DJ PRESSESPIEGEL/Unternehmen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
VW - Das Land Niedersachsen prüft verschiedene Modelle für einen Einstieg beim Osnabrücker Werk des Volkswagen-Konzerns, um eine Nutzung der Fertigungsstätte durch den israelischen Rüstungskonzern Rafael zu ermöglichen. Das erfuhr das Handelsblatt von mit den Gesprächen vertrauten Insidern. Rafael würde im Osnabrücker VW-Werk gerne Komponenten für das Luftverteidigungssystem Iron Dome bauen, doch das Emirat Katar als VW-Großaktionär lehnt ein Joint Venture ab. Nun gebe es Überlegungen, den Standort in zwei Gesellschaften aufzuteilen. Eine Gesellschaft würde die Liegenschaften einschließlich der Gebäude sowie Teile der Belegschaft bündeln. An ihr soll Volkswagen weiterhin beteiligt bleiben, Rafael dagegen nicht. Eine zweite Gesellschaft wäre dann für die eigentliche Produktion der Iron-Dome-Komponenten zuständig. An dieser operativen Einheit könnte sich neben Rafael auch ein Finanzinvestor beteiligen. In diesem Zusammenhang wird auch über ein Engagement des Landes Niedersachsen diskutiert. (Handelsblatt)
VW - VW hat offenbar eine Kandidatin für den Personalvorstand gefunden. Doch der Machtkampf zwischen Arbeitnehmern und Eigentümern hat inzwischen selbst auf Personalentscheidungen Auswirkungen. Wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen dem Handelsblatt berichten, hatten sich die maßgeblichen Akteure im Aufsichtsrat im Vorfeld der Sitzung am 9. Juli bereits auf eine Kandidatin verständigt. Demnach sollte Erika Rasch den Posten übernehmen. Die Managerin verantwortet bei Bosch Personal- und Kulturthemen auf Konzernebene und gilt intern als erfahren in der Industrie. Doch am Ende verließen die Aufsichtsräte Wolfsburg ohne Beschluss. Grund war - einmal mehr - Streit zwischen Arbeitnehmer- und Eigentümerseite. Ein Sprecher des Aufsichtsrats von VW wollte die Informationen nicht kommentieren. Von Bosch hieß es: "Wir bitten um Verständnis, dass wir Personalangelegenheiten grundsätzlich nicht kommentieren." (Handelsblatt)
PORSCHE - Der Umbau an der Spitze von Porsche geht weiter. Produktionsvorstand Albrecht Reimold soll den Sportwagenhersteller laut Handelsblatt bereits zum 1. September verlassen. Sein Vertrag läuft eigentlich noch bis Anfang 2027. Darüber soll der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 22. Juli entscheiden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen. Porsche wollte sich auf Anfrage nicht äußern. "Wir nehmen generell keine Stellung zu Vorstandsthemen, die Sache des Aufsichtsrates sind", sagte ein Sprecher. Mit dem vorgezogenen Aus des 65-Jährigen würde Porsche den begonnenen Umbau seines Vorstands fortsetzen. (Handelsblatt)
UNIPER - Der bundeseigene Strom- und Gaskonzern Uniper hat eine Woche nach der Verabschiedung des "Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG)" seine Strategie angepasst. "Jetzt steht fest: Uniper plant, bis 2030 rund 5 Milliarden Euro zu investieren", sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Lewis der Zeitung Welt. "Der Schwerpunkt der Investitionen - also mehr als die Hälfte - soll in den Geschäftsbereich 'Flexible Erzeugung' gehen." In dem Bereich sind die konventionellen Kraftwerke von Uniper organisiert. Hier steht nun ein umfangreiches Ausgabenprogramm an, nachdem mit dem neuen Gesetz die Beihilferegeln für neue Kraftwerke feststehen. Noch vor dem Aufbau erneuerbarer Energien steht für Uniper der Bau von Gaskraftwerken zur Absicherung der Energiewende im Fokus. "Damit die Energiewende wirklich Erfolg hat, müssen wir ihre Absicherung durch steuerbare und vom Wetter unabhängige Kraftwerke in den Vordergrund stellen", sagte Lewis. Hier habe die Energiewende ihr größtes Defizit. (Welt)
EVONIK - Der Chemiekonzern Evonik treibt die Trennung von seinen Chemieparks in Marl und Wesseling voran, die er in die Einheit Syneqt ausgegliedert hat. "Mit zwei modernen Gaskraftwerken in Marl, einem großen Leitungsnetz und 200 Millionen Euro Gewinn ist Syneqt eine echte Perle. Im Herbst werden wir den Markt ansprechen", sagte Evonik-Chef Christian Kullmann der Rheinischen Post. "Danach werden wir entscheiden, welchen Weg wir gehen - der Verkauf ist einer davon. Denkbar ist auch, dass die Syneqt mit einem anderen Chemieparkbetreiber fusioniert." Hier denkt Kullmann nicht an die Currenta, die aus Bayer hervorgegangen ist. "Ich denke eher an Partner aus den Niederlanden oder Belgien. Rhein-Ruhr, Flandern und Südholland bilden die stärkste Chemieregion in Europa." (Rheinische Post)
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July 17, 2026 00:28 ET (04:28 GMT)
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