Kassel (ots) -
Auf dem deutschen Soldaten- und Flüchtlingsfriedhof im dänischen Oksbøl eröffnet der Volksbund eine neue Dauerausstellung an einem besonderen Ort. Der kleine, im Wald gelegene Ort nahe Esbjerg ist eine einzigartige Kriegsgräberstätte. Auf den meisten Kriegsgräberstätten des Ersten und Zweiten Weltkrieges ruhen Soldaten. In Oksbøl liegen überwiegend Zivilisten. Frauen, Kinder, häufig Säuglinge und alte Menschen, deutsche Flüchtlinge aus den Ostgebieten des zusammenbrechenden Landes, die hier strandeten.
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem dänischen Museum "FLUGT - International Refugee Museum of Denmark" konzipiert. Vertreter des Volksbundes weihen diese offiziell am Freitag, 17. Juli, um 10.30 Uhr, ein. Für den Volksbund spricht die Historikerin Dr. Gundula Bavendamm aus dem Bundesvorstand.
Die deutsche Kriegsgräberstätte Oksbøl gehörte zum gleichnamigen Flüchtlingslager und wurde seit den 1960er Jahren durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. als dauerhafter Ruheort für die Kriegstoten des Lagers sowie für während der Besatzungszeit ums Leben gekommene deutsche Soldaten gestaltet.
Die Schicksale hinter den Gräbern
Die neue Dauerausstellung auf der Kriegsgräberstätte ergänzt die Angebote des Museums "FLUGT" und fokussiert die menschlichen Schicksale, die unter den Grabsteinen liegen. Exponate vermitteln an diesem Lernort eindrücklich, wie das Leben der deutschen Flüchtlinge im Lager Okbøl aussah.
Ob kunstvoll gebastelte Poesiealben oder ein geschnitzter Spielzeug-Bauernhof, der dem zurückgelassenen Hof in der Heimat nachempfunden wurde - neben diesen persönlichen Exponaten bietet die Ausstellung multimediale Inhalte auf Dänisch, Englisch und Deutsch, inklusiv und barrierefrei. Das ehemalige Friedhofsgebäude wurde zu einem modernen Pavillon umgebaut. Stege aus Cortenstahl an allen Gräberfeldern bieten Geh- und Sichtachsen sowie eine Verbindungslinie zum Museum, das sich in den ehemaligen Krankenhausbaracken des Flüchtlingslagers befindet.
Die Gestaltung der Landschaft und des Friedhofs erfolgte in den Jahren 2022 bis 2025 in Zusammenarbeit mit den Dresdner Agenturen kursiv | text-objekt-raum GmbH und QUERFELDEINS | Landschaft | Städtebau | Architektur.
Seit geraumer Zeit besteht eine Kooperation zwischen der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung aus Berlin, dem Volksbund und dem Museum FLUGT. Die ehemalige Direktorin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Dr. Gundula Bavendamm, die zugleich Mitglied des Bundesvorstandes des Volksbundes ist, stand der neuen Ausstellung als wissenschaftliche Patin zur Seite. Dänemark und das auch gegenwärtig sehr präsente Thema "Flucht und Vertreibung" bleiben in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der Gedenkortentwicklung und Bildungsarbeit des Volksbundes.
Historischer Hintergrund: Als im Winter 1944/1945 die Rote Armee erstmals in den deutschen Ostgebieten auf das Reichsgebiet vorstieß, entwickelte sich eine humanitäre Katastrophe. Während das NS-Regime weiterhin den Endsieg propagierte und Jugendliche und alte Männer für den Volkssturm rekrutierte, wurden geordnete Evakuierungen lange Zeit ausgeschlossen. Die immer näher rückende Front löste schließlich einen Massenexodus aus. Hunderttausende versuchten, sich über die zugefrorenen Haffe und in Häfen zu retten, um mit Schiffen vor der Sowjetarmee zu fliehen. Wegen des Krieges, der längst auch die deutschen Hafenstädte erreicht hatte, wurden etwa 250.000 Menschen nach Dänemark gebracht.
Nach Kriegsende war eine geordnete Rückkehr nach Deutschland zunächst nicht möglich, sodass die meisten Menschen erst mehrere Jahre später zurückkehren konnten. Die letzten deutschen Flüchtlinge verließen Dänemark am 15. Februar 1949, als sich die Teilung Deutschlands bereits abzeichnete.
Pressekontakt:
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
Pressesprecherin Diane Tempel-Bornett
+49561-7009-139
presse@volksbund.de
Original-Content von: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/18238/6315810
Auf dem deutschen Soldaten- und Flüchtlingsfriedhof im dänischen Oksbøl eröffnet der Volksbund eine neue Dauerausstellung an einem besonderen Ort. Der kleine, im Wald gelegene Ort nahe Esbjerg ist eine einzigartige Kriegsgräberstätte. Auf den meisten Kriegsgräberstätten des Ersten und Zweiten Weltkrieges ruhen Soldaten. In Oksbøl liegen überwiegend Zivilisten. Frauen, Kinder, häufig Säuglinge und alte Menschen, deutsche Flüchtlinge aus den Ostgebieten des zusammenbrechenden Landes, die hier strandeten.
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem dänischen Museum "FLUGT - International Refugee Museum of Denmark" konzipiert. Vertreter des Volksbundes weihen diese offiziell am Freitag, 17. Juli, um 10.30 Uhr, ein. Für den Volksbund spricht die Historikerin Dr. Gundula Bavendamm aus dem Bundesvorstand.
Die deutsche Kriegsgräberstätte Oksbøl gehörte zum gleichnamigen Flüchtlingslager und wurde seit den 1960er Jahren durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. als dauerhafter Ruheort für die Kriegstoten des Lagers sowie für während der Besatzungszeit ums Leben gekommene deutsche Soldaten gestaltet.
Die Schicksale hinter den Gräbern
Die neue Dauerausstellung auf der Kriegsgräberstätte ergänzt die Angebote des Museums "FLUGT" und fokussiert die menschlichen Schicksale, die unter den Grabsteinen liegen. Exponate vermitteln an diesem Lernort eindrücklich, wie das Leben der deutschen Flüchtlinge im Lager Okbøl aussah.
Ob kunstvoll gebastelte Poesiealben oder ein geschnitzter Spielzeug-Bauernhof, der dem zurückgelassenen Hof in der Heimat nachempfunden wurde - neben diesen persönlichen Exponaten bietet die Ausstellung multimediale Inhalte auf Dänisch, Englisch und Deutsch, inklusiv und barrierefrei. Das ehemalige Friedhofsgebäude wurde zu einem modernen Pavillon umgebaut. Stege aus Cortenstahl an allen Gräberfeldern bieten Geh- und Sichtachsen sowie eine Verbindungslinie zum Museum, das sich in den ehemaligen Krankenhausbaracken des Flüchtlingslagers befindet.
Die Gestaltung der Landschaft und des Friedhofs erfolgte in den Jahren 2022 bis 2025 in Zusammenarbeit mit den Dresdner Agenturen kursiv | text-objekt-raum GmbH und QUERFELDEINS | Landschaft | Städtebau | Architektur.
Seit geraumer Zeit besteht eine Kooperation zwischen der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung aus Berlin, dem Volksbund und dem Museum FLUGT. Die ehemalige Direktorin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Dr. Gundula Bavendamm, die zugleich Mitglied des Bundesvorstandes des Volksbundes ist, stand der neuen Ausstellung als wissenschaftliche Patin zur Seite. Dänemark und das auch gegenwärtig sehr präsente Thema "Flucht und Vertreibung" bleiben in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der Gedenkortentwicklung und Bildungsarbeit des Volksbundes.
Historischer Hintergrund: Als im Winter 1944/1945 die Rote Armee erstmals in den deutschen Ostgebieten auf das Reichsgebiet vorstieß, entwickelte sich eine humanitäre Katastrophe. Während das NS-Regime weiterhin den Endsieg propagierte und Jugendliche und alte Männer für den Volkssturm rekrutierte, wurden geordnete Evakuierungen lange Zeit ausgeschlossen. Die immer näher rückende Front löste schließlich einen Massenexodus aus. Hunderttausende versuchten, sich über die zugefrorenen Haffe und in Häfen zu retten, um mit Schiffen vor der Sowjetarmee zu fliehen. Wegen des Krieges, der längst auch die deutschen Hafenstädte erreicht hatte, wurden etwa 250.000 Menschen nach Dänemark gebracht.
Nach Kriegsende war eine geordnete Rückkehr nach Deutschland zunächst nicht möglich, sodass die meisten Menschen erst mehrere Jahre später zurückkehren konnten. Die letzten deutschen Flüchtlinge verließen Dänemark am 15. Februar 1949, als sich die Teilung Deutschlands bereits abzeichnete.
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