DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Bei der jüngsten Sitzung der US-Notenbank waren sich die Geldpolitiker weitgehend einig: Die Zinssätze müssten angehoben werden, wenn die Inflation in diesem Jahr erhöht bleibt. Gründe dafür könnten der Krieg im Nahen Osten, Zölle oder eine starke Nachfrage durch den KI-getriebenen Investitionsboom sein. Gleichzeitig waren die meisten Notenbanker der Ansicht, dass die Fed die Zinsen auf dem aktuellen Niveau belassen oder letztendlich senken könnte, falls der Inflationsdruck relativ bald nachlässt, wie aus dem Protokoll der Sitzung hervorgeht. Das mit einer Verzögerung von drei Wochen veröffentlichte Protokoll zeigte eine wachsende Sorge über die Inflationsaussichten. Mehr Notenbanker wiesen auf starke Unternehmensinvestitionen durch den KI-Ausbau als eine neue Kraft hin, die den Preisdruck aufrechterhalten könnte. Zugleich machte das Gremium deutlich, dass es nicht mehr mit einer Lockerung der Geldpolitik rechne. Der neue Fed-Chairman Kevin Warsh betonte den Willen des FOMC, die seit einigen Jahren erhöhte Inflation auf den Fed-Zielwert von 2 Prozent zurückzuführen.
TAGESTHEMA II
Die Optikerkette Fielmann sieht nun im Gesamtjahr sowohl den Umsatz als auch den operativen Gewinn am unteren Ende der Zielspanne. Deutschlands größte Optikerkette konnte im ersten Halbjahr nach vorläufigen Eckzahlen Umsatz und operativen Gewinn marginal steigern und die Marge leicht verbessern. Die Verbraucherstimmung besonders in Deutschland sei durch anhaltende geopolitische und makroökonomische Auswirkungen belastet. Im zweiten Halbjahr soll sich dennoch das Wachstum beschleunigen, "dank eines erhöhten Expansionstempos, zusätzlicher personeller Kapazitäten sowie Produktivitätssteigerungen", teilte der Konzern mit. Das bereinigte EBITDA betrug im ersten Halbjahr 296 Millionen Euro verglichen mit 292 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die entsprechende Marge lag bei 24 Prozent nach 23,7 Prozent. Der Umsatz stieg auf 1,25 Milliarden Euro von 1,23 Milliarden in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzplus am unteren Ende der Zielspanne von 2,55 bis 2,6 Milliarden Euro (bzw der Spanne +5 bis +7 Prozent zum Vorjahr). Das bereinigte EBITDA soll nun am unteren Ende der Spanne von 590 bis 610 Millionen Euro landen (2025: 581 Millionen). Unverändert sieht Fielmann die bereinigte EBITDA-Marge 2026 bei 23 (Vorjahr 23,8) Prozent. Die bereinigte EBT-Marge soll weiter auf dem Vorjahresniveau von 12 bis 13 Prozent liegen.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:10 DE/Südzucker AG, Ergebnis 1Q
07:30 AT/OMV AG, Trading Update 2Q
10:00 DE/Baader Bank AG, HV
10:00 DE/Fielmann Group AG, HV
12:00 US/Pepsico Inc, Ergebnis 2Q
Im Tagesverlauf:
- DE/Volkswagen, Aufsichtsratssitzung,
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
M1 Kliniken: 1,20 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- DE
08:00 Handelsbilanz Mai
Handelsbilanz kalender- und saisonbereinigt
PROGNOSE: k.A.
zuvor: +14,5 Mrd Euro
Exporte
PROGNOSE: -0,6% gg Vm
zuvor: +0,9% gg Vm
Importe
PROGNOSE: -0,7% gg Vm
zuvor: +5,1% gg Vm
- US
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 218.000
zuvor: 215.000
16:00 NAR, Verkauf bestehender Häuser Juni
PROGNOSE: +0,7% gg Vm
zuvor: +3,2% gg Vm
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.187,00 +0,8 E-Mini-Future S&P-500 7.545,50 +0,2 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.545,50 +0,3 Topix (Tokio) 4.018,64 +0,3 Hang-Seng (Hongk.) 24.011,03 -0,8 Shanghai-Comp. 3.952,49 -0,5 Mittwoch: INDEX zuletzt +/- % DAX 24.897,45 -2,2 DAX-Future 25.135,00 -1,9 MDAX 31.516,35 -3,4 TecDAX 3.745,94 -2,3 SDAX 17.921,52 -1,3 Euro-Stoxx-50 6.204,91 -1,8 Stoxx-50 5.349,52 -1,3 XDAX 25.007,86 +0,4 Dow-Jones 52.348,39 -1,1 S&P-500 7.482,71 -0,3 Nasdaq Composite 25.870,65 +0,2
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Mit einem positiven Start rechnen Händler am Morgen. Die DAX-Terminkontrakte legen knapp 200 Punkte zu. Die USA griffen in der Nacht zwar wieder Ziele im Iran an, US-Präsident Trump dämpfte aber seine Aussagen zum Ende eines Waffenstillstands und sprach davon, keine vollständige Wiederaufnahme des Krieges zu planen. Händler sprachen davon, dass die Märkte die fragile Lage im Nahen Osten davor viel zu selbstgefällig behandelt hätten. Neue Risiken gebe es nicht, mit dem Kursrutsch am Vortag seien nur die schon immer bestehenden Risiken wieder realistisch bewertet worden. Von der Societe Generale heißt es zum De-Protokoll, es deute auf eine restriktive Haltung der Notenbank hin. Dennoch sei eine unmittelbarere Zinserhöhung im Juli angesichts des schwächeren US-Arbeitsmarktberichts für Juni weniger wahrscheinlich. Positive Inflationssignale kommen derweil aus China: Dort stiegen die Produzentenpreise und deuten auf eine Belebung der chinesischen Wirtschaft mit künftig steigenden Industriegewinnen.
Rückblick: Sehr schwach - Das Ende der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat die Aktienmärkte deutlich belastet. Für den Ibex-35 in Madrid ging es mit einem Minus von 2,7 Prozent besonders stark abwärts. "Wir wollen keine Handelsgeschäfte mehr mit Spanien machen", hatte US-Präsident Trump verkündet. Er bezeichnete Spanien als "schrecklichen Partner" in der Nato. Acerinox - die wichtige Aktivitäten in den USA unterhält - fielen um 5 Prozent. Im Gegenzug ging es mit dem Ölpreis steil nach oben. Dies schürte Inflationsängste und damit verbunden Spekulationen um Zinserhöhungen. Die Subindizes Auto (-3,7%), Banken (-3,5%) und Rohstoffe (-4,4%) waren Hauptverlierer. Dagegen hielten sich Versorgeraktien mit Abgaben von 0,6 Prozent besser. Tagessieger waren Energietitel dank gestiegener Ölpreise (+1,9%). BP stiegen um 3,5 Prozent, Repsol und Eni gewannen bis zu 5,1 Prozent. Dagegen verloren die Aktien von Fluggesellschaften: Air France-KLM fielen um 6,6 Prozent, die Papiere von Ryanair um 2,6 Prozent und IAG um 4,7 Prozent.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Sehr schwach - Der DAX fiel mit der Nahost-Eskalation wieder klar unter die Marke von 25.000 Punkten. Lufthansa verloren 6,5 Prozent. Hier belasteten neben den hohen Ölpreisen negative Analysten-Kommentare. Commerzbank fielen um 2,3 Prozent. Unicredit hat im Zuge des Übernahmeangebots ihre Beteiligung signifikant ausgebaut, die italienische Bank blieb allerdings unterhalb einer Mehrheitsbeteiligung. Unicredit büßten 2,9 Prozent ein. Verluste verzeichneten auch die Aktien von Mercedes-Benz (-4%), SAP (-4,1%), Heidelberg Materials (-4,8%) und der Deutschen Bank (-5%).
USA - AKTIEN
Leichter - Das von US-Präsident Donald Trump verkündete Ende des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran sorgte für fallende Kurse. Gleichwohl schloss die Wall Street deutlich über ihren Tagestiefs, weil die Ölpreise am Abend etwas zurückkamen. Aus dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung ging hervor, dass die Vertreter der Zentralbank sich weitgehend einig waren, dass sie die Zinssätze anheben müssten, falls die Inflation in diesem Jahr hoch bleibt. Allerdings ließen die Notenbank die Option von Zinssenkungen bei fallender Inflation auf dem Tisch. Trump warnte indes, die USA würden wahrscheinlich weitere Angriffe auf den Iran durchführen und erwögen eine erneute Seeblockade. Allerdings schien Trump die Tür für weitere Verhandlungen mit dem Iran offen zu lassen. Zuletzt stark gefallene Halbleiteraktien machten einige Verluste wieder wett und hievten die Nasdaq sogar ins Plus. Der Halbleiterindex "SOX" kletterte um 2,2 Prozent. Broadcom stiegen um 4,8 Prozent, nachdem Apple (+0,9%) eine Vereinbarung getroffen hatte, die Chip-Bestellungen bei seinem langjährigen Lieferanten zu erhöhen. Intel erholten sich im Verlauf deutlich und schlossen nur noch 0,1 Prozent im Minus. Das KI-Startup Perplexity wird künftig die Vera-CPU von Nvidia einsetzen. Nvidia stiegen um 3,7 Prozent.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,21 +0,01 4,22 4,21 5 Jahre 4,32 +0,01 4,33 4,32 10 Jahre 4,58 +0,01 4,58 4,58
Der starke Ölpreisanstieg entfachte wieder Inflationsängste und damit Spekulationen auf Zinserhöhungen. In der Folge zogen die Renditen am Anleihemarkt an, allerdings kamen sie im späten Handel mit dem Fed-Protokoll und von den Tageshochs gefallenen Ölpreisen deutlich zurück.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:12 EUR/USD 1,1426 +0,1 0,0012 1,1414 1,1406 EUR/JPY 185,60 -0,0 -0,0100 185,6100 185,5000 EUR/CHF 0,9221 -0,1 -0,0008 0,9229 0,9228 EUR/GBP 0,8527 +0,0 0,0001 0,8526 0,8532 USD/JPY 162,4 -0,1 -0,1800 162,5800 162,6100 GBP/USD 1,3397 +0,1 0,0011 1,3386 1,3366 USD/CNY 6,7982 -0,1 -0,0043 6,8025 6,8025 USD/CNH 6,8014 -0,1 -0,0048 6,8062 6,8088 AUS/USD 0,6936 +0,1 0,0008 0,6928 0,6920 Bitcoin/USD 62.395,35 +0,5 321,62 62.073,73 61.626,47
Höhere Marktzinsen, steigende Zinserhöhungsspekulationen und ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis stützten zunächst den Dollar - der Dollar-Index kam mit den Anleiherenditen im späten Handel zurück und stagnierte auf Tagessicht. Der Euro ging zuletzt wenig verändert bei 1,1417 Dollar um.
Am Morgen gibt der Dollar leicht nach: Die US-Notenbank wird die Zinsen laut den Basis-Erwartungen von Barclays bis Ende 2027 unverändert lassen.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.062,22 -0,3 -14,10 4.076,32 Silber 57,95 -0,6 -0,34 58,30 Platin 1.596,28 +1,1 18,03 1.578,25
Gold war angesichts des Marktumfeldes nicht gefragt, der Goldpreis ermäßigte sich zum Settlement um 1,8 Prozent je Feinunze - lag aber am späten Abend nur noch 0,4 Prozent im Minus. Der leichte Entspannung am Ölmarkt dämpfte Zinserhöhungsspekulationen und stütze somit den Goldpreis.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 74,37 +1,2 0,85 73,52 Brent/ICE 78,89 +1,1 0,87 78,02
Die Ölpreise reagierten mit starken Aufschlägen auf die Eskalation rund um den Nahen Osten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent legte um 5,2 Prozent auf rund 78 Dollar zu, allerdings hatte das Tageshoch bei über 80 Dollar gelegen. Die Wiederaufnahme der Schiffspassagen durch die Straße von Hormus geriet mit der Entwicklung wieder in Gefahr, wodurch die globale Ölversorgung beeinträchtigt werden dürfte, hieß es. Dass sich die wöchentlichen Rohöllagerbestände in den USA wider Erwarten ausgeweitet hatten, dämpfte den Preisanstieg etwas.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
IRAN-KRIEG
Die USA und der Iran haben sich am Mittwochabend erneut beschossen, nachdem US-Präsident Donald Trump das Ende einer achtwöchigen Waffenruhe verkündet hatte. Die USA bombardierten Ziele, darunter Raketen- und Drohnenstützpunkte nahe der Straße von Hormus. Der Iran feuerte auf Kuwait und Bahrain, wo sich US-Militärstützpunkte befinden. Dies teilte ein hochrangiger US-Beamter mit. Die USA griffen 90 militärische Ziele an, um "die Fähigkeit des Iran weiter zu schwächen, die Handelsschifffahrt und unschuldige zivile Seeleute in der Straße von Hormus anzugreifen", wie das US-Zentralkommando mitteilte. Die Erklärung wies zudem auf das Ende der jüngsten Angriffe hin.
INFLATION CHINA
Die Erzeugerpreisinflation in China hat sich im Juni beschleunigt und damit die Markterwartungen erfüllt. Die Preise zogen den vierten Monat in Folge an, während sich der Anstieg der Verbraucherpreise abschwächte. Der Erzeugerpreisindex stieg im Juni um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach einem Anstieg von 3,9 Prozent im Mai. Der Wert entsprach der von Ökonomen in einer Umfrage des Wall Street Journal erwarteten Zunahme von 4,1 Prozent.
AIRBUS
hat im Juni insgesamt 89 Maschinen an 49 Kunden ausgeliefert. Damit wurden im ersten Halbjahr 351 Flugzeuge an 77 Kunden übergeben, wie der Konzern mitteilte. Zudem erhielt Airbus im Juni brutto 71 neue Aufträge.
Der Flugzeughersteller geht davon aus, dass sich der Luftverkehr bis zum Jahr 2045 auf etwa 10 Milliarden Passagiere pro Jahr mehr als verdoppeln wird. Für die nächsten 20 Jahre prognostiziert Airbus in seiner Langfristprognose einen Bedarf von 42.060 Flugzeugen. Demnach bleibt das Wachstum des Passagieraufkommens widerstandsfähig. Kurzfristige Störungen wie regionale Konflikte und hohe Treibstoffpreise würden die Nachfrage langfristig nicht dämpfen, hieß es.
ALLIANZ
Die Allianz versteht sich als in der Welt führender Versicherungskonzern. Doch es gibt eine Region, in der es noch deutlich Nachholbedarf gibt: Asien. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Bäte ließ am Dienstagabend auf einer Presseveranstaltung keinen Zweifel daran, dass die Expansion in Asien eine strategische Priorität der Allianz ist. "Asien ist bei uns unterrepräsentiert", sagte Bäte. Große Hoffnungen hegt er für den indischen Markt mit seiner rasant wachsenden Mittelschicht. (FAZ)
KONTRON
Vorstand und Aufsichtsrat haben den Aktionären empfohlen, das Pflichtangebot des Großaktionärs Ennoconn nicht anzunehmen. Ennoconn musste nach Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile ein Angebot für die ausstehenden Aktien unterbreiten und bietet im Zuge dessen 23,50 Euro in bar je Kontron-Aktie. Vorstand und Übernahmeausschuss des Aufsichtsrats begründeten ihren Rat, das Angebot nicht anzunehmen, vor allem mit dem aus ihrer Sicht finanziell nicht angemessen Angebotspreis, der deutlich unter den zuletzt veröffentlichten Analysten-Kurszielen liege. Zudem spiegele er die strategischen Perspektiven des Unternehmens nicht angemessen wider, hieß es weiter.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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July 09, 2026 01:39 ET (05:39 GMT)
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