DJ Merck & Co erhält US-Zulassung für neuartige Cholesterin-Pille
Von Peter Loftus
DOW JONES--Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine neuartige Pille von Merck & Co zugelassen, die den Cholesterinspiegel stärker senken soll als eine alleinige Behandlung mit Statinen. Die Food and Drug Administration (FDA) erteilte dem Medikament Lipfendra die Zulassung zur Behandlung eines hohen Cholesterinspiegels, der ein Hauptrisikofaktor für Herzinfarkte und Schlaganfälle ist.
Die Zulassung basierte auf klinischen Studien, die zeigten, dass die einmal täglich einzunehmende Pille des US-Pharmakonzerns den Wert des "schlechten" LDL-Cholesterins bei Erwachsenen mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung oder entsprechendem Erkrankungsrisiko innerhalb von sechs Monaten um bis zu 60 Prozent senkte.
"Wir glauben, dass die Möglichkeit, LDL mit einer leicht einzunehmenden Pille deutlich über das hinaus zu senken, was man mit Statinen allein erreicht, die medizinische Versorgung in den USA wirklich verändern und einen der größten Killer bekämpfen kann", sagte Merck & Co-CEO Robert Davis.
Der Wirkstoff der Pille ist bereits seit mehreren Jahren als Injektion erhältlich, hat sich aufgrund seines hohen Preises jedoch zunächst nicht durchgesetzt. Diese Medikamente, zu denen auch Repatha des Biotechkonzerns Amgen gehört, zielen auf ein Protein namens PCSK9 ab, das die Fähigkeit des Körpers zum Abbau der "schlechte" Form des Cholesterins beeinträchtigt. Repatha erzielt mittlerweile einen Jahresumsatz von 3 Milliarden US-Dollar.
Merck hat eine Pillenversion eines PCSK9-Hemmers entwickelt, um eine bequemere Alternative zu den Injektionen anzubieten. Der Pharmakonzern führt zudem eine weitere Studie durch, um zu prüfen, ob die cholesterinsenkende Wirkung von Lipfendra auch Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugt. Das neue Medikament kann zusammen mit einem Statin eingenommen werden, einer älteren und weit verbreiteten Klasse von Cholesterinsenkern.
Das neue Medikament von Merck wird zu einem Listenpreis von 10,50 Dollar pro Pille und Tag bzw. 315 Dollar für einen 30-Tage-Vorrat erhältlich sein. Der Konzern geht jedoch davon aus, dass die Zuzahlungen für versicherte Patienten deutlich niedriger ausfallen werden.
Merck plant außerdem, Lipfendra zu einem ermäßigten Barpreis über die Regierungswebseite TrumpRx.gov anzubieten, die Rabatte auf bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente gewährt. Merck hat den Preis für TrumpRx noch nicht festgelegt.
Analysten erwarten, dass die neue Pille von Merck ein Verkaufsschlager sein wird, der in der Spitze einen Jahresumsatz von mehr als 5 Milliarden Dollar generieren könnte. Merck setzt auf neuere Medikamente wie Lipfendra, um Umsatzeinbußen auszugleichen, wenn sein Krebs-Blockbuster Keytruda in den nächsten Jahren Konkurrenz durch günstigere Nachahmerprodukte bekommt.
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July 16, 2026 07:18 ET (11:18 GMT)
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