DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Spürbarer Anstieg der Großhandelspreise im Juni
Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel haben im Juni spürbar über dem Vorjahresniveau gelegen. Sie stiegen um 4,9 Prozent zum Vorjahresmonat. Damit hat sich die Dynamik leicht abgeschwächt, nachdem die Steigerungsraten im Mai noch bei 5,9 Prozent und im April bei 6,3 Prozent gelegen hatten, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat fielen die Großhandelspreise um 0,7 Prozent. Die aktuellen Entwicklungen sind primär auf die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten zurückzuführen. Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahresmonat war der Preisanstieg bei Mineralölerzeugnissen. Die Preise lagen im Durchschnitt um 21,7 Prozent über denen des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat fielen sie jedoch um 6,8 Prozent.
Chinas Exporte im Juni stärker gestiegen als erwartet
Chinas Exporte sind im Juni stärker gestiegen als erwartet. Sie widersetzten sich damit den Prognosen einer Verlangsamung und gaben einer Wirtschaft, die immer noch von einer schwachen Binnennachfrage gebremst wird, einen wichtigen Impuls. Die Ausfuhren stiegen im Juni um 27,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber dem Anstieg von 19,4 Prozent im Mai, wie aus den am Dienstag von der Allgemeinen Zollverwaltung veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Wert übertraf die Wachstumsprognose von 18,0 Prozent von Ökonomen, die vom Wall Street Journal befragt wurden.
Wallers hawkishe Wende erhöht die Spannung vor den Verbraucherpreisen - Interview
Die Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller zur Kerninflation und seine Bereitschaft, die Zinsen zu erhöhen, falls sich die Inflation nicht bessert, haben den Fokus der Ökonomen vor der Veröffentlichung der neuesten Verbraucherpreisdaten am Dienstag geschärft. In einer Rede in New York sagte Waller, die Fed werde eine Straffung der Geldpolitik in naher Zukunft in Betracht ziehen müssen, falls es einen weiteren starken Anstieg der Kerninflation gebe. Das Arbeitsministerium veröffentlicht am Dienstag die neuesten Daten zu den Verbraucherpreisen.
US-Verbraucherpreise und Warsh-Anhörung prägen Fed-Erwartungen über den Sommer
Die Daten zu den US-Verbraucherpreisen, gefolgt von der Anhörung des Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, dürften die Erwartungen an die Fed über den Sommer hinweg prägen, schreibt Christoph Rieger von der Commerzbank in einer Research Note. "Die Volatilität scheint garantiert, nachdem Fed-Gouverneur Waller die Bedeutung der Daten hervorgehoben hat und der Markt eine etwa 50/50-Chance für eine Zinserhöhung in diesem Monat einpreist", sagt der Leiter des Bereichs Zins- und Kreditresearch. Laut einer Umfrage von The Wall Street Journal unter Analysten wird erwartet, dass die Kernrate der Verbraucherpreise im Juni wie schon im Mai bei 2,9 Prozent verharrt, während sich die Gesamtinflation von zuvor 4,2 Prozent auf 3,8 Prozent verlangsamt haben dürfte.
Moderate US-Verbraucherpreise könnten Fed von Zinserhöhung abhalten
Wenn der Inflationsanstieg in den USA relativ begrenzt sei, werde die Federal Reserve wahrscheinlich in der Lage sein, über die Daten hinwegzusehen und in diesem Jahr auf Zinserhöhungen zu verzichten, meint BeiChen Lin von Russell Investments im Vorfeld der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Juni. "Viele der Inflationstreiber, die im Jahr 2022 vorhanden waren, fehlen heute", sagt der leitende Anlagestratege. "Und da die Energiepreise von ihrem kriegsbedingten Höchststand deutlich gesunken sind, erwarten wir nicht, dass die Inflation das Niveau von 2022 erreichen wird", sagt er.
USA fliegen erneute Angriffe auf den Iran
Die USA haben die dritte Nacht in Folge Angriffe auf den Iran geflogen. Das U.S. Central Command erklärte, die Angriffe dienten dazu, "den iranischen Streitkräften weiterhin einen hohen Preis abzuverlangen und ihre Fähigkeit zu schwächen, unschuldige Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus anzugreifen". Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine mehrtägige Angriffswelle und eine neue Blockade des iranischen Handels in der Straße von Hormus angekündigt. In einer Radiosendung hatte Trump gesagt, dass die USA den Iran am Montag und Dienstag "sehr hart" treffen würden, "und sie können verdammt noch mal überhaupt nichts dagegen tun". Kurz bevor die Angriffe am Montag begannen, kündigte Trump ferner an, dass die USA Pickaxe Mountain angreifen würden, eine befestigte, unterirdische Atomanlage, die seit Beginn des Krieges am 28. Februar noch nicht ins Visier genommen wurde.
US-Bundesrichterin rügt Trump und Justizministerium
Eine US-Bundesrichterin hat eine 10 Milliarden Dollar schwere Klage von Präsident Donald Trump und seiner Familie gegen die Steuerbehörde IRS zurückgewiesen. In einer scharfen Rüge warf die Richterin dem Präsidenten, dessen Anwälten und dem Justizministerium vor, die Klage in "böser Absicht" eingereicht zu haben. Die Klage führte im Mai zu Trumps außergewöhnlicher Vereinbarung mit seiner eigenen Regierung, in deren Rahmen die USA die Einrichtung eines fast 1,8 Milliarden Dollar schweren "Anti-Weaponization-Fonds" beschlossen und die Regierung versprach, alle anhängigen Steuerprüfungen gegen Trump, seine Familie und seine Unternehmen einzustellen.
Schwester von Lindsey Graham wird Interims-Senatorin
Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, hat Darline Graham, die Schwester des verstorbenen Senators Lindsey Graham aus South Carolina, als vorübergehende Nachfolgerin im Senat benannt. McMaster sagte, Lindsey Graham habe "sich vor vielen Jahren um seine kleine Schwester gekümmert. Es ist mir eine Ehre, seine kleine Schwester, Darline Graham, zu bitten, nun sein Werk für ihn zu vollenden." Die 64-jährige designierte Senatorin sagte: "Lindsey war immer für mich da, und jetzt werde ich für ihn da sein."
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
July 14, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
