FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Mittwoch zum US-Dollar etwas nachgegeben. Die erneute Zuspitzung im Iran-Konflikt stützte ihn etwas. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1405 US-Dollar. Am Morgen hatte der Euro noch ein wenig höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1404 (Dienstag: 1,1433) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8768 (0,8746) Euro.
Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte US-Präsident Donald Trump, dass die Waffenruhe mit dem Iran aus seiner Sicht beendet sei, schloss die Tür für weitere Verhandlungen jedoch nicht ganz. In der Nacht auf Mittwoch bombardierten die USA in Reaktion auf die Attacken gegen Tanker Ziele im Iran. Zudem setzte sie Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Trump drohte dem Iran mit weiteren Angriffen. Das US-Militär habe den Iran mit seinen Attacken vergangene Nacht "hart getroffen" und "wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen." Auch eine erneute Blockade der Straße von Hormus durch die USA erwägt Trump.
Die gestiegenen Ölpreise belasteten den Euro etwas. Die USA verfügen im Gegensatz zur Eurozone über große Rohölvorkommen. Zudem wird Rohöl in Dollar gehandelt. Höhere Preise stützen die Nachfrage nach Dollar. Die Kursausschläge hielten sich jedoch in Grenzen. Schließlich wird erwartet, dass die EZB eher mit Leitzinsanhebungen auf wachsende Inflationsgefahren reagieren wird als die US-Notenbank Fed. Die EZB hat bereits den Leitzins einmal angehoben. Die US-Notenbank steht unter Druck von Präsident Donald Trump, der immer wieder Zinssenkungen gefordert hat. Der neue Notenbankchef Kevin Warsh hat sich allerdings zur Unabhängigkeit der Notenbank und dem Ziel der Preisstabilität bekannt.
Beachtet wurden auch die Drohungen vom Trump gegenüber Spanien. Er will allen Handel mit dem Land beenden. Auf einer Pressekonferenz beim Nato-Gipfel in Ankara sagte Trump: "Ich will mit ihnen keinen Handel mehr treiben." Trump zeigte sich - wie schon beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr - grundsätzlich über den Kurs von Nato-Partner Spanien verärgert.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85435 (0,85411) britische Pfund, 185,30 (185,09) japanische Yen und 0,9222 (0,9218) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete 4.062 Dollar. Das waren rund 45 Dollar weniger als am Vortag./jsl/he
