FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Montag nachgegeben. Grund für die Kursabschläge ist die Verschärfung der Lage im Nahen Osten und die gestiegenen Rohölpreise. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Nachmittag um 0,21 Prozent auf 125,28 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,10 Prozent.
Im Konflikt um die Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Allen anderen Ländern solle ein "fairer und offener" Zugang zur Meerenge möglich sein, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.
Das US-Militär hat zuvor erneut Ziele im Iran angegriffen. Bereits zum vierten Mal in weniger als einer Woche griff das US-Militär den Iran an. Die im Iran mächtigen Revolutionsgarden reagierten erneut mit Vergeltungsangriffen auf die Golfstaaten Kuwait und Bahrain sowie auf das gut 1.000 Kilometer entfernte Jordanien. Ob es einen diplomatischen Ausweg gibt oder wie eine Rückkehr zur Waffenruhe gelingen soll, ist völlig unklar.
Die merklich gestiegenen Ölpreise schürten erneut Inflationserwartungen. Dies spricht eher für steigende Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Im weiteren Tagesverlauf werden keine wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht. Im weiteren Wochenverlauf dürften besonders die Verbraucherpreisdaten aus den USA beachtet werden, die am Dienstag anstehen. Zudem wird US-Notenbankchef Kevin Warsh vor dem US-Kongress sprechen. "Wir erwarten von der Warsh-Rede nicht viel, weil er Forward Guidance strikt ablehnt", schreiben die Experten der Dekabank./jsl/stw
