DJ EU plant Überarbeitung von wegweisendem Emissionshandelssystem
Von Edith Hancock
DOW JONES--Die Europäische Union (EU) will ihr wegweisendes System zur Bepreisung von CO2-Emissionen weiter lockern, um der Schwerindustrie in dem Wirtschaftsblock mehr Spielraum für die Dekarbonisierung zu geben. Gemäß den am Freitag vorgestellten Plänen will die Europäische Kommission das Tempo verlangsamen, mit dem die Obergrenze für die Gesamtemissionen im Rahmen des Emissionshandelssystems (ETS) jedes Jahr sinkt, um der Industrie mehr Spielraum für Investitionen in kohlenstoffarme Technologien zu geben. Außerdem sollen die 27 Mitgliedstaaten der Union einen größeren Teil der Einnahmen aus dem Emissionshandelssystem für die ETS-pflichtigen Sektoren selbst ausgeben, um diese zu Investitionen in die Dekarbonisierung zu ermutigen.
Im Rahmen des ETS müssen Unternehmen, die Treibhausgase ausstoßen, beispielsweise Kraftwerksbetreiber, für jede Tonne CO2 ein Emissionszertifikat erwerben. Das ist im Wesentlichen ein Anreiz für Investitionen in sauberere Technologien. Außerdem ist darin eine Obergrenze für die Emissionen derjenigen festgelegt, die in das Emissionshandelssystem einzahlen; diese Obergrenze wird schrittweise gesenkt.
Die Lockerung dieses Systems ist der jüngste Schritt der Kommission, mit dem sie sich in den letzten Monaten unter dem Druck der eigenen Industrie von ihrer bisherigen Umweltpolitik entfernt hat.
"Der heutige Vorschlag zur Überarbeitung des ETS vereint drei zentrale Ziele: Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit", sagte EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra in einer Stellungnahme.
Der Vorschlag muss noch von den EU-Mitgliedstaaten und den Abgeordneten im Europäischen Parlament gebilligt werden, bevor er in Kraft treten kann.
Die Neugestaltung des ETS wurde zusammen mit einem Aktionsplan zur Elektrifizierung vorgestellt, der laut Kommission darauf abzielt, die Kluft zwischen den Strompreisen und den Kosten für fossile Brennstoffe zu verringern.
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