DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe unerwartet gesunken
Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 4. Juli 2026 unerwartet abgenommen. Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Zahl der Anträge auf saisonbereinigter Basis um 2.000 auf 215.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 218.000 vorhergesagt. Für die Vorwoche wurde der Wert mit 217.000 bestätigt. Der gleitende Vierwochendurchschnitt verringerte sich gegenüber um 3.750 auf 218.750. In der Woche zum 27. Juni erhielten 1,814 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung, 8.000 mehr als in der Vorwoche.
Frühjahrssaison für Hausverkäufe endet mit einer Enttäuschung
Die Hausverkäufe sind im Juni zurückgegangen und beendeten die wichtige Frühjahrssaison am Immobilienmarkt mit einer Enttäuschung. Käufer hatten mit hohen Hypothekenzinsen und Rekordpreisen für Häuser zu kämpfen. Die Verkäufe von Bestandsimmobilien fielen im Juni gegenüber dem Vormonat um 2,4 Prozent auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 4,09 Millionen, wie die National Association of Realtors (NAR) mitteilte. Die Zahl blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück: Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 0,7 Prozent prognostiziert. Der Rückgang im Juni markierte eine Kehrtwende nach einem unerwartet starken Anstieg im Mai.
EZB-Rat vor nun gekündigtem Abkommen USA-Iran zu weiterer Straffung bereit
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) war am 11. Juni, eine Woche vor Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und dem Iran, prinzipiell zu einer weiteren Straffung seiner Geldpolitik bereit. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Protokoll der Beratungen hervorgeht, sah das Gremium angesichts der unübersichtlichen Lage am Golf zwar von einer entsprechenden Aussage ab, signalisierte aber, dass die am 11. Juni beschlossene Zinserhöhung um 25 Basispunkte auch im Falle eines "milderen" als damals sich abzeichnenden Szenarios angemessen gewesen wäre. Zudem wies es darauf hin, dass das Basisszenario der Stabsprojektionen zwei weitere Zinserhöhungen vorsehe. Die USA und der Iran hatten am 17. September ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Daraufhin fiel der Ölpreis stark und die Inflationsrate ging im Juni von 3,2 auf 2,8 Prozent zurück, wobei auch die Kerninflationsrate fiel - von 2,6 auf 2,4 Prozent. Einige Analysten haben seither die Richtigkeit der Zinsanhebung im Juni angezweifelt. In dieser Woche allerdings haben die Kämpfe am Golf erneut begonnen, und US-Präsident Donald Trump hat das Abkommen für gescheitert erklärt. Daraufhin zog der Ölpreis deutlich an, ohne jedoch das Niveau von Anfang Juni zu erreichen.
Fed/Williams: Inflation noch zu hoch, Energiepreise dürften sinken
Nach Ansicht des Präsidenten der New Yorker Fed sollten die Ölpreise letztendlich zurückgehen. Die Inflation sei das größere Risiko für das doppelte Mandat der US-Notenbank. Sie sei nach wie vor "viel zu hoch" und der Arbeitsmarkt erscheine stabil, sagte John Williams. Anfang dieser Woche hatten steigende Ölpreise die Inflationssorgen erneut angefacht, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, dass der Waffenstillstand mit dem Iran beendet sei. Seit Trumps Erklärung am Mittwoch, dass der Iran ihn kontaktiert habe, um ein Abkommen zu suchen, haben sich die Preise jedoch wieder stabilisiert. In Bezug auf den Inflationsausblick der Fed sagte Williams, bestimmte Faktoren könnten weniger gravierend sein, wie beispielsweise Zölle und - je nach Entwicklung der Lage - höhere Energiepreise. Er merkte jedoch an, dass die Geldpolitik reagieren müsste, falls sich die Inflation am Ende als hartnäckiger und deutlich höher erweisen sollte als in seiner Basisprognose.
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July 09, 2026 13:00 ET (17:00 GMT)
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