DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Fed dürfte stillhalten - Inflation dürfte sich abschwächen
Pimco rechne weiterhin damit, dass sich die Inflation in der zweiten Jahreshälfte abschwächen und die Federal Reserve stillhalten werde, schreibt Tiffany Wilding in einer Research Note. "Jüngste Äußerungen deuten jedoch darauf hin, dass die Währungshüter die Märkte zunehmend auf die Möglichkeit einer erneuten Straffung vorbereiten, sollte die Inflation nicht wie erwartet nachlassen", so die Pimco-Ökonomin. Eine zusätzliche Straffung stärke die Glaubwürdigkeit der Fed bei der Inflationsbekämpfung und trage dazu bei, die langfristigen Inflationserwartungen zu verankern, meint sie. Eine glaubwürdige politische Reaktion könne letztlich die in längerfristigen Anleihen enthaltene Inflationsrisikoprämie senken und den Aufwärtsdruck auf die Renditen am langen Ende begrenzen, trotz der Straffung der Geldpolitik durch die Fed, meint sie.
Eurozone rutscht im Mai in Handelsdefizit
Die Eurozone ist im Mai in ein Handelsdefizit gerutscht, da die Energiepreise angesichts von Lieferunterbrechungen aufgrund des Krieges im Nahen Osten weiter stiegen. Das Defizit im internationalen Warenhandel des 21-Länder-Währungsraums belief sich in dem Monat auf 7,8 Milliarden Euro (8,94 Milliarden US-Dollar), verglichen mit einem Überschuss von 15,0 Milliarden Euro im Mai 2025, wie die Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mitteilte.
Britische Wirtschaft wächst leicht - Hohe Energiekosten belasten
Die britische Wirtschaft ist im Mai dank einer robusten Aktivität im Dienstleistungssektor wieder leicht gewachsen. Sie sieht sich jedoch mit neuerlicher Unsicherheit und der Aussicht auf höhere Energiekosten konfrontiert, da die USA und der Iran die Feindseligkeiten in der Straße von Hormus wieder aufgenommen haben. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 0,1 Prozent und erholte sich damit von einem Rückgang um 0,1 Prozent im April, wie das nationale Statistikamt (Office for National Statistics) am Donnerstag mitteilte. Von The Wall Street Journal letzte Woche befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,1 Prozent gerechnet.
Starmer übergibt seinem Nachfolger eine brummende Wirtschaft
Keir Starmer übergibt die britische Wirtschaft an seinen Nachfolger Andy Burnham in einer deutlich besseren Verfassung, schreibt Sanjay Raja von der Deutschen Bank in einem Kommentar. Das britische Bruttoinlandsprodukt ist im Monatsvergleich um 0,1 Prozent und auf Dreimonatssicht um 0,7 Prozent gewachsen. Es sei wahrscheinlich, dass Großbritannien beim Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal weiterhin an oder nahe der Spitze der G-7-Rangliste stehen werde, meint er. Mit Blick auf die Zukunft dürfte sich die Dynamik angesichts des anhaltenden Energieschocks durch den Iran-Krieg und der geopolitischen Unsicherheit etwas abschwächen.
Wirtschaftswachstum in Großbritannien schwer zu finden - Und ungleichmäßig
Die britischen Wachstumsdaten erzählen die Geschichte der Wirtschaft der letzten zwei Jahre, schreibt Thomas Watts von Julius Bär in einer Research Note. "Wachstum, aber hart erkämpft und ungleichmäßig verteilt." Das britische BIP sei im Mai um 0,1 Prozent gestiegen, was jedoch schmeichelhaft sei, meint er. Die Hauptlast sei vom Dienstleistungssektor getragen worden, der um 0,3 Prozent zugelegt habe, während die Industrieproduktion und das Baugewerbe geschrumpft seien. Das diene als Mahnung, dass das Vertrauen der Unternehmen fragil bleibe, auch wenn sich die Wirtschaft langsam vorwärts bewege, so Watts. Der Wachstumstrend sei jedoch freundlicher als die monatliche Momentaufnahme und sei in den drei Monaten bis Mai um 0,7 Prozent gestiegen.
Widerstandsfähiges Wachstum in GB könnte Aussicht auf BoE-Zinserhöhung erhöhen
Die britische Wirtschaft war im Mai um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gewachsen, nach einem Rückgang von 0,1 Prozent im April. Dies deute auf eine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit hin, schreibt Rob Wood von Pantheon Macroeconomics in einer Research Note. "Die Produktion steigt deutlich über die Annahmen des MPC, so dass sich die Unterauslastung, wenn überhaupt, nur langsam aufbaut", sagt er. Das Wachstum erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank of England in den kommenden Monaten die Zinsen anhebt, meint Wood. Die Märkte preisen eine Zinserhöhung der BOE um einen Viertelprozentpunkt im November vollständig ein, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
Energiemärkte anfällig - Ölvorräte schrumpfen
Schrumpfende Ölvorräte haben die globalen Märkte anfällig gemacht, so die kanadische Exportkreditagentur. Export Development Canada prognostiziert, dass die Ölpreise in diesem Jahr bei durchschnittlich rund 96 US-Dollar pro Barrel und im Jahr 2027 bei fast 84 US-Dollar pro Barrel liegen werden. Dies spiegele die anhaltende Unsicherheit und die Bemühungen wider, die erschöpften Lagerbestände als Puffer gegen zukünftige Zuspitzungen wieder aufzubauen. Stuart Bergman, Chefvolkswirt der EDC, sagt, die weltweit verstreuten Lagertanks seien zum "marginalen Produzenten" des Ölmarktes geworden. Vor der Krise angehäufte Lagerbestände und die Freigabe von Notreserven hätten zwar geholfen, die geringere Aktivität auszugleichen, dies sei aber auf Kosten von Lagerbeständen gegangen, die unter die saisonalen Normen gefallen seien, merkt Bergman an.
DJG/DJN/apo
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July 16, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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