DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen stemmen sich gegen Sorgen um Golf-Eskalation
DOW JONES--Etwas überrascht über die Stärke von Europas Börsen zeigen sich Händler am Montag im frühen Handel. Trotz der Eskalation im Iran-Krieg sind die Aktienmärkte mit geringeren Abschlägen in den Handel gestartet als befürchtet. Der DAX gibt nur um 0,2 Prozent nach auf 25.033 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fällt lediglich um 0,3 Prozent auf 6.250 Punkte. Dabei legt der Ölpreis deutlich zu, die Sorte Brent gewinnt 3,8 Prozent auf 78,93 Dollar und nähert sich damit der 80-Dollar-Marke.
Sorgen macht vor allem eine drohende Eskalation der Lage: Denn anders als in den Vorwochen greifen die USA nun bereits seit zwei Tagen an, Teheran schlug wie üblich gegen regionale Verbündete Washingtons zurück, darunter Oman und Katar. Die Lage "bleibt unbeständig und ist das primäre Extremrisiko für die Energiemärkte und die allgemeine Stimmung", so UOB Global Economics and Markets Research. "Die jüngste Ölpreisrally, angetrieben durch Tankerangriffe und erneute Angriffe zwischen den USA und dem Iran, zeigt, wie kritisch die Ströme durch Hormus kurzfristig für die Preise bleiben", heißt es von Goldman Sachs Research.
Durch den Ölpreis-Anstieg würde auch die US-Inflation wieder in den Fokus rücken. Gerade der neue Fed-Chef Kevin Warsh würde damit vor seiner ersten großen Entscheidung stehen: ob er die Zinssenkungen des vergangenen Jahres rückgängig machen soll. Die nächste Sitzung steht am 28. und 29. Juli an. Analysten sehen ihn dabei in einer schwierigen Lage, falls die Ölpreise weiter steigen. "Wenn er den Luxus hat zu warten, wird er sich dafür entscheiden", sagt James Egelhof, Chefvolkswirt für die USA bei der BNP Paribas.
Die Rendite der 10-jährigen US-Bonds steigt derweil weiter auf 4,577 Prozent an. Auch in Europa stehen Anleihen weiter unter Druck - die Renditen steigen. Denn zu den Inflationsproblemen kommt auch noch die gigantische Verschuldungswelle der US-Hyperscaler. Aus den USA heißt es, schon in den vergangenen Wochen hatte der Markt für Unternehmensanleihen Schwierigkeiten, die Anleiheemissionen von um die 75 Milliarden US-Dollar von Nvidia, SpaceX und Amazon zu absorbieren.
Die Aktien der Fluglinien stehen mit dem Ölpreis unter Druck. Ohne die erneuten US-Angriffe habe man der Branche eigentlich positiv gegenübergestanden, sagt ein Händler: "Die Zahlen von Delta Air Lines am Freitag waren eigentlich besser als erwartet". Vor allem habe die US-Airline von breiter Nachfrage und Resilienz gegenüber steigenden Kerosinkosten gesprochen. IAG und Air France-KLM fallen bis zu 2,3 Prozent, Lufthansa reduzieren sich um 2,5 Prozent, für die Aktien des Reiseveranstalters Tui geht es um 1,7 Prozent nach unten.
Die guten Zahlen von Kongsberg lösen keine positive Reaktion im Rüstungssektor aus. "Es ist schon ein sehr schwaches Zeichen, wenn die Gewinnmitnahmen in Rüstung trotz der Eskalation im Golf weitergehen", sagt ein Händler. Kongsberg fallen in Oslo um 7,7 Prozent und sind damit schwächster Rüstungswert in Europa. BAE Systems liegen nur 0,3 Prozent im Minus. Renk, Deutz und Hensoldt geben um bis zu 1,4 Prozent nach.
Rheinmetall gewinnen dagegen 0,8 Prozent. Hier stützt ein Großauftrag aus Großbritannien. Wie der Rüstungskonzern mitteilte, ist er Teil eines Konsortiums zur Digitalisierung der Gefechtsausbildung der britischen Armee. Der Anteil von Rheinmetall an dem Auftrag hat ein Volumen von knapp einer Milliarde Euro.
Kräftig nach oben um 8,8 Prozent schießen die Aktien von Docmorris. Die Online-Apotheke ist von Deutsche Bank zum Kauf empfohlen worden, das Kursziel wurde mehr als verdoppelt.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.250,06 -0,3 -19,91 6.269,97 7,9 Stoxx-50 5.362,04 -0,2 -12,77 5.374,81 9,0 DAX 25.033,35 -0,1 -33,74 25.067,09 2,2 MDAX 31.753,15 -0,5 -166,30 27.039,42 3,7 TecDAX 3.835,05 -0,1 -3,37 3.091,28 5,9 SDAX 18.079,96 -0,3 -48,27 13.062,07 5,3 FTSE 10.494,36 -0,0 -2,93 10.497,29 5,7 CAC 8.314,62 -0,3 -24,35 8.338,96 2,0 SMI 14.225,29 -0,1 -9,80 14.235,09 7,2 ATX 6.434,82 -0,8 -50,07 6.484,89 20,8 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:01 EUR/USD 1,1418 +0,0 0,0005 1,1413 1,1422 EUR/JPY 185,2 +0,3 0,6300 184,57 184,8500 EUR/CHF 0,9238 +0,1 0,0011 0,9227 0,9227 EUR/GBP 0,8527 +0,1 0,0011 0,8516 0,8518 USD/JPY 162,18 +0,3 0,4900 161,69 161,8100 GBP/USD 1,3387 -0,1 -0,0018 1,3405 1,3407 USD/CNY 6,7812 +0,1 0,0046 6,7766 6,7772 USD/CNH 6,7839 +0,0 0,0026 6,7813 6,7820 AUS/USD 0,6932 -0,3 -0,0018 0,695 0,6944 Bitcoin/USD 63.005,91 -1,8 -1.161,34 64.167,25 63.884,99 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 74,02 +3,7 2,61 71,41 Brent/ICE 78,93 +3,8 2,92 76,01 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.060,23 -1,5 -59,85 4.120,08 Silber 58,34 -2,5 -1,50 59,84 Platin 1.620,07 -0,4 -7,32 1.627,39 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 13, 2026 03:50 ET (07:50 GMT)
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