Berlin (ots) -
Dr. Hans-Dieter Lucas ist neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Der Diplomat wurde gemäß Stiftungsgesetz von Bundeskanzler Friedrich Merz in das Amt berufen. Er folgt auf Annette Schavan, Bundesministerin a. D., die den Kuratoriumsvorsitz seit September 2019 innehatte.
Dr. Hans-Dieter Lucas war vier Jahrzehnte in wechselnden Funktionen im diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland tätig, darunter Politischer Direktor des Auswärtigen Amts, ständiger Vertreter Deutschlands bei der NATO, Botschafter in Frankreich sowie Italien. Er studierte Geschichte, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Katholische Theologie an der Universität Bonn sowie am Institut d'Études Politiques de Paris und der Sorbonne.
Zu seiner Ernennung sagt Dr. Hans-Dieter Lucas: "Die Stiftung EVZ steht für die Einsicht, dass historische Verantwortung nicht mit dem Blick auf die Vergangenheit endet. Aus der Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht erwächst der Auftrag, auch in Zukunft Menschenwürde, Demokratie und internationale Zusammenarbeit zu stärken. Die Stiftung leistet hierzu, neben ihrem humanitären Engagement, einen unverzichtbaren Beitrag für die Zukunft: Sie verbindet Erinnerung mit Dialog und fördert so Verständigung und gemeinsames Handeln über Grenzen hinweg. Ich freue mich sehr, diese Arbeit künftig als Kuratoriumsvorsitzender zu begleiten und zu unterstützen."
Kuratorium der Stiftung EVZ
Das internationale Kuratorium ist das Aufsichtsgremium der Stiftung EVZ und entscheidet über Schwerpunkte der Förderung und Aktivitäten. Dr. Hans-Dieter Lucas ist der sechste Kuratoriumsvorsitzende in der 25-jährigen Stiftungsgeschichte. Das Kuratorium der Stiftung EVZ umfasst derzeit 25 Mitglieder.
Geschichte der Stiftung EVZ: Aufarbeitung des Verbrechenskomplexes Zwangsarbeit
Die Zwangsarbeit gehörte zu den größten Verbrechen des NS-Regimes: Rund 26 Millionen Menschen wurden während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und den besetzten Gebieten Europas verschleppt, zur Arbeit gezwungen und ermordet.
Nach Kriegsende folgten Jahrzehnte des Schweigens und des politischen Zögerns bei der Aufarbeitung dieses immensen Unrechts. Im Jahr 2000 übernahmen Staat und Wirtschaft unter zunehmendem nationalen und internationalen Druck und angesichts anhaltender Forderungen von Überlebenden moralische Verantwortung. Bundesrat und Bundestag beschlossen qua Gesetz die Gründung der Stiftung EVZ. Am 13. Juni 2001 begannen die ersten Auszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter:innen durch die Partnerorganisation in Tschechien. Bis 2007 leistete die Stiftung EVZ Auszahlungen an mehr als 1,66 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter:innen und Rechtsnachfolger in fast 100 Ländern mit insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Die Zahlungen bedeuteten für viele Betroffene erstmals die offizielle Anerkennung des erlittenen Unrechts durch Deutschland.
Auftrag der Stiftung EVZ heute: Für aktives Erinnern, Menschenrechte und gegen Ausgrenzung
Im Gesetz zur Gründung der Stiftung EVZ wurde verfügt, dass ein Teil des eingebrachten Vermögens für eine dauerhafte Förderstiftung verwendet wird. Aus den Erträgen ihres Vermögens fördert die Stiftung Projekte zur kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte, der historisch-politischen Bildung, gegen Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus sowie für eine resiliente Zivilgesellschaft. Mit ca. 40 Prozent ihres aktuellen Fördervolumens fördert die Stiftung EVZ Projekte, die die Teilhabe der Überlebenden des NS-Unrechts sichern und ihnen ein Leben in Würde ermöglichen.
Weiterführende Informationen
- Pressematerialien zur Stiftung EVZ (https://www.stiftung-evz.de/presse/)
- Anmeldung zum Presseverteiler (https://www.stiftung-evz.de/presse/anmeldung-presseverteiler/)
Pressekontakt:
Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
Katrin Kowark | Nina Kraus
Friedrichstraße 200 | 10117 Berlin
T +49 (0)30 25 92 97-24 | +49 (0)30 25 92 97-109
M +49 (0)151 500 470 64
E-Mail: kowark@stiftung-evz.de | kraus@stiftung-evz.de
www.stiftung-evz.de
Original-Content von: Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/129525/6313375
Dr. Hans-Dieter Lucas ist neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Der Diplomat wurde gemäß Stiftungsgesetz von Bundeskanzler Friedrich Merz in das Amt berufen. Er folgt auf Annette Schavan, Bundesministerin a. D., die den Kuratoriumsvorsitz seit September 2019 innehatte.
Dr. Hans-Dieter Lucas war vier Jahrzehnte in wechselnden Funktionen im diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland tätig, darunter Politischer Direktor des Auswärtigen Amts, ständiger Vertreter Deutschlands bei der NATO, Botschafter in Frankreich sowie Italien. Er studierte Geschichte, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Katholische Theologie an der Universität Bonn sowie am Institut d'Études Politiques de Paris und der Sorbonne.
Zu seiner Ernennung sagt Dr. Hans-Dieter Lucas: "Die Stiftung EVZ steht für die Einsicht, dass historische Verantwortung nicht mit dem Blick auf die Vergangenheit endet. Aus der Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht erwächst der Auftrag, auch in Zukunft Menschenwürde, Demokratie und internationale Zusammenarbeit zu stärken. Die Stiftung leistet hierzu, neben ihrem humanitären Engagement, einen unverzichtbaren Beitrag für die Zukunft: Sie verbindet Erinnerung mit Dialog und fördert so Verständigung und gemeinsames Handeln über Grenzen hinweg. Ich freue mich sehr, diese Arbeit künftig als Kuratoriumsvorsitzender zu begleiten und zu unterstützen."
Kuratorium der Stiftung EVZ
Das internationale Kuratorium ist das Aufsichtsgremium der Stiftung EVZ und entscheidet über Schwerpunkte der Förderung und Aktivitäten. Dr. Hans-Dieter Lucas ist der sechste Kuratoriumsvorsitzende in der 25-jährigen Stiftungsgeschichte. Das Kuratorium der Stiftung EVZ umfasst derzeit 25 Mitglieder.
Geschichte der Stiftung EVZ: Aufarbeitung des Verbrechenskomplexes Zwangsarbeit
Die Zwangsarbeit gehörte zu den größten Verbrechen des NS-Regimes: Rund 26 Millionen Menschen wurden während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und den besetzten Gebieten Europas verschleppt, zur Arbeit gezwungen und ermordet.
Nach Kriegsende folgten Jahrzehnte des Schweigens und des politischen Zögerns bei der Aufarbeitung dieses immensen Unrechts. Im Jahr 2000 übernahmen Staat und Wirtschaft unter zunehmendem nationalen und internationalen Druck und angesichts anhaltender Forderungen von Überlebenden moralische Verantwortung. Bundesrat und Bundestag beschlossen qua Gesetz die Gründung der Stiftung EVZ. Am 13. Juni 2001 begannen die ersten Auszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter:innen durch die Partnerorganisation in Tschechien. Bis 2007 leistete die Stiftung EVZ Auszahlungen an mehr als 1,66 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter:innen und Rechtsnachfolger in fast 100 Ländern mit insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Die Zahlungen bedeuteten für viele Betroffene erstmals die offizielle Anerkennung des erlittenen Unrechts durch Deutschland.
Auftrag der Stiftung EVZ heute: Für aktives Erinnern, Menschenrechte und gegen Ausgrenzung
Im Gesetz zur Gründung der Stiftung EVZ wurde verfügt, dass ein Teil des eingebrachten Vermögens für eine dauerhafte Förderstiftung verwendet wird. Aus den Erträgen ihres Vermögens fördert die Stiftung Projekte zur kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte, der historisch-politischen Bildung, gegen Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus sowie für eine resiliente Zivilgesellschaft. Mit ca. 40 Prozent ihres aktuellen Fördervolumens fördert die Stiftung EVZ Projekte, die die Teilhabe der Überlebenden des NS-Unrechts sichern und ihnen ein Leben in Würde ermöglichen.
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