Köln (ots) -
Mitten in der Ferienzeit sind viele Reiserouten stark belastet. Deshalb verlegen manche Autofahrer die Fahrt in die Abend- oder Nachtstunden. Das kann für weniger Verkehr und angenehmere Temperaturen sorgen, stellt aber zugleich besondere Anforderungen an Konzentration und Aufmerksamkeit. Der ACV Automobil-Club Verkehr klärt die wichtigsten Fragen rund um Vorbereitung, Abfahrtszeit, Müdigkeit, Pausen und Fahrten mit Kindern.
Was spricht für und gegen eine Nachtfahrt?
Eine Nachtfahrt in den Urlaub kann viele Vorteile haben. Auf den Autobahnen lassen sich häufig der Berufsverkehr und in den Ferien auch Staus vermeiden. Gerade im Sommer können die kühleren Temperaturen die Fahrt angenehmer machen. Außerdem schlafen Kinder auf längeren Fahrten häufig schneller ein und viele Urlauber erreichen ihr Ziel bereits am Morgen.
Ganz so einfach ist es trotzdem nicht. Bei Dunkelheit werden Baustellen, Stauenden, Wild oder schlecht beleuchtete Fahrzeuge oft später erkannt. Gleichzeitig ist der Körper nachts eigentlich auf Ruhe eingestellt und nicht auf stundenlange Konzentration am Steuer. Wer müde losfährt oder nach einem langen Tag schnell noch "Kilometer machen" möchte, riskiert Konzentrationsfehler, längere Reaktionszeiten und im schlimmsten Fall Sekundenschlaf.
Wie lässt sich eine Nachtfahrt vorbereiten?
Für eine entspannte Nachtfahrt zählt nicht nur, wann die Fahrt beginnt, sondern auch, wie der Abend davor verläuft. Wer kurz vor der Abfahrt noch Koffer packt, Dokumente zusammensucht oder das Auto beladen muss, startet häufig bereits gestresst in die Nacht. Deutlich entspannter wird es, wenn diese Aufgaben vorher erledigt sind:
- Gepäck und Reisedokumente bereitlegen
- Auto in Ruhe beladen und schweres Gepäck sicher verstauen
- Route und Stopps für Vignettenkauf, Tanken oder Laden heraussuchen
- Auto volltanken oder laden und den Reifendruck prüfen
- Beleuchtung kontrollieren sowie Scheiben und Brille reinigen
- Sonnenbrille für die Morgensonne sowie eine Jacke für Pausen griffbereit halten
Das Navigationssystem sollte bereits vor dem Losfahren eingestellt sein, idealerweise mit der ersten Pause als Zwischenstopp. Wer zusätzlich ein bis zwei geeignete Rastplätze oder Autohöfe entlang der Route markiert, muss unterwegs nicht mühsam nach einer geeigneten Gelegenheit suchen. Das ist praktisch für eine Toilettenpause, einen Snack oder einige Minuten an der frischen Luft.
Vor der Nachtfahrt schlafen oder durchmachen?
Die klare Antwort lautet: vorher schlafen. Eine Nacht vor der Urlaubsfahrt durchzumachen, ist keine gute Idee, auch wenn die Vorfreude groß ist und vermeintlich nur noch die Fahrt bevorsteht. Müdigkeit verschlechtert die Konzentration, verlängert die Reaktionszeit und erhöht das Risiko für Sekundenschlaf.
Studien zeigen, dass starker Schlafmangel die Fahrtüchtigkeit ähnlich stark beeinträchtigen kann wie Alkohol. Als grober Richtwert gilt: Bereits nach rund 17 Stunden ohne Schlaf können Leistungseinbußen auftreten, die mit etwa 0,5 Promille vergleichbar sind. Nach rund 22 Stunden ohne Schlaf kann die Beeinträchtigung einem Niveau von etwa 1,0 Promille entsprechen.
Besser ist eine geplante Schlafphase vor der Abfahrt. Das muss nicht zwingend eine ganze Nacht sein. Auch einige Stunden Schlaf am Abend oder Nachmittag helfen mehr, als vollständig auf Schlaf zu verzichten. Wenn zwei Erwachsene fahren können, sollte der Fahrerwechsel vorher abgesprochen werden. So kann sich die zweite Person darauf einstellen und ebenfalls ausgeruht das Steuer übernehmen.
Welche Abfahrtszeit ist am günstigsten?
Die ideale Abfahrtszeit hängt vor allem vom eigenen Schlafrhythmus ab. Entscheidend ist weniger die konkrete Uhrzeit als die Frage, wann ein wirklich ausgeruhter Start möglich ist.
Ein Start in den frühen Morgenstunden kann sinnvoll sein, allerdings nur, wenn vorher ausreichend geschlafen wurde. Dann lassen sich häufig bereits viele Kilometer zurücklegen, bevor der Berufsverkehr oder Ferienreiseverkehr richtig einsetzt. Gleichzeitig fällt dieser Start in die zweite Nachthälfte, in der die innere Uhr bei vielen Menschen noch auf Schlaf eingestellt ist. Die erste Pause sollte deshalb bewusst früh eingelegt werden.
Eine Abfahrt am späten Abend ist nur dann eine gute Idee, wenn der Tag ruhig war und vorher noch Schlaf möglich war. Wer seit dem Morgen wach ist, gearbeitet, gepackt und möglicherweise noch hektisch zu Abend gegessen hat, sollte nicht mehr zu einer langen Nachtfahrt aufbrechen. In diesem Fall beginnt die Fahrt bereits mit wachsendem Schlafdruck und führt ausgerechnet in die zweite Nachthälfte hinein, in der Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit ohnehin nachlassen können.
Unabhängig von der Abfahrtszeit gilt: Entscheidend ist, ausgeruht zu starten, keine zu langen Etappen am Stück zu fahren und sich möglichst am Steuer abzuwechseln. Das gilt auch dann, wenn die Straße leer ist und die Fahrt gut vorangeht.
Woran lässt sich Müdigkeit erkennen?
Müdigkeit kommt selten plötzlich. Meist kündigt sie sich an, allerdings werden die ersten Anzeichen häufig ignoriert. "Bis zum nächsten Rastplatz geht es noch." Oder: "Nur noch 40 Kilometer, dann machen wir Pause." Solche Gedanken kennen viele Menschen, die nachts in den Urlaub fahren. Sie sind häufig ein Warnsignal dafür, dass die Müdigkeit die Aufmerksamkeit bereits beeinträchtigt.
Typische Anzeichen für Müdigkeit sind:
- häufiges Gähnen, schwere Augenlider oder ständiges Blinzeln
- brennende Augen, Frösteln oder innere Unruhe
- Tunnelblick oder nachlassende Aufmerksamkeit
- verpasste Schilder, Ausfahrten oder Tempolimits
- Schwierigkeiten, die Spur sauber zu halten
- das Gefühl, sich an die letzten Kilometer kaum erinnern zu können
Wer solche Signale bei sich bemerkt, sollte nicht versuchen, weiter durchzuhalten, sondern direkt den nächsten Parkplatz ansteuern. Sekundenschlaf kann bei Müdigkeit plötzlich einsetzen, ohne dass dies selbst richtig bemerkt wird. Für wenige Sekunden besteht praktisch keine Fahrtüchtigkeit mehr, auch wenn die Augen nicht bewusst zufallen.
Bei 100 km/h reichen zwei Sekunden aus, um mehr als 50 Meter im Blindflug zurückzulegen. Das genügt, um von der Fahrbahn abzukommen, gegen die Leitplanke zu prallen oder ein Stauende, eine Baustelle oder Wild zu spät zu erkennen.
Was hilft gegen Müdigkeit während der Fahrt?
Die beste Reaktion auf Müdigkeit ist eine echte Pause. Sobald erste Anzeichen auftreten, sollte der nächste sichere Parkplatz oder Rastplatz angesteuert werden. Einige Minuten zügiges Gehen, Strecken, Schulterkreisen oder lockeres Ausschütteln von Armen und Beinen helfen dabei, wieder wacher zu werden. Bei Müdigkeit ist ein Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten häufig noch wirksamer.
Wer Kaffee gut verträgt, kann ihn direkt vor dem kurzen Schlaf trinken. Koffein wirkt nicht sofort, sondern zeitverzögert und kann das Wachwerden nach dem Powernap erleichtern. Kaffee ersetzt Schlaf jedoch nicht.
Tricks wie laute Musik, offene Fenster oder Kaugummi helfen höchstens kurzfristig. Die Müdigkeit verschwindet dadurch nicht.
Die eigene Müdigkeit wird von anderen Personen im Fahrzeug häufig früher bemerkt als vom Fahrer selbst. Deshalb hilft es, den Fahrerwechsel bereits vor der Fahrt grob abzusprechen. Auch der Beifahrer sollte aufmerksam bleiben: Wird der Fahrer ungewöhnlich ruhig, gähnt häufig oder wirkt unkonzentriert, ist es Zeit für eine Pause.
Was ist bei einer Nachtfahrt mit Kindern wichtig?
Mit Kindern kann eine Nachtfahrt gut funktionieren. Viele Kinder schlafen im dunklen Auto schnell ein, besonders wenn sie bequem angezogen sind und vertraute Dinge dabeihaben. Gerade für Kinder, die schnell unter Reiseübelkeit leiden, kann eine Nachtfahrt angenehmer sein, weil sie einen großen Teil der Strecke verschlafen.
Doch auch wenn viele Eltern froh sind, wenn ihre Kinder während der Fahrt ruhig schlafen, sollten besonders bei Fahrten mit Babys regelmäßige Pausen eingeplant werden. Empfohlen wird, spätestens nach etwa zwei Stunden Fahrt eine Pause einzulegen, da ein längerer Aufenthalt in der Babyschale belastend sein kann. Das gilt auch für Fahrten am Tag.
Auch bei älteren Kindern sollten Eltern auf die Schlafposition achten. Wenn sich die Muskeln im Tiefschlaf entspannen, kippt der Kopf häufig nach vorne oder die Kinder rutschen tief in den Sitz. Das kann zu Nackenschmerzen führen und dazu, dass der Sicherheitsgurt nicht mehr optimal anliegt. Verfügt der Kindersitz über eine Ruheposition, sollte diese bereits vor der Abfahrt eingestellt werden. Ein passendes Schlaf- oder Nackenkissen kann zusätzlich unterstützen, sofern es den Gurtverlauf nicht beeinträchtigt.
Unabhängig vom Alter der Kinder lohnt es sich, auch auf Wachphasen gut vorbereitet zu sein und alles Wichtige griffbereit zu haben. Wer nachts auf dem Beifahrersitz lange nach dem Kuscheltier, der Trinkflasche oder Snacks suchen muss, sorgt schnell für Unruhe im Auto.
Hilfreich für Familien sind:
- Decke, Kuscheltier und Kissen für eine möglichst bequeme Schlafposition
- Trinkflasche, leichte Snacks und Feuchttücher griffbereit verstauen
- Hörspiele, Bücher oder ruhige Beschäftigungen für Wachphasen
- Kindersitz vor der Abfahrt korrekt einstellen und den Sitz der Gurte kontrollieren
- regelmäßige Pausen, besonders mit Babys
- sichere und gut beleuchtete Rastplätze für Pausen auswählen
Für Wachphasen sind Hörspiele, Bücher oder ruhige Spiele häufig besser geeignet als lange Bildschirmzeiten. Helle Displays können Kinder wieder wacher machen, besonders wenn sie längere Zeit auf ein Tablet oder Smartphone schauen. Werden Bildschirme dennoch zur Beschäftigung genutzt, sollte die Helligkeit möglichst weit reduziert werden.
Gleichzeitig gilt: Schlafende Kinder auf der Rückbank sind kein Grund, die Strecke ohne Pause durchzufahren. Auch der Fahrer braucht regelmäßige Erholung.
Pressekontakt:
Philipp Mathey
Pressesprecher
An der Wachsfabrik 5
50996 Köln
Telefon: +49 2236 94 98 104
E-Mail: mathey@acv.de
www.acv.de
Original-Content von: ACV Automobil-Club Verkehr, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/116025/6315668
Mitten in der Ferienzeit sind viele Reiserouten stark belastet. Deshalb verlegen manche Autofahrer die Fahrt in die Abend- oder Nachtstunden. Das kann für weniger Verkehr und angenehmere Temperaturen sorgen, stellt aber zugleich besondere Anforderungen an Konzentration und Aufmerksamkeit. Der ACV Automobil-Club Verkehr klärt die wichtigsten Fragen rund um Vorbereitung, Abfahrtszeit, Müdigkeit, Pausen und Fahrten mit Kindern.
Was spricht für und gegen eine Nachtfahrt?
Eine Nachtfahrt in den Urlaub kann viele Vorteile haben. Auf den Autobahnen lassen sich häufig der Berufsverkehr und in den Ferien auch Staus vermeiden. Gerade im Sommer können die kühleren Temperaturen die Fahrt angenehmer machen. Außerdem schlafen Kinder auf längeren Fahrten häufig schneller ein und viele Urlauber erreichen ihr Ziel bereits am Morgen.
Ganz so einfach ist es trotzdem nicht. Bei Dunkelheit werden Baustellen, Stauenden, Wild oder schlecht beleuchtete Fahrzeuge oft später erkannt. Gleichzeitig ist der Körper nachts eigentlich auf Ruhe eingestellt und nicht auf stundenlange Konzentration am Steuer. Wer müde losfährt oder nach einem langen Tag schnell noch "Kilometer machen" möchte, riskiert Konzentrationsfehler, längere Reaktionszeiten und im schlimmsten Fall Sekundenschlaf.
Wie lässt sich eine Nachtfahrt vorbereiten?
Für eine entspannte Nachtfahrt zählt nicht nur, wann die Fahrt beginnt, sondern auch, wie der Abend davor verläuft. Wer kurz vor der Abfahrt noch Koffer packt, Dokumente zusammensucht oder das Auto beladen muss, startet häufig bereits gestresst in die Nacht. Deutlich entspannter wird es, wenn diese Aufgaben vorher erledigt sind:
- Gepäck und Reisedokumente bereitlegen
- Auto in Ruhe beladen und schweres Gepäck sicher verstauen
- Route und Stopps für Vignettenkauf, Tanken oder Laden heraussuchen
- Auto volltanken oder laden und den Reifendruck prüfen
- Beleuchtung kontrollieren sowie Scheiben und Brille reinigen
- Sonnenbrille für die Morgensonne sowie eine Jacke für Pausen griffbereit halten
Das Navigationssystem sollte bereits vor dem Losfahren eingestellt sein, idealerweise mit der ersten Pause als Zwischenstopp. Wer zusätzlich ein bis zwei geeignete Rastplätze oder Autohöfe entlang der Route markiert, muss unterwegs nicht mühsam nach einer geeigneten Gelegenheit suchen. Das ist praktisch für eine Toilettenpause, einen Snack oder einige Minuten an der frischen Luft.
Vor der Nachtfahrt schlafen oder durchmachen?
Die klare Antwort lautet: vorher schlafen. Eine Nacht vor der Urlaubsfahrt durchzumachen, ist keine gute Idee, auch wenn die Vorfreude groß ist und vermeintlich nur noch die Fahrt bevorsteht. Müdigkeit verschlechtert die Konzentration, verlängert die Reaktionszeit und erhöht das Risiko für Sekundenschlaf.
Studien zeigen, dass starker Schlafmangel die Fahrtüchtigkeit ähnlich stark beeinträchtigen kann wie Alkohol. Als grober Richtwert gilt: Bereits nach rund 17 Stunden ohne Schlaf können Leistungseinbußen auftreten, die mit etwa 0,5 Promille vergleichbar sind. Nach rund 22 Stunden ohne Schlaf kann die Beeinträchtigung einem Niveau von etwa 1,0 Promille entsprechen.
Besser ist eine geplante Schlafphase vor der Abfahrt. Das muss nicht zwingend eine ganze Nacht sein. Auch einige Stunden Schlaf am Abend oder Nachmittag helfen mehr, als vollständig auf Schlaf zu verzichten. Wenn zwei Erwachsene fahren können, sollte der Fahrerwechsel vorher abgesprochen werden. So kann sich die zweite Person darauf einstellen und ebenfalls ausgeruht das Steuer übernehmen.
Welche Abfahrtszeit ist am günstigsten?
Die ideale Abfahrtszeit hängt vor allem vom eigenen Schlafrhythmus ab. Entscheidend ist weniger die konkrete Uhrzeit als die Frage, wann ein wirklich ausgeruhter Start möglich ist.
Ein Start in den frühen Morgenstunden kann sinnvoll sein, allerdings nur, wenn vorher ausreichend geschlafen wurde. Dann lassen sich häufig bereits viele Kilometer zurücklegen, bevor der Berufsverkehr oder Ferienreiseverkehr richtig einsetzt. Gleichzeitig fällt dieser Start in die zweite Nachthälfte, in der die innere Uhr bei vielen Menschen noch auf Schlaf eingestellt ist. Die erste Pause sollte deshalb bewusst früh eingelegt werden.
Eine Abfahrt am späten Abend ist nur dann eine gute Idee, wenn der Tag ruhig war und vorher noch Schlaf möglich war. Wer seit dem Morgen wach ist, gearbeitet, gepackt und möglicherweise noch hektisch zu Abend gegessen hat, sollte nicht mehr zu einer langen Nachtfahrt aufbrechen. In diesem Fall beginnt die Fahrt bereits mit wachsendem Schlafdruck und führt ausgerechnet in die zweite Nachthälfte hinein, in der Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit ohnehin nachlassen können.
Unabhängig von der Abfahrtszeit gilt: Entscheidend ist, ausgeruht zu starten, keine zu langen Etappen am Stück zu fahren und sich möglichst am Steuer abzuwechseln. Das gilt auch dann, wenn die Straße leer ist und die Fahrt gut vorangeht.
Woran lässt sich Müdigkeit erkennen?
Müdigkeit kommt selten plötzlich. Meist kündigt sie sich an, allerdings werden die ersten Anzeichen häufig ignoriert. "Bis zum nächsten Rastplatz geht es noch." Oder: "Nur noch 40 Kilometer, dann machen wir Pause." Solche Gedanken kennen viele Menschen, die nachts in den Urlaub fahren. Sie sind häufig ein Warnsignal dafür, dass die Müdigkeit die Aufmerksamkeit bereits beeinträchtigt.
Typische Anzeichen für Müdigkeit sind:
- häufiges Gähnen, schwere Augenlider oder ständiges Blinzeln
- brennende Augen, Frösteln oder innere Unruhe
- Tunnelblick oder nachlassende Aufmerksamkeit
- verpasste Schilder, Ausfahrten oder Tempolimits
- Schwierigkeiten, die Spur sauber zu halten
- das Gefühl, sich an die letzten Kilometer kaum erinnern zu können
Wer solche Signale bei sich bemerkt, sollte nicht versuchen, weiter durchzuhalten, sondern direkt den nächsten Parkplatz ansteuern. Sekundenschlaf kann bei Müdigkeit plötzlich einsetzen, ohne dass dies selbst richtig bemerkt wird. Für wenige Sekunden besteht praktisch keine Fahrtüchtigkeit mehr, auch wenn die Augen nicht bewusst zufallen.
Bei 100 km/h reichen zwei Sekunden aus, um mehr als 50 Meter im Blindflug zurückzulegen. Das genügt, um von der Fahrbahn abzukommen, gegen die Leitplanke zu prallen oder ein Stauende, eine Baustelle oder Wild zu spät zu erkennen.
Was hilft gegen Müdigkeit während der Fahrt?
Die beste Reaktion auf Müdigkeit ist eine echte Pause. Sobald erste Anzeichen auftreten, sollte der nächste sichere Parkplatz oder Rastplatz angesteuert werden. Einige Minuten zügiges Gehen, Strecken, Schulterkreisen oder lockeres Ausschütteln von Armen und Beinen helfen dabei, wieder wacher zu werden. Bei Müdigkeit ist ein Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten häufig noch wirksamer.
Wer Kaffee gut verträgt, kann ihn direkt vor dem kurzen Schlaf trinken. Koffein wirkt nicht sofort, sondern zeitverzögert und kann das Wachwerden nach dem Powernap erleichtern. Kaffee ersetzt Schlaf jedoch nicht.
Tricks wie laute Musik, offene Fenster oder Kaugummi helfen höchstens kurzfristig. Die Müdigkeit verschwindet dadurch nicht.
Die eigene Müdigkeit wird von anderen Personen im Fahrzeug häufig früher bemerkt als vom Fahrer selbst. Deshalb hilft es, den Fahrerwechsel bereits vor der Fahrt grob abzusprechen. Auch der Beifahrer sollte aufmerksam bleiben: Wird der Fahrer ungewöhnlich ruhig, gähnt häufig oder wirkt unkonzentriert, ist es Zeit für eine Pause.
Was ist bei einer Nachtfahrt mit Kindern wichtig?
Mit Kindern kann eine Nachtfahrt gut funktionieren. Viele Kinder schlafen im dunklen Auto schnell ein, besonders wenn sie bequem angezogen sind und vertraute Dinge dabeihaben. Gerade für Kinder, die schnell unter Reiseübelkeit leiden, kann eine Nachtfahrt angenehmer sein, weil sie einen großen Teil der Strecke verschlafen.
Doch auch wenn viele Eltern froh sind, wenn ihre Kinder während der Fahrt ruhig schlafen, sollten besonders bei Fahrten mit Babys regelmäßige Pausen eingeplant werden. Empfohlen wird, spätestens nach etwa zwei Stunden Fahrt eine Pause einzulegen, da ein längerer Aufenthalt in der Babyschale belastend sein kann. Das gilt auch für Fahrten am Tag.
Auch bei älteren Kindern sollten Eltern auf die Schlafposition achten. Wenn sich die Muskeln im Tiefschlaf entspannen, kippt der Kopf häufig nach vorne oder die Kinder rutschen tief in den Sitz. Das kann zu Nackenschmerzen führen und dazu, dass der Sicherheitsgurt nicht mehr optimal anliegt. Verfügt der Kindersitz über eine Ruheposition, sollte diese bereits vor der Abfahrt eingestellt werden. Ein passendes Schlaf- oder Nackenkissen kann zusätzlich unterstützen, sofern es den Gurtverlauf nicht beeinträchtigt.
Unabhängig vom Alter der Kinder lohnt es sich, auch auf Wachphasen gut vorbereitet zu sein und alles Wichtige griffbereit zu haben. Wer nachts auf dem Beifahrersitz lange nach dem Kuscheltier, der Trinkflasche oder Snacks suchen muss, sorgt schnell für Unruhe im Auto.
Hilfreich für Familien sind:
- Decke, Kuscheltier und Kissen für eine möglichst bequeme Schlafposition
- Trinkflasche, leichte Snacks und Feuchttücher griffbereit verstauen
- Hörspiele, Bücher oder ruhige Beschäftigungen für Wachphasen
- Kindersitz vor der Abfahrt korrekt einstellen und den Sitz der Gurte kontrollieren
- regelmäßige Pausen, besonders mit Babys
- sichere und gut beleuchtete Rastplätze für Pausen auswählen
Für Wachphasen sind Hörspiele, Bücher oder ruhige Spiele häufig besser geeignet als lange Bildschirmzeiten. Helle Displays können Kinder wieder wacher machen, besonders wenn sie längere Zeit auf ein Tablet oder Smartphone schauen. Werden Bildschirme dennoch zur Beschäftigung genutzt, sollte die Helligkeit möglichst weit reduziert werden.
Gleichzeitig gilt: Schlafende Kinder auf der Rückbank sind kein Grund, die Strecke ohne Pause durchzufahren. Auch der Fahrer braucht regelmäßige Erholung.
Pressekontakt:
Philipp Mathey
Pressesprecher
An der Wachsfabrik 5
50996 Köln
Telefon: +49 2236 94 98 104
E-Mail: mathey@acv.de
www.acv.de
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