DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
HITZEKOSTEN - Die Hitzewelle im Juni hat die deutsche Wirtschaft nach Handelsblatt-Informationen deutlich stärker belastet als bislang bekannt. Einer exklusiven Berechnung des Beratungsunternehmens Prognos für das Handelsblatt zufolge kostete die zweiwöchige Hitzeperiode die deutsche Wirtschaft mindestens 6,3 Milliarden Euro. Den größten Anteil trug das verarbeitende Gewerbe mit rund 1,9 Milliarden Euro, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Handel. Die Analyse beziffert erstmals die volkswirtschaftlichen Schäden einer kurzen Hitzeperiode für einzelne Branchen. Nach Angaben von Prognos entstehen 97 Prozent der Schäden durch sinkende Produktivität der Beschäftigten, nicht durch Maschinenausfälle oder Lieferkettenprobleme. (Handelsblatt)
KOHLEAUSSTIEG - Der Chef des Chemiekonzerns Evonik fordert, den für 2030 in Nordrhein-Westfalen geplanten Kohleausstieg zu verschieben. "Den Kohleausstieg 2030 sehe ich nicht. Wir haben nicht genug Gaskraftwerke, um die Versorgung zu sichern. Wir haben eine Netzinfrastruktur wie in Albanien, und es gibt weit und breit keinen bezahlbaren Wasserstoff", sagte Christian Kullmann der Rheinischen Post. Eine Verlängerung für die Kohle sei im Interesse der Industrie. Bis zum 15. August 2026 muss der Bund entscheiden, ob es beim Ausstieg 2030 in NRW bleibt oder die Kohlekraftwerke länger laufen. Zugleich fordert der Evonik-Chef, das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland von 2045 auf 2050 zu verschieben: "Das wäre sinnvoll, um unsere Industrie nicht weiter zu benachteiligen", sagte er. (Rheinische Post)
RUSSLAND-SANKTIONEN - Griechenland blockiert eine neue Runde von Russland-Sanktionen. Die geplanten Sanktionen, die den Transport von russischem Flüssiggas (LNG) an Drittländer untersagen würden, würde Dynagas, die auf Russland-Transporte spezialisierte Reederei des Tycoons George Prokopiou, "ruinieren". Das habe Athens Botschafter in Brüssel seinen Kollegen mitgeteilt, berichtet die Financial Times. (Financial Times)
ZUCKERSTEUER - Die geplante Zuckersteuer soll nach Angaben von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) im kommenden Jahr rund 650 Millionen Euro einbringen und auf zuckergesüßte Getränke erhoben werden. "Die Details werden wir zusammen mit dem Finanzministerium vereinbaren und uns dabei nach den Expertenvorschlägen der von mir eingesetzten Finanzkommission Gesundheit richten", sagte Warken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Obwohl nun eine Steuer statt einer Abgabe vereinbart sei, kämen die Mehreinnahmen den Versicherten zugute. "Im Sparpaket ist festgelegt, dass die Krankenversicherung im Gegenzug mehr Steuermittel erhält", betonte sie. Die Kommission hatte einen gestaffelten Zuschlag empfohlen. Konkret soll bei Getränken mit einem Zuckergehalt zwischen 5 und 8 Gramm je 100 Milliliter ab 2027 ein Satz von 26 Cent je Liter fällig werden. Über 8 Gramm je Milliliter sollen 32 Cent gelten. Eine 1,5-Liter-Flasche Coca Cola würde damit um knapp 60 Cent teurer - sollte das Unternehmen den Zuckergehalt nicht senken. (RND)
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July 17, 2026 00:28 ET (04:28 GMT)
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