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Nach einer fulminanten Rallye im vergangenen Jahr kämpfte Heidelberg Materials zuletzt mit anhaltenden Verlusten. Doch jetzt zeichnet sich endlich ein Boden ab.
Heidelberg Materials mit bislang zähem Börsenjahr
Für den Baustoffhersteller Heidelberg Materials war 2025 ein überaus erfolgreiches Börsenjahr. Das Unternehmen profitierte einerseits vom KI-Boom, denn für den Aus- und Aufbau von Rechenzentren braucht es entlang der kompletten Wertschöpfungskette gewaltige Mengen an Baumaterial. Gleichzeitig lahmt hierzulande zwar weiterhin die Wirtschaft, aber immerhin profitiert das Baugewerbe von den Sanierungsmaßnahmen bei der in die Jahre gekommenen Verkehrsinfrastruktur. Die Aktie legte dementsprechend kräftig zu.
In diesem Jahr hatte die Aktie dagegen mit Problemen zu kämpfen. Einerseits lag zwischenzeitlich eine unvernünftig hohe Unternehmensbewertung vor, gleichzeitig belastete der Iran-Krieg angesichts steigender Energiepreise, kletternder Zinserwartungen und Lieferkettenunterbrechungen das Sentiment gegenüber Heidelberg Materials. Auch der KI-Trade wird von Investoren zunehmen in Frage gestellt. Das führte zu einer monatelangen Kursflaute.
An dieser Ausgangslage hat sich vordergründig noch nicht viel verändert, das Papier handelt weiter lustlos und schiebt sich vor allem seitwärts voran. Doch bei den technischen Indikatoren hat sich zuletzt einiges getan. Das spricht dafür, dass sich das Kursgeschehen schon bald wieder beleben könnte.

Korrektur war unumgänglich, denn den Allzeithochs fehlte es an technischer Bestätigung ...
Seit dem Ende des letzten Bärenmarktes im Herbst 2022 befindet sich die Heidelberg-Materials-Aktie in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Dieser begann erst zaghaft, wurde dann aber rasch durch den KI-Trade beschleunigt. Gegenüber ihren Bärenmarkttiefs hat sich die Aktie so versechsfacht. Das ist für eine DAX-Aktie eine bemerkenswerte Leistung in vergleichsweise kurzer Zeit.
Auch im vergangenen Jahr ging es für die Aktie wie mit dem Lineal gezogen nach oben. Allerdings hatten die nach dem Jahreswechsel erzielten Rekordnotierungen ein technisches Problem, denn sie waren nicht durch die Indikatoren RSI und MACD bestätigt, die sich monatelang in Abwärtstrends befunden hatten. Diese bearishen Divergenzen entluden sich bei der Aktie in einer Korrektur, noch bevor der Iran-Krieg überhaupt ein Thema war.
Die charttechnische Ausgangslage verschlechterte sich damit rasch, denn Heidelberg Materials fiel unter die gleitenden Durchschnitte, die im März außerdem ein Death Cross und damit ein Verkaufssignal lieferten. Seither tritt die Aktie überwiegend auf der Stelle. An eine Rückeroberung der 200-Tage-Linie und die Wiederaufnahme des übergeordneten Aufwärtstrends war bislang nicht zu denken.
... doch der Wind beginnt, sich zu drehen: Dieser Boden sieht solide aus!
Trotz der Hängepartie in den zurückliegenden Wochen und Monaten haben sich die technischen Indikatoren RSI und MACD gut erholen können. Beide haben Aufwärtstrends etabliert, obwohl die Aktie vorwiegend seitwärts lief. Dadurch liegt im Relative-Stärke-Index jetzt ein neutrales Niveau vor. Der Trendstärkeindikator MACD notiert zwar noch knapp unter seiner Signallinie, was noch einen intakten Abwärtstrend anzeigt. Dich die Nulllinie ist erstens nicht weit entfernt, während zweitens die Signallinie bereits überwunden wurde. Der jüngste Verkaufsimpuls dürfte damit bereits beendet und die zaghafte Aufwärtstrendlinie dementsprechend behauptet sein.
Solange diese nicht nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) aufgegeben wird, dürften im Umfeld der verbesserten technischen Indikatoren die Chancen auf einen Sprung über den Widerstand bei 175 Euro und anschließend die 50-Tage-Linie die Abwärtsrisiken überwiegen. Die Rückeroberung der 50-Tage-Linie würde außerdem ein prozyklisches Kaufsignal bedeuten, wodurch Potenzial freigesetzt werden dürfte bis in den Widerstandsbereich zwischen 190 und 200 Euro, wo die Aktie zuletzt mehrfach scheiterte.
Dieser wird entscheidend für die Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends, da hier die nachrückende 200-Tage-Linie verläuft. Gelingen der Aktie erste Kaufsignale und weitere Verbesserung der technischen Indikatoren, stehen die Chancen für dieses Szenario gut - besser jedenfalls als bei den zuletzt erfolglosen Versuchen, als die Aufwärtstrends von RSI und MACD noch weniger stark etabliert waren. Sollte die flache Aufwärtstrendlinie jedoch durchbrochen werden, müssen sich Anlegerinnen und Anleger auf weitere Verluste bis mindestens 150 Euro einstellen.
Fazit: Auch die Unternehmensbewertung spricht jetzt für den Kauf der Aktie
Nicht nur aus technischer, sondern auch aus fundamentaler Perspektive haben die Erholungschancen zugenommen. Aktuell steht ein KGVe 2026 von 13,6 zu Buche. Das liegt zwar etwas über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 13,1, aber schon für das kommende Geschäftsjahr liegt der Erwartungswert laut MarketScreener mit 12,1 darunter. Die Aktie ist inzwischen also nicht mehr teuer. Darüber hinaus überzeugt Heidelberg Materials mit einem niedrigen EV/EBITDA-Verhältnis von 7,4 und einer Cashflow-Rendite von 6,5. Aus der kann auch die voraussichtlich auf 2,2 Prozent steigende Dividendenrendite bezahlt werden. Da in den kommenden Jahren mit hohem Gewinnwachstum gerechnet wird, liegt das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis mit 0,8 und 0,9 für 2026 und 2027 unter dem Wert von 1, der bereits als günstig gilt. Das spricht für ein attraktives Gesamtpaket.
Anlegerinnen und Anleger, welche bislang gezögert haben, die Aktie zu kaufen oder ihre Positionen aufzustocken, können das jetzt tun. Der charttechnische Boden wirkt zunehmend solide, während die Bewertung wieder ein moderates Niveau erreicht hat. Verlustaverse Investoren setzen ein Stopp-Limit unterhalb der Aufwärtstrendlinie und kaufen gegebenenfalls bei 150 Euro nach.
Gastautor: Max Gross
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