Berlin (ots) -
Statistisches Bundesamt veröffentlicht Unfallstatistik zu E-Scootern. Unfälle haben sich seit dem Jahr 2021 verdreifacht. Aus Sicht des TÜV-Verbands zeigt die Entwicklung, dass Verkehrssicherheit und Infrastruktur mit der wachsenden Nutzung nicht Schritt halten.
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ist im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent von 11.944 Unfälle auf 16.496 Unfälle im Jahr 2025 gestiegen. Im vergangenen Jahr kamen dabei 38 Menschen ums Leben. Seit Beginn der amtlichen Statistik im Jahr 2021 hat sich die Zahl der Unfälle mehr als verdreifacht (2021: 5.535 Unfälle mit Personenschaden). Die aktuelle Unfallstatistik zu E-Scootern des Statistischen Bundesamtes kommentiert Robin Zalwert, Referent New Mobility beim TÜV-Verband:
"Seit ihrer Einführung im Jahr 2019 sind E-Scooter Teil der Alltagsmobilität geworden. Mit ihrer Verbreitung steigen jedoch auch die Unfallzahlen. Diese Entwicklung sollten wir nicht als zwangsläufig hinnehmen, sondern müssen die Verkehrssicherheitsarbeit konsequent auf die neue Mobilitätsrealität ausrichten. Dazu gehören konsequent durchgesetzte Verkehrsregeln, mehr Mobilitätsbildung und eine Infrastruktur, die E-Scooter sicher in den Straßenverkehr integriert. E-Scooter sind gekommen, um zu bleiben. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass sie ein sicherer Teil unseres Mobilitätsmixes sind."
Mobilitätsbildung und Regeln stärken
"Die Unfallstatistik zeigt deutlich, dass viele Unfälle vermeidbar wären. Zu den häufigsten Ursachen zählen falsche Straßennutzung und Fahrten unter Alkoholeinfluss. Wer alkoholisiert fährt, auf dem Gehweg unterwegs ist oder einen E-Scooter zu zweit nutzt, gefährdet sich und andere. Deshalb müssen die Regeln der Straßenverkehrsordnung konsequent durchgesetzt werden. Dass der Gesetzgeber höhere Bußgelder und strengere Haftungsregelungen beschlossen hat, ist richtig. Jetzt kommt es darauf an, diese Regeln auch wirksam durchzusetzen."
"Gerade weil junge Menschen überdurchschnittlich häufig in E-Scooter-Unfälle verwickelt sind, muss die Mobilitätsbildung nachziehen. E-Scooter sollten fester Bestandteil der Verkehrserziehung werden. Fahrsicherheitstrainings, ähnlich der Radfahrausbildung, während der Schulzeit können insbesondere jungen Nutzerinnen und Nutzern helfen, Risiken besser einzuschätzen und ihr Fahrzeug sicher zu beherrschen."
Gegen illegales Tuning vorgehen
"E-Scooter werden längst nicht mehr nur ausgeliehen, sondern sind zunehmend teil privater Fuhrparks. Nach Angaben des statistischen Bundesamts gab es im Jahr 2023 bereits rund 1,4 Millionen E-Scooter in deutschen Haushalten. Mit der wachsenden Zahl privater Fahrzeuge beobachten wir auch einen besorgniserregenden Trend: E-Scooter werden per App, Software oder technischen Umbauten manipuliert und erreichen statt der zulässigen 20 km/h Geschwindigkeiten von 40 km/h oder mehr. Für solche Geschwindigkeiten sind die Fahrzeuge weder konstruktiv ausgelegt noch gelten eine Helm- oder Führerscheinpflicht. Das erhöht das Risiko schwerer Unfälle erheblich. Illegale Manipulationen müssen deshalb konsequent aufgedeckt und geahndet werden. Dafür sollte die Polizei gezielt punktuelle Straßenkontrollen durchführen, ähnlich den Schwerpunktkontrollen, die beispielsweise zur Überprüfung von Fahrradbeleuchtungen stattfinden."
E-Scooter sicher in den Straßenverkehr integrieren
"E-Scooter sind ein wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Mobilität. Sie schließen Lücken im öffentlichen Verkehr und bieten gerade in Städten eine flexible Alternative zum Auto. Steigende Unfallzahlen dürfen wir jedoch nicht als Begleiterscheinung neuer Mobilität hinnehmen. Wir brauchen stattdessen Straßen, auf denen sich die verschiedenen Verkehrsarten sicher begegnen können. Jeder zweite verunglückte E-Scooter-Fahrende hat sich bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw verletzt. Eine fehlerverzeihende Infrastruktur mit baulich getrennten und durchgängigen Wegen für Fahrräder und motorisierte Kleinstfahrzeuge erhöht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen. Verkehrssicherheit lässt sich nur erreichen, wenn die Infrastruktur alle Verkehrsmittel gleichermaßen berücksichtigt und Konflikte im Straßenraum reduziert."
Methodik: Grundlage der Angaben sind Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Zahlen sind abrufbar unter: www.destatis.de
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.
Pressekontakt:
Linda Roy
Pressesprecherin
TÜV-Verband e. V.
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
030 760095-580, presse@tuev-verband.de
www.tuev-verband.de | www.linkedin.com/company/tuevverband
Original-Content von: TÜV-Verband e. V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/65031/6315538
Statistisches Bundesamt veröffentlicht Unfallstatistik zu E-Scootern. Unfälle haben sich seit dem Jahr 2021 verdreifacht. Aus Sicht des TÜV-Verbands zeigt die Entwicklung, dass Verkehrssicherheit und Infrastruktur mit der wachsenden Nutzung nicht Schritt halten.
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ist im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent von 11.944 Unfälle auf 16.496 Unfälle im Jahr 2025 gestiegen. Im vergangenen Jahr kamen dabei 38 Menschen ums Leben. Seit Beginn der amtlichen Statistik im Jahr 2021 hat sich die Zahl der Unfälle mehr als verdreifacht (2021: 5.535 Unfälle mit Personenschaden). Die aktuelle Unfallstatistik zu E-Scootern des Statistischen Bundesamtes kommentiert Robin Zalwert, Referent New Mobility beim TÜV-Verband:
"Seit ihrer Einführung im Jahr 2019 sind E-Scooter Teil der Alltagsmobilität geworden. Mit ihrer Verbreitung steigen jedoch auch die Unfallzahlen. Diese Entwicklung sollten wir nicht als zwangsläufig hinnehmen, sondern müssen die Verkehrssicherheitsarbeit konsequent auf die neue Mobilitätsrealität ausrichten. Dazu gehören konsequent durchgesetzte Verkehrsregeln, mehr Mobilitätsbildung und eine Infrastruktur, die E-Scooter sicher in den Straßenverkehr integriert. E-Scooter sind gekommen, um zu bleiben. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass sie ein sicherer Teil unseres Mobilitätsmixes sind."
Mobilitätsbildung und Regeln stärken
"Die Unfallstatistik zeigt deutlich, dass viele Unfälle vermeidbar wären. Zu den häufigsten Ursachen zählen falsche Straßennutzung und Fahrten unter Alkoholeinfluss. Wer alkoholisiert fährt, auf dem Gehweg unterwegs ist oder einen E-Scooter zu zweit nutzt, gefährdet sich und andere. Deshalb müssen die Regeln der Straßenverkehrsordnung konsequent durchgesetzt werden. Dass der Gesetzgeber höhere Bußgelder und strengere Haftungsregelungen beschlossen hat, ist richtig. Jetzt kommt es darauf an, diese Regeln auch wirksam durchzusetzen."
"Gerade weil junge Menschen überdurchschnittlich häufig in E-Scooter-Unfälle verwickelt sind, muss die Mobilitätsbildung nachziehen. E-Scooter sollten fester Bestandteil der Verkehrserziehung werden. Fahrsicherheitstrainings, ähnlich der Radfahrausbildung, während der Schulzeit können insbesondere jungen Nutzerinnen und Nutzern helfen, Risiken besser einzuschätzen und ihr Fahrzeug sicher zu beherrschen."
Gegen illegales Tuning vorgehen
"E-Scooter werden längst nicht mehr nur ausgeliehen, sondern sind zunehmend teil privater Fuhrparks. Nach Angaben des statistischen Bundesamts gab es im Jahr 2023 bereits rund 1,4 Millionen E-Scooter in deutschen Haushalten. Mit der wachsenden Zahl privater Fahrzeuge beobachten wir auch einen besorgniserregenden Trend: E-Scooter werden per App, Software oder technischen Umbauten manipuliert und erreichen statt der zulässigen 20 km/h Geschwindigkeiten von 40 km/h oder mehr. Für solche Geschwindigkeiten sind die Fahrzeuge weder konstruktiv ausgelegt noch gelten eine Helm- oder Führerscheinpflicht. Das erhöht das Risiko schwerer Unfälle erheblich. Illegale Manipulationen müssen deshalb konsequent aufgedeckt und geahndet werden. Dafür sollte die Polizei gezielt punktuelle Straßenkontrollen durchführen, ähnlich den Schwerpunktkontrollen, die beispielsweise zur Überprüfung von Fahrradbeleuchtungen stattfinden."
E-Scooter sicher in den Straßenverkehr integrieren
"E-Scooter sind ein wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Mobilität. Sie schließen Lücken im öffentlichen Verkehr und bieten gerade in Städten eine flexible Alternative zum Auto. Steigende Unfallzahlen dürfen wir jedoch nicht als Begleiterscheinung neuer Mobilität hinnehmen. Wir brauchen stattdessen Straßen, auf denen sich die verschiedenen Verkehrsarten sicher begegnen können. Jeder zweite verunglückte E-Scooter-Fahrende hat sich bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw verletzt. Eine fehlerverzeihende Infrastruktur mit baulich getrennten und durchgängigen Wegen für Fahrräder und motorisierte Kleinstfahrzeuge erhöht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen. Verkehrssicherheit lässt sich nur erreichen, wenn die Infrastruktur alle Verkehrsmittel gleichermaßen berücksichtigt und Konflikte im Straßenraum reduziert."
Methodik: Grundlage der Angaben sind Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Zahlen sind abrufbar unter: www.destatis.de
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.
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