FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Auswirkungen des zugespitzten Iran-Krieges auf den Euro-Dollar-Wechselkurs halten sich weiter in Grenzen. Die europäische Gemeinschaftswährung legte am Donnerstag auf 1,1437 US-Dollar zu. Am Morgen hatte der Euro noch etwas niedriger notiert. Damit bleibt der Kurs in seiner zuletzt recht engen Spanne. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1435 (Mittwoch: 1,1404) Dollar fest.
Die Ölpreise zogen in der laufenden Woche wegen der erneuten Eskalation zwischen den USA und dem Iran zwar wieder an, liegen aber immer noch deutlich unter den jüngsten Höchstständen. Zudem entspannte sich die Lage am Ölmarkt auf Donnerstag merklich, obwohl die USA ihre Angriffe auf den Iran in der Nacht intensiviert haben. Der Iran reagierte mit eigenen Angriffen.
Die Korrelation zwischen dem Wechselkurs und dem Ölpreis sei deutlich zurückgegangen, vor allem weil sich der US-geldpolitische Ausblick von der Entwicklung des Ölpreises entkoppelt habe, schrieb Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank in einer Analyse. Die Akteure an den Finanzmärkten setzten mittlerweile auf Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed trotz des deutlichen Ölpreisrückgangs im Vergleich zu den Höchstständen nach dem Beginn des Iran-Krieges vor einigen Monaten.
"Zeitweise war das auf die überraschend robuste Entwicklung am US-Arbeitsmarkt zurückzuführen", so die Commerzbank-Expertin. Dieses Bild habe mit dem jüngst eher schwachen Arbeitsmarktbericht zwar Risse erhalten, die Zinsfantasie bleibe aber, auch weil der neue Fed-Chef Kevin Warsh sich überraschend "falkenhaft" gezeigt habe mit der Äußerung, dass das Mandat der Preisstabilität oberste Priorität habe.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85363 (0,85435) britische Pfund, 185,72 (185,30) japanische Yen und 0,9227 (0,9222) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete 4.123 Dollar. Das waren rund 46 Dollar mehr als am Vortag./jsl/he
