Die Börse heute wurde von einer Vielzahl wichtiger Ereignisse geprägt. Im Mittelpunkt standen die überraschend schwachen US-Inflationsdaten, die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh, neue Entwicklungen im Nahen Osten sowie der Start einer weiteren heißen Phase der US-Berichtssaison. Für Anleger bleibt die Börse aktuell von geldpolitischen Erwartungen, geopolitischen Risiken und Unternehmenszahlen gleichermaßen beeinflusst.
US-Inflation fällt erstmals seit sechs Jahren im Monatsvergleich
Das wichtigste Makroereignis des Tages war die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für Juni. Die Verbraucherpreise (VPI) gingen im Monatsvergleich um 0,4% zurück. Es war der erste monatliche Preisrückgang seit dem Corona-Jahr 2020. Noch wichtiger für die Finanzmärkte war jedoch die Kerninflation, die im Jahresvergleich auf 2,6% zurückfiel und damit deutlich unter den Erwartungen lag.
Die Daten führten unmittelbar zu einer Neubewertung der Zinserwartungen. Zu Wochenbeginn hatten Anleger aufgrund der Eskalation zwischen den USA und dem Iran zeitweise zwei Zinserhöhungen der Fed bis Jahresende eingepreist. Nach den Inflationsdaten gilt inzwischen wieder eine einzelne Zinserhöhung als Basisszenario. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September sank auf rund 68%.
Kevin Warsh bleibt bei der Fed auf restriktivem Kurs
Die dovishe Interpretation der Inflationsdaten wurde durch die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh teilweise begrenzt.
Vor dem US-Kongress erklärte Warsh:
- Inflation sei letztlich eine Frage der Geldpolitik und "eine Entscheidung".
- Die Fed werde eine Inflation oberhalb des 2%-Ziels künftig nicht mehr akzeptieren.
- Die hohe Inflation der vergangenen fünf Jahre solle mit einer konsequenten Geldpolitik endgültig beendet werden.
- Politischer Einfluss spiele bei geldpolitischen Entscheidungen keine Rolle.
- Der US-Arbeitsmarkt und die Wirtschaft seien weiterhin robust.
Besonders verwies Warsh auf die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur wie Rechenzentren, Hardware und Software. Gleichzeitig beobachte die Notenbank sehr genau, welche Auswirkungen dieser Investitionsboom auf Inflation und Arbeitsmarkt haben werde.
Trump nimmt geplante Gebühren für die Straße von Hormus zurück
Auch geopolitisch blieb die Nachrichtenlage bewegend. US-Präsident Donald Trump zog seinen Vorschlag zurück, eine Gebühr von 20% auf Frachtschiffe zu erheben, die die Straße von Hormus passieren. Stattdessen kündigte er umfangreiche Handelsabkommen und milliardenschwere Investitionen aus den Golfstaaten an.
Nach eigenen Angaben sollen diese Investitionen die größten der Geschichte werden und Millionen neuer Arbeitsplätze in den USA schaffen.
Ölpreise steigen trotz Trumps Aussagen weiter
Die Rohstoffmärkte schenken den politischen Aussagen bislang jedoch nur wenig Vertrauen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleibt weiterhin erheblich eingeschränkt. Nach Daten von Kpler sank die Zahl abgeschlossener Lieferungen in der Woche bis zum 12. Juli um mehr als die Hälfte.
Entsprechend ziehen die Energiepreise erneut an:
- Brent notiert bei rund 85 US-Dollar je Barrel.
- WTI steigt auf etwa 80 US-Dollar je Barrel.
- Erdgas am niederländischen TTF-Handelsplatz verteuert sich auf rund 54 US-Dollar je MWh....
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