DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich am Wochenende zugespitzt. Die USA führten am Sonntag mehrere Wellen von Angriffen auf iranische militärische Ziele durch, während iranische Streitkräfte auf Handelsschiffe feuerten, die die Straße von Hormus durchquerten. Zudem erklärte der Iran die Straße von Hormus für geschlossen. Die USA erklärten dagegen durch Präsident Donald Trump, die kommerzielle Schifffahrt durch die Wasserstraße bleibe unter US-Schutz offen. Durch diese Wasserstraße wird rund ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert. Die Ölpreise legten in der Folge im asiatischen Handel kräftig zu.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:00 DE/Fraport AG, Verkehrszahlen Juni
18:00 DE/Volkswagen AG (VW), Pre-Close-Call 1H
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Fabasoft 0,50 EUR Hornbach Holding 2,40 EUR Pfeiffer Vacuum 7,32 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
Es stehen keine wichtigen Daten zur Veröffentlichung an.
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 24.933,00 -1,1 E-Mini-Future S&P-500 7.574,25 -0,6 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.609,25 -1,4 Topix (Tokio) 3.993,29 -1,1 Hang-Seng (Hongk.) 24.188,19 +0,1 Shanghai-Comp. 3.928,51 -1,7 Freitag: INDEX zuletzt +/- % DAX 25.067,09 0,0 DAX-Future 24.966,00 -0,9 MDAX 31.919,45 0,0 TecDAX 3.838,42 0,0 SDAX 18.128,23 0,0 Euro-Stoxx-50 6.269,97 0,0 Stoxx-50 5.374,81 0,0 XDAX 25.113,14 +0,2 Dow-Jones 52.637,01 +0,3 S&P-500 7.575,39 +0,4 Nasdaq Composite 26.281,61 +0,3
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Mit einem schwachen Start in die neue Handelswoche rechnen Händler am Montag. Die Wiederaufnahme der gegenseitigen Angriffe im Iran-Krieg treibt den Ölpreis. Für den DAX könnte dies eine Eröffnung auf Wochentief bedeuten, was die charttechnische Lage kritisch machen würden. Für die Märkte kommt dies überraschend, da sie sich auf den Beginn der Berichtssaison vorbereitet hatten. Sie startet am Dienstag mit den Zahlen der großen US-Banken. Die Lage "bleibt unbeständig und ist das primäre Extremrisiko für die Energiemärkte und die allgemeine Stimmung", so UOB Global Economics and Markets Research. "Die jüngste Ölpreisrally, angetrieben durch Tankerangriffe und erneute Angriffe zwischen den USA und dem Iran, zeigt, wie kritisch die Ströme durch Hormus kurzfristig für die Preise bleiben", hieß es von Goldman Sachs Research.
Rückblick: Mit moderaten Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte den letzten Handelstag der Woche beendet. Für etwas Zurückhaltung sorgte der wieder aufgeflammte Konflikt im Nahen Osten, obwohl es schon wieder "technische Gespräche" zwischen dem Iran und den USA geben soll. Händler sahen aber keinen Grund, deswegen Investments vorzunehmen. Gerade vor dem Start der Berichtssaison in der kommenden Woche war etwas Zurückhaltung bei allen Marktteilnehmern gerne gesehen. Entsprechend dünn fielen die Umsätze aus. Vodafone sprangen um 12,6 Prozent nach oben dank des geplanten Einstiegs des französischen Investors Xavier Niel. Niel wollte über sein Anlagevehikel Vega einen Anteil von 16,2 Prozent für knapp 4,4 Milliarden Pfund erwerben. Niel wäre damit der größte Anteilseigner bei Vodafone. Easyjet haussierten mit Aufschlägen von 14,3 Prozent auf 672,20 Pence in Reaktion auf ein vorläufiges Übernahmegebot von Apollo. Apollo bot 715 Pence und damit mehr als die 690 Pence von Castlelake. Laut Bernstein wären erhebliche Restrukturierungen notwendig, um den Apollo-Preis rechtfertigen zu können. Viele Analysten sehen aber hohe kartellrechtliche Hürden.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Knapp behauptet - Bei den Einzelwerten fielen Bayer um 1,1 Prozent. Der Pharmakonzern hat sich eine milliardenschwere Finanzspritze gesichert und holte im Gegenzug den Vermögensverwalter Apollo ins Boot als Minderheitsinvestor eines neu gegründeten Unternehmens für Verhütungsmittel. Nach der Hausse vom Vortag im späten Handel korrigierte die Qiagen-Aktie um 0,7 Prozent auf 36,41 Euro. Wie Bloomberg berichtet hatte, sollen Finanzinvestoren wie EQT, Advent und KKR erneut ein Auge auf das Diagnostikunternehmen geworfen haben. Einige sollen dabei signalisiert haben, dass sie ein Angebot von mindestens 50 US-Dollar pro Aktie in Erwägung ziehen könnten. Für etwas Bewegung sorgten diverse Pre-Close-Calls in der Autoindustrie, so von Porsche AG (-2,8%) und BMW (-0,2%). Wie Bernstein schrieb, betonte Porsche, keine Prognosen auf Quartalsbasis abzugeben, bekräftigte jedoch erneut die Ausblicke für das Gesamtjahr 2026. Demnach werde weiterhin eine Konzern-EBIT-Marge im Bereich von 5,5 bis 7,5 Prozent und eine Netto-Cashflow-Marge im Segment Automobile von 3 bis 5 Prozent erwartet. Die Aufsichtsratssitzung von VW (-0,8%) vom Vortag hatte derweil kaum neue Erkenntnisse gebracht. Im Apotheken-Markt in Europa konkretisieren sich Pläne, dass auch die Drogerie-Kette Rossmann bis zum Jahresende in den Markt für verschreibungspflichtige Medikamente einsteigt. Redcare Pharmacy fielen um 1,0 Prozent und DocMorris um 1,2 Prozent.
XETRA-NACHBÖRSE
Der nachbörsliche Handel am Freitag verlief in ruhigen Bahnen. Wichtige Unternehmensnachrichten gab es nicht.
USA - AKTIEN
Etwas fester - Für etwas Entspannung sorgten Aussagen von US-Präsident Donald Trump in einem Social-Media-Beitrag. Er bestätigte, dass die USA zugestimmt haben, die Gespräche mit dem Iran fortzusetzen. Er fügte aber hinzu, dass die USA dem Iran mitgeteilt haben, dass der Waffenstillstand beendet sei. Marktteilnehmer sprachen allerdings auch von Zurückhaltung vor dem Wochenende und bevor in der kommenden Woche die US-Berichtssaison Fahrt aufnimmt. Im Technologie-Sektor stand die US-Notierung von SK Hynix im Blickpunkt. Der südkoreanische Chipkonzern hat ein sehr erfolgreiches Debüt geschafft. Der erste Kurs lag bei 170 Dollar, nach einem Ausgabepreis von 149 Dollar. Der Schlusskurs lag bei 168,01 Dollar, ein Plus von 12,8 Prozent zum Ausgabepreis. SK Hynix hat mit dem US-Börsengang insgesamt 26,51 Milliarden US-Dollar eingenommen. Der Erlös stellt den bislang größten IPO eines ausländischen Unternehmens in den USA dar. Bei den Einzelwerten fielen die Aktien von Delta Air Lines um 1,8 Prozent. Die Fluggesellschaft übertraf dank starker Buchungen zwar die Marktschätzungen für die Ergebnisse des zweiten Quartals. Doch fielen die Aktien aufgrund stark gestiegener Treibstoffkosten. Für American Airlines ging es um 0,6 Prozent nach unten, und United Airlines büßten 2,4 Prozent ein.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,23 +0,02 4,24 4,23 5 Jahre 4,33 +0,02 4,34 4,33 10 Jahre 4,59 +0,02 4,59 4,58
Erneut wenig Bewegung gab es am Freitag bei den Renditen am US-Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger Titel erhöhte sich um 1 Basispunkte auf 4,55 Prozent.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:01 EUR/USD 1,1403 -0,1 -0,0010 1,1413 1,1422 EUR/JPY 184,72 +0,1 0,1500 184,5700 184,8500 EUR/CHF 0,923 +0,0 0,0003 0,9227 0,9227 EUR/GBP 0,852 +0,1 0,0004 0,8516 0,8518 USD/JPY 161,98 +0,2 0,2900 161,6900 161,8100 GBP/USD 1,3379 -0,2 -0,0026 1,3405 1,3407 USD/CNY 6,7839 +0,1 0,0073 6,7766 6,7772 USD/CNH 6,7875 +0,1 0,0062 6,7813 6,7820 AUS/USD 0,693 -0,3 -0,0020 0,6950 0,6944 Bitcoin/USD 62.681,83 -2,3 -1.485,42 64.167,25 63.884,99
Der Dollar bewegte sich am Freitag kaum von der Stelle. Der Dollar-Index verlor 0,1 Prozent. Die Märkte nähmen trotz erneuter Spannungen eine entschieden optimistische Haltung gegenüber dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran ein, schrieb Francesco Pesole von ING in einer Research Note. Das belaste den Dollar. Die erneuten Angriffe der USA und des Iran sorgen am Montag im asiatischen Handel nur für einen leicht steigenden Dollar.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.061,03 -1,4 -59,05 4.120,08 Silber 58,25 -2,7 -1,59 59,84 Platin 1.602,93 -1,5 -24,46 1.627,39
Der Goldpreis gab zum Wochenausklang einen kleinen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ab. Die Feinunze reduzierte sich um 0,2 Prozent auf 4.111 Dollar. Im asiatischen Handel am Montag geht es für den Goldpreis deutlicher nach unten vor dem Hintergrund der neuerlichen Angriffe der USA und des Iran. Diese erhöhen laut ANZ Research die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch hält, um die hartnäckig hohe Inflation zu bekämpfen. Ein Umfeld mit höheren Zinssätzen belastet in der Regel zinslose Anlagen wie Gold.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 74,56 +4,4 3,15 71,41 Brent/ICE 79,3 +4,3 3,29 76,01
Die Ölpreise gaben am Freitag mit den Trump-Aussagen leicht nach. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent reduzierte sich um 0,8 Prozent auf 75,73 Dollar. Im asiatischen Handel am Montag legen die Ölpreise mit den erneuten Angriffen der USA und des Iran kräftig zu. Brent steigt wieder über die Marke von 79 Dollar. Die anhaltenden Angriffe verschärfen den Konflikt, der die Energieversorgung durch die Straße von Hormus zu stören droht, heißt es.
MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR
AUTO-KONZERNE / GROßBRITANNIEN
Mehrere große Autohersteller haben im Rechtsstreit um illegale Abschalteinrichtungen in Großbritannien einen juristischen Sieg errungen. Der High Court of England and Wales erklärte am Freitag, es habe "die meisten der wesentlichen Vorwürfe gegen die Hersteller, deren Fahrzeuge im Prozess untersucht wurden, zurückgewiesen". Die Sammelklage war von 1,6 Millionen Klägern gegen die Hersteller Ford, Peugeot sowie Citroën, Renault, Nissan und Mercedes-Benz eingereicht worden.
BASF
Der Chemiekonzern treibt den für kommendes Jahr geplanten Teilbörsengang seines weltweit führenden Agrargeschäfts voran. Nach der Ausgliederung der Sparte aus dem BASF-Verbund werden jetzt aus Insiderkreisen Zahlen zum möglichen Wert des Segments und zur Zeitplanung des Initial Public Offering (IPO) bekannt. Für die gesamte BASF-Sparte wird eine Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro angestrebt, erfuhr das Handelsblatt aus Finanz- und Unternehmenskreisen. Der KOnzern will aber nicht das gesamte Geschäft an die Börse in Frankfurt bringen, sondern nur einen Minderheitsanteil. Dessen Höhe steht bisher nicht fest.
FRESENIUS
hat nach Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Das verabschiedete Gesetz sichere "das jährliche Wachstum der Krankenhausvergütungen" und sei im Vergleich zum Kabinettsentwurf "insgesamt positiv zu bewerten". Es bestätige die vom Unternehmen im April kommunizierte Richtung. Daher blieben die Umsatzziele der Fresenius Kliniktochter Helios sowie die angestrebte EBIT-Marge von 10 bis 12 Prozent im Rahmen des Fresenius Financial Framework unverändert.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros
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July 13, 2026 01:31 ET (05:31 GMT)
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