Der heutige Handelsstart in Frankfurt wird von drei Faktoren beeinflusst: zum einen vom gestern Abend veröffentlichten Sitzungsprotokoll der US-Notenbank, zum zweiten von der Lage im Nahen Osten und drittens von der Kursentwicklung bei den Halbleiteraktien in Asien.
Geldpolitisch kristallisiert sich in den USA ein Kampf zwischen den beiden Lagern heraus. Der von Kevin Warsh als "Familienstreit" bezeichnete Konflikt zeigt eine hohe Uneinigkeit im Gremium. Fest steht nur, dass die Fed die Inflation weiter mit Argusaugen beobachtet und zukünftige Preissteigerungen schnell Zinserhöhungen hervorrufen können.
Im Iran kam es in der vergangenen Nacht zu mehreren militärischen Einsätzen und Angriffen der USA. Die Verhandlungen zwischen beiden Parteien sind offiziell beendet und der Krieg tritt in eine neue Phase ein. Die Anleger dürften sich dieses Mal jedoch nicht so überfahren fühlen, weil diese Entwicklung in weiten Teilen bereits antizipiert worden war. Somit war auch die Absicherungsquote relativ hoch. Dennoch dürfte die weitere Entwicklung der Ölpreise auf den Aktienmarkt abstrahlen und für Verunsicherung sorgen.
In Asien haben sich die Halbleiteraktien weiterhin tendenziell schwach gezeigt, der große Verkaufsdruck ist jedoch erst einmal vorbei. Bei Einzelwerten wie SK Hynix fanden sich bereits selektive Käufer im Markt. Technologielastige Aktienmärkte konsolidierten, während der Nikkei-Index leicht im Plus schließen konnte.
Die Gemengelage dürfte den Investoren in den kommenden Wochen erhalten bleiben und je nach Daten und Nachrichten in verschiedenen Ausprägungen gewichtet werden. Heute sollten insbesondere die Daten zum US-Arbeitsmarkt am Nachmittag und die Redebeiträge einzelner Notenbanker auf Interesse stoßen. Zusätzlich könnte das deutsche Handelsbilanzsaldo Beachtung finden. Aus technischer Sicht könnte sich der DAX heute in einer Handelsspanne zwischen 24 900 und 25 150 Punkten bewegen.
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