DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Beige-Book: Wirtschaft wächst bei nachlassendem Inflationsdruck
Der Preisdruck in den USA hat laut einer aktuellen Umfrage der Federal Reserve einige Anzeichen einer Mäßigung gezeigt, während die Beschäftigung insgesamt gestiegen ist. Das Beige Book der Fed sammelt anekdotische Informationen über die aktuelle Wirtschaftslage in den zwölf Distrikten der US-Notenbank. Es wird vor der Juli-Zinssitzung des Offenmarktausschusses veröffentlicht. Die für den Bericht verwendeten Informationen wurden bis einschließlich 6. Juli erhoben. Ende Mai und im Juni sei die gesamtwirtschaftliche Aktivität in elf der zwölf Fed-Bezirke in einem leichten bis mäßigen Tempo gestiegen. Gleichzeitig sei das Preiswachstum laut der Umfrage in jedem Bezirk gleich geblieben oder habe sich verlangsamt. Mehrere Bezirke hätten eine erhöhte Unsicherheit bei den Aussichten für die Kraftstoffkosten aufgrund des Nahost-Konflikts festgestellt.
Fed-Gouverneurin Cook zum Handeln bereit bei ausbleibender Disinflation
Die Gouverneurin der US-Notenbank, Lisa Cook, hat erklärt, sie sei zum Handeln bereit, falls die Fed nicht bald Anzeichen einer Disinflation sehe. Auf einer Veranstaltung in Washington, D.C., sagte Cook, sie habe die Entscheidung des Ausschusses unterstützt, die Zinsen bei der Fed-Sitzung im vergangenen Monat stabil zu halten. Zölle und der Konflikt im Nahen Osten dürften nur zu kurzfristigen Inflationsanstiegen führen.
Trump neigt laut US-Offiziellen zu Ausweitung militärischer Operationen
US-Präsident Donald Trump neigt laut US-Offiziellen nach tagelangen Briefings durch Top-Berater zu einer Ausweitung der militärischen Operationen der USA im Iran. Die Optionen umfassen eine Verschärfung der Luftangriffe, die Entsendung von Bodentruppen zur Einnahme iranischer Inseln in der Nähe der Straße von Hormus sowie die Bombardierung einer befestigten Anlage, die für verdeckte nukleare Aktivitäten genutzt werden könnte. Trump hielt ein Treffen im Situation Room ab, um die mögliche Einnahme der Insel Kharg und weiterer Gebiete entlang der Straße von Hormus durch US-Truppen zu erörtern. Diskutiert wurde auch die mögliche Bombardierung eines Tunnelkomplexes am Pickaxe Mountain, einer mit dem Atomprogramm in Verbindung stehenden Anlage, die von den USA bislang noch nicht angegriffen wurde.
USA erheben Zölle von 25 Prozent auf bestimmte Waren aus Brasilien
Die USA belegen Brasilien mit weiteren Zöllen. Auf bestimmte Waren sollen Zölle von 25 Prozent fällig werden, wie das Büro des US-Handelsbeauftragen Jamieson Greer mitteilte. Das sei das Ergebnis einer Untersuchung der "unfairen Handelspraktiken" Brasiliens. Brasilianischer Kaffee und Rindfleisch sind von den Zöllen ausgenommen. "Brasiliens unfaire Handelspraktiken haben US-Arbeitern und -Produzenten den Zugang zu diesem wichtigen Markt mit über 210 Millionen Verbrauchern verwehrt", sagte Greer in einer Erklärung.
Britische Wirtschaft wächst leicht bei anhaltenden Sorgen um Iran
Die britische Wirtschaft ist im Mai dank eines robusten Dienstleistungssektors wieder gewachsen. Sie ist jedoch mit neuerlicher Unsicherheit und der Aussicht auf höhere Energiekosten konfrontiert, nachdem die USA und der Iran die Feindseligkeiten im Bereich der Straße von Hormus wieder aufgenommen haben. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 0,1 Prozent und erholte sich damit von einem Rückgang von 0,1 Prozent im April, wie das nationale Statistikamt (Office for National Statistics) am Donnerstag mitteilte. Von The Wall Street Journal in der vergangenen Woche befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 0,1 Prozent erwartet.
Chinas Politbüro-Sitzung im Juli wohl nächster wichtiger Impulsgeber
Die Juli-Sitzung des chinesischen Politbüros dürfte laut BofA Securities in einem Kommentar das nächste wichtige Ereignis für neue politische Impulse sein. "Das schwächer als erwartet ausgefallene BIP-Ergebnis des zweiten Quartals hat die Belastung durch die schleppende Binnennachfrage weiter verdeutlicht", so die Ökonomen. Sie verweisen darauf, dass das Wachstum der Anlageinvestitionen im Juni im Jahresvergleich um 10,0 Prozent geschrumpft sei, was eine breit angelegte Schwäche in allen wichtigen Sektoren wie Infrastruktur, verarbeitendes Gewerbe und Immobilieninvestitionen widerspiegele.
Taiwans BIP-Wachstum dürfte bis 3Q robust bleiben
Taiwan dürfte bis ins dritte Quartal ein überdurchschnittliches BIP-Wachstum beibehalten, bevor sich die Aktivität ab dem vierten Quartal normalisiere, schreibt die DBS-Ökonomin Ma Tieying in einer Research Note. DBS prognostiziert, dass das Wachstum der Insel im dritten Quartal bei rund 10 Prozent im Jahresvergleich bleiben werde, bevor es sich ab dem vierten Quartal auf ein nachhaltigeres Tempo von rund 4 Prozent abschwäche. Ma merkt an, dass sich Taiwans Exporte einem zyklischen Höhepunkt genähert hätten. Die Exporte in die USA, die eng mit der KI-Nachfrage verbunden seien, zeigten deutliche Anzeichen einer Abkühlung, während stärkere Lieferungen an die ASEAN-Volkswirtschaften dies teilweise ausgeglichen hätten.
Bank of Korea hebt Zinsen erstmals seit 2023 an
Südkoreas Zentralbank hat zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren ihren Leitzins angehoben und schließt sich damit anderen Zentralbanken weltweit an. Diese straffen ihre Geldpolitik, um dem Inflationsdruck entgegenzuwirken, der durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran angeheizt wird. Die Bank of Korea erhöhte am Donnerstag ihren wichtigen siebentägigen Reposatz um einen Viertelprozentpunkt auf 2,75 Prozent. Die letzte Zinserhöhung hatte sie im Januar 2023 vorgenommen. Die Zentralbank hatte den Zinssatz seit Mai 2025 bei 2,50 Prozent gehalten. Damals hatte sie ihre letzte Zinssenkung vorgenommen und einen im Oktober 2024 begonnenen Lockerungszyklus unterbrochen.
Bank of Korea öffnet Tür für zweite Straffung in Folge
Die Pressekonferenz des Gouverneurs der Bank of Korea, Shin Hyun-song, nach der Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte durch die Zentralbank habe ein "indirektes Signal" enthalten, dass die Zentralbank für eine weitere Straffung im August offen bleibe, schreibt der Stratege der Societe Generale, Kiyong Seong, in einer Research Note. Obwohl die Pressekonferenz von Gouverneur Shin als "genuinely hawkish" angesehen werde, scheine der Markt auf ein noch hawkish-eres Ergebnis eingestellt gewesen zu sein - entweder eine Anhebung um 50 Basispunkte oder eine wesentlich stärkere hawkish-Rhetorik, schreibt der Stratege.
DJG/DJN/apo
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July 16, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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