411   1,1426 
EUR/JPY          185,35  +0,2   0,3700     184,98  184,9900 
EUR/CHF          0,9225  +0,0   0,0003     0,9222   0,9214 
EUR/GBP          0,8534  -0,1  -0,0005     0,8539   0,8542 
USD/JPY          162,5  +0,3   0,4100     162,09  161,8700 
GBP/USD          1,3364  +0,1   0,0012     1,3352   1,3374 
USD/CNY          6,801  +0,1   0,0076     6,7934   6,7934 
USD/CNH          6,807  +0,1   0,0035     6,8035   6,8002 
AUS/USD          0,6924  -0,1  -0,0004     0,6928   0,6933 
Bitcoin/USD      61.868,69  -2,8 -1.798,80    63.667,49 63.738,57 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         73,96  +5,0    3,52      70,44 
Brent/ICE         77,97  +5,1    3,81      74,16 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.070,31  -0,9   -35,39    4.105,70 
Silber           58,47  -2,6   -1,54      60,01 
Platin         1.581,47  -3,6   -59,15    1.640,62 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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July 08, 2026 09:47 ET (13:47 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

Für Energieversorger und ihre Zulieferer könnte damit ein goldenes Zeitalter beginnen. Steigende Nachfrage, langfristige Abnahmeverträge und wachsende Strompreise schaffen ein Umfeld, in dem ausgewählte Unternehmen zum nächsten großen KI-Trade werden könnten.

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