BEIRUT/ROM (dpa-AFX) - Bei den von den USA vermittelten Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern hat es nach libanesischen Angaben Fortschritte gegeben. Aus Regierungskreisen hieß es, es habe "sichtbare Fortschritte" bei der Festlegung von Gebieten für zwei sogenannte Pilotzonen gegeben. Das berichteten auch libanesische Medien. Am Freitag sollten weitere Gespräche auf militärischer Ebene zur genauen Umsetzung folgen. Sie könnten den Kreisen zufolge online stattfinden.
Israelische Medien: Weitere Vorbereitungen notwendig
In einem jüngsten Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon wurde vereinbart, dass der Rückzug in sogenannten Pilotzonen getestet werden soll. Das israelische Militär soll dort die Kontrolle an die libanesische Armee abgeben, sobald die Hisbollah dort nicht mehr vertreten ist.
Das israelische Nachrichtenportal "ynet" meldete unter Berufung auf einen israelischen Regierungsbeamten, dass noch weitere Vorbereitungen und Vereinbarungen erforderlich seien, bevor mit der Umsetzung begonnen werden könne. Dies solle in den kommenden Tagen erreicht werden. Auch der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb auf X unter Berufung auf einen US-Beamten, die Gespräche seien positiv und produktiv verlaufen. Die Gespräche in Rom hätten zu einer Einigung über die Struktur und die Leitlinien für den Prozess zur Einrichtung der Pilotzonen geführt.
Tatsächlicher Abzug könnte noch dauern
Die libanesische und israelische Regierung führen erstmals seit Jahrzehnten direkte politische Gespräche, um die Waffenruhe im Konflikt mit der proiranischen Hisbollah zu festigen. Die von den USA vermittelten Verhandlungen fanden erstmals in Rom statt, zuvor in Washington. Die Hisbollah ist nicht beteiligt.
Trotz der Waffenruhe greift Israel weiter Ziele im Libanon an und hält Truppen im Land. Beirut und die Hisbollah betrachten die von Israel kontrollierte "Sicherheitszone" als völkerrechtswidrige Besetzung. Das rund 620 Quadratkilometer große Gebiet entspricht etwa sechs Prozent der Landesfläche. Ein vollständiger Abzug könnte nach Einschätzung von Beobachtern Monate oder länger dauern; ein Zeitplan wurde bislang nicht vereinbart./arj/DP/he
