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MÄRKTE ASIEN/Leichter - Seoul weiter auf Talfahrt - Ölpreise auf Einmonatshoch bremsen

DJ MÄRKTE ASIEN/Leichter - Seoul weiter auf Talfahrt - Ölpreise auf Einmonatshoch bremsen

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--An den ostasiatischen Börsen geht es im Handelsverlauf am Dienstag abwärts. Ausreißer nach unten ist erneut Seoul, der bisherige Börsenfavorit des Jahres. Der Kospi fällt nach dem gestrigen Einbruch um 9 Prozent um weitere gut 3 Prozent. An den anderen Plätzen fallen die Einbußen deutlich geringer aus. In Hongkong geht es um 0,6 Prozent nach unten in Shanghai um 0,7 Prozent und in Sydney um 0,4 Prozent. In Tokio kann sich der breite Topix sogar gut behaupten.

Während an der technologielastigen Börse in Seoul nach dem Höhenflug sein Jahresbeginn auch Gewinnmitnahmen eine Rolle spielen dürften, belasten in der Breite vor allem die nach oben geschossenen Ölpreise, nachdem sich die USA und der Iran im Nahost-Konflikt wieder mit gegenseitigen Angriffen überziehen. Die Lage in der unter anderem für Öltransporte so wichtigen Straße von Hormus ist weiter unklar. Während der Iran sie für nicht passierbar erklärt hat, behaupten die USA, sie sei durchfahrbar, es werde aber eine neue Seeblockade gegen den Iran geben. Zugleich kündigte US-Präsident Trump an, künftig eine Art Schutzgebühr für die Passage von 20 Prozent des Frachtwertes zu verlangen. Gleichzeitig schürten erneute US-Militärschläge gegen den Iran die Angst vor Störungen der weltweiten Rohölversorgung.

Brent-Öl kostet aktuell 84,60 Dollar. Das ist das höchste Niveau seit rund einem Monat. Zugleich sind dies etwa 13 Dollar mehr als im jüngsten Tief. Mit den wieder gestiegenen Ölpreisen gehen Inflationssorgen und damit wiederum Spekulationen über steigende oder zumindest erhöht bleibende Zinsen einher. Umso gespannter warten die Akteure auf neue US-Inflationsdaten, die später am Tag gemeldet werden.

Günstige Konjunkturdaten aus China sorgen in diesem Umfeld für keinen positiven Impuls. Chinas Exporte und Importe sind im Juni deutlich gestiegen und zudem deutlich stärker als erwartet. Die Ausfuhren stiegen im Juni im Jahresvergleich um 27,0 Prozent, die Importe um 36,0 Prozent.

Die südkoreanische Regierung hat derweil ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation in diesem Jahr angehoben, begründet mit robusten Chip-Exporten und fiskalischen Anreizen. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2026 voraussichtlich um 3,0 Prozent wachsen, was klar über der im Januar prognostizierten Rate von 2,0 Prozent liege.

Unter den Einzelwerten in Seoul können sich Samsung Electronics um 1,3 Prozent von den jüngsten Verlusten etwas erholen. Für SK Hynix geht es dagegen um 5,3 Prozent abwärts. Sie setzen damit den Ausverkauf fort, nach dem spektakulären Debüt der US-Hinterlegungsscheine (ADR) an der Wall Street. Dabei war die Aktie zunächst noch mit einem Plus von 5 Prozent gestartet. Der Hauptdruck resultiere aus einer Reihe von Herabstufungen der Gewinnprognosen für das zweite Quartal durch verschiedene Brokerhäuser, heißt es im Handel. Verwiesen werde dabei auf niedriger als erwartete durchschnittliche Verkaufspreise für High-Bandwidth-Memory sowie ein schwächeres DRAM-Bit-Wachstum. Dazu komme als zweiter wesentlicher Faktor die strukturelle Bewertungsdifferenz, die durch die ADR-Notierung entstanden sei. Das führe dazu, dass inländische Investoren die in Seoul gelisteten Aktien verkauften und in ADRs umschichteten.

=== 
INDEX            zuletzt +/- %     % YTD Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)    8.770,10  -0,4      +0,6      08:00 
Topix 500 (Tokio)     3.140,66  +0,1     +18,1      08:00 
Kospi (Seoul)       6.598,12  -3,1     +56,7      08:30 
Hang-Seng (Hongkong)   24.072,15  -0,6      -6,1      10:00 
Shanghai-Composite     3.887,92  -0,7      -2,1      09:00 
Straits-Times (Singapur)  5.465,58  -0,1     +17,6      11:00 
IDX Comp. (Indonesien)   6.059,68  +0,4     -29,9      10:00 
KLCI (Malaysia)      1.713,52  +0,9      +2,0      10:00 
 
DEVISEN           zuletzt +/- %     00:00    Mo, 09:12 % YTD 
EUR/USD           1,1391  +0,1     1,1381     1,1407  -3,0 
EUR/JPY           184,88  NULL     184,88     184,85  +0,5 
EUR/GBP           0,8525  NULL     0,8525     0,8520  -2,2 
USD/JPY           162,29  -0,1     162,42     162,02  +3,6 
USD/KRW          1.488,70  -0,6    1.497,56    1.501,71  +3,4 
USD/CNY           6,7815  +0,0     6,7795     6,7835  -3,0 
USD/CNH           6,7827  -0,0     6,7839     6,7842  -2,8 
USD/HKD           7,8386  +0,0     7,8375     7,8389  +0,7 
AUD/USD           0,6929  +0,2     0,6916     0,6932  +3,9 
NZD/USD           0,5787  +0,7     0,5748     0,5766  +0,5 
BTC/USD          62.505,77  +0,6   62.149,18    62.808,37 -28,7 
 
ROHÖL            zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex           79,80  +2,1      1,66      78,14 
Brent/ICE           84,60  +1,6      1,30      83,30 
 
Metalle           zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
Gold            4.013,49  +0,3     12,84    4.000,65 
Silber            57,56  -0,2     -0,09      57,65 
Platin           1.599,33  -0,4     -5,67    1.605,00 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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July 14, 2026 00:57 ET (04:57 GMT)

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