DJ Hugo Boss lehnt Frasers-Angebotspreis als "finanziell unangemessen" ab
Von Ulrike Dauer
DOW JONES--Vorstand und Aufsichtsrat des Modekonzerns Hugo Boss haben in einer begründeten Stellungnahme das Übernahmeangebot der britischen Frasers Group als "aus finanzieller Sicht unangemessen" bewertet und Aktionären empfohlen, dieses "nicht anzunehmen".
Der Angebotspreis von 38,00 Euro je Aktie spiegele "den eigenständigen Unternehmenswert" und "das zukünftige Wertschöpfungspotenzial" des MDAX-Unternehmens "nicht angemessen wider", teilte Hugo Boss mit. Das sei die Einschätzung der Gremien nach einem umfassenden und unabhängigen Prüfungsverfahren, einschließlich zweier externer Gutachten zu dessen finanziellen Angemessenheit.
Der Angebotspreis entspreche nur "dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestangebotspreis, der sich aus dem höchsten Preis ergibt, den die Frasers Group bei früheren Aktien-Erwerben innerhalb der letzten sechs Monate vor Veröffentlichung der Angebotsunterlage gezahlt hat". Er bilde "daher eher das rechtlich vorgeschriebene Minimum als eine angemessene fundamentale Bewertung des Unternehmens ab", teilte Hugo Boss mit.
Das Unternehmen sei mit einer "starken Bilanz und einer faktisch schuldenfreien Nettofinanzposition" bestens für eine eigenständige Umsetzung seiner Strategie aufgestellt. Erste sichtbare operative Fortschritte erwarte der Konzern im laufenden Geschäftjahr, bei Refokussierung der Marken und Vertriebskanäle, schrittweise Verbesserung der Bruttomarge sowie eine weiterhin robuste Free Cashflow-Entwicklung trotz herausfordernden Marktumfelds.
"Wir sind fest entschlossen, in den kommenden Jahren für alle Aktionärinnen und Aktionäre substantiellen Wert zu schaffen", sagte CEO Daniel Grieder.
Aufsichtsratschef Stephan Sturm sagte, der Konzern sei "ein starkes Unternehmen mit einer klar fokussierten strategischen Ausrichtung und einem äußerst erfahrenen Managementteam". Das Angebot sei "finanziell unangemessen", gleichzeitig freue man sich darauf, "weiterhin eine konstruktive Beziehung zur Frasers Group als größtem Einzelaktionär zu pflegen".
Nach Einschätzung der Hugo-Boss-Gremien zielt das Angebot "primär darauf ab", der Frasers Group die Aufstockung ihrer Beteiligung auf über 30 Prozent zu ermöglichen. Es sehe aber keine konkreten Änderungen oder Maßnahmen vor, die sich auf das Geschäft oder seine geschäftlichen und strategischen Ziele auswirken würden. In Bezug auf Frasers' Absicht, seine Beteiligung zu erhöhen, würden Vorstand und Aufsichtsrat "daher eine neutrale Haltung" einnehmen und die anhaltende Unterstützung für Strategie und Managementteam "begrüßen".
Frasers hatte vergangenen Monat ein Übernahmeangebot für die 73,4 Prozent der Hugo-Boss-Aktien, die ihm noch nicht gehören, für 38 Euro das Stück unterbreitet, womit der MDAX-Konzern mit knapp 2,7 Milliarden Euro bewertet wird. Frasers hält etwa gut 26 Prozent direkt an Hugo Boss, außerdem signifikante Optionen auf weitere Aktien. Frasers hat sich nach eigenen Angaben dazu entschieden, das Übernahmeangebot zu lancieren, um weitere Investitionen in den MDAX-Konzern zu erleichtern. Bei Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent wäre ein Pflichtangebot fällig geworden. Die Offerte unterliegt keiner Mindestannahmeschwelle. Die Frasers Group, die von dem britischen Milliardär Michael Ashley kontrolliert wird, hatte nach und nach bei Hugo Boss aufgestockt und vor knapp einem Jahr die Schwelle von 25 Prozent überschritten. Seit dem vergangenen Jahr sitzt Frasers-CEO Michael Murray im Aufsichtsrat.
Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_
DJG/uxd/brb
(END) Dow Jones Newswires
July 09, 2026 04:58 ET (08:58 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.




