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Heidelberger Druckmaschinen steckt mitten im Umbau, und der ist nicht von schlechten Eltern. Der Konzern kauft zu, baut sein Servicegeschäft aus und wagt sogar den Schritt in die Drohnenabwehr. Klar, das kostet erstmal Geld, eine Dividende gibt es deshalb nicht. Doch das dürfte der Markt schon eingepreist haben. Der Kurs hat sich zuletzt mehrfach an einer wichtigen Marke stabilisiert, und charttechnisch deutet einiges auf eine mögliche Erholung hin. Reicht das für den nächsten Schritt nach oben? Wir schauen uns Zahlen, Chart und Nachrichtenlage genauer an.
Aktuelle Lage
Heidelberger Druckmaschinen befindet sich mitten in einem spannenden Umbruch. Der Konzern hat das Service- und Ersatzteilgeschäft von "manroland sheetfed" übernommen. Das bringt über 3.000 zusätzliche Kunden und stärkt das margenstarke Lifecycle-Geschäft spürbar. Auch operativ läuft es besser, denn ein Schweizer Verpackungshersteller hat gerade eine neue Flexodruckmaschine bestellt, die mit hoher Geschwindigkeit produziert und den Materialverbrauch deutlich senkt. Solche Aufträge zeigen, dass die neue Technik im Markt gut ankommt. Fast ebenso oder gar noch spannender ist der zweite Wachstumspfad, denn mit dem Joint Venture ONBERG steigt Heidelberg in die Drohnenabwehr ein, ein Feld mit viel Zukunftspotenzial. Für den Umbau hat sich der Konzern zudem finanziellen Spielraum gesichert, ein großer Kredit wurde vorzeitig bis 2030 verlängert. Kurzfristig belasten die Kosten des Umbaus das Ergebnis, doch das Fundament für die nächsten Jahre wird gerade neu gelegt.

Charttechnik
Der Chart zeigt eine Aktie, die sich hartnäckig gegen weitere Verluste stemmt. Mehrfach hat der Kurs die Marke von 1,30 Euro getestet, und jedes Mal hielt der Boden. Das spricht für eine solide Unterstützungszone, an der offenbar genug Käufer bereitstehen. Gelingt von hier aus der Rebound, wäre eine Bewegung in Richtung 1,80 bis 2,00 Euro durchaus realistisch. Wichtig ist dabei, dass die 1,30-Euro-Marke nicht mehr unterschritten werden sollte. Passiert das doch, würde sich der Blick schnell auf die Marke von 1,00 Euro richten. Der RSI bewegt sich aktuell in einem eher neutralen Bereich um die 41 Punkte, weder überkauft noch überverkauft. Das lässt der Aktie Raum nach oben, ohne dass unmittelbar Gegenwind durch technische Übertreibung droht.
Was tun?
Fundamental steckt Heidelberger Druckmaschinen mitten im Wandel, weg vom reinen Druckmaschinenbauer, hin zu einem breiter aufgestellten Technologiekonzern mit Service- und Sicherheitssparte. Die jüngsten Zukäufe und der neue Auftrag aus der Schweiz zeigen, dass die Strategie im Markt ankommt. Der Verzicht auf die Dividende schmerzt zwar kurzfristig, schafft aber Spielraum für den Umbau. Charttechnisch hat sich die Aktie an der 1,30-Euro-Marke stabilisiert, ein Fundament, von dem aus ein Rebound in Richtung 1,80 bis 2,00 Euro möglich erscheint. Mutige und spekulativ orientierte Trader könnten beim aktuellen Kursniveau eine erste Position aufbauen und die 1,30-Euro-Marke als klare Absicherung im Blick behalten. Die Hauptversammlung am 23. Juli dürfte weitere wichtige Details zur Strategie oder auch neue Impulse für die Aktie liefern.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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