Die europäischen Aktienmärkte starten am Freitag schwächer in den Handel. Steigende Ölpreise infolge der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten schüren neue Inflationssorgen und belasten die Stimmung an den Börsen. Dennoch bleibt der Verkaufsdruck bislang begrenzt, da eine starke Berichtssaison den europäischen Aktienmärkten Unterstützung verleiht. Der STOXX 600 verliert im frühen Handel rund 0,6%, steuert aber weiterhin auf ein leichtes Wochenplus zu.
Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran dauern inzwischen den sechsten Tag in Folge an. Anleger befürchten weitere Störungen auf den globalen Energiemärkten, was den Ölpreis zusätzlich antreibt.
Markt News: Ölpreise rücken Inflation wieder in den Fokus
Der Anstieg der Energiepreise weckt erneut Sorgen, dass die Inflation länger auf einem erhöhten Niveau bleiben könnte. Dadurch würde es für die Notenbanken schwieriger, ihren geldpolitischen Lockerungskurs fortzusetzen. Trotz der geopolitischen Unsicherheiten entwickeln sich Europas Börsen besser als viele asiatische Märkte. Ein wesentlicher Grund dafür ist die geringere Gewichtung großer Technologiewerte in europäischen Indizes. Unter Druck steht dagegen der Halbleitersektor. STMicroelectronics verliert rund 5%, während ASML um etwa 3,5% nachgibt.
Börse Aktuell: Berichtssaison stabilisiert Europas Aktienmärkte
Die laufende Berichtssaison sorgt weiterhin für Unterstützung. Vor allem starke Quartalszahlen großer europäischer Banken haben die Aktienmärkte in dieser Woche gestützt. Zudem steigt der Optimismus unter den Strategen. Laut einer Bloomberg-Umfrage haben UBS und Deutsche Bank ihre Jahresendziele für den STOXX 600 angehoben. Beide Institute verweisen auf eine beschleunigte Gewinnentwicklung der Unternehmen sowie die Widerstandsfähigkeit des europäischen Aktienmarktes gegenüber geopolitischen Risiken.
UBS zählt mittlerweile zu den optimistischsten Häusern für europäische Aktien und erwartet bis zum Jahresende ein Potenzial von rund 8% für den STOXX 600. Auch die zuletzt niedriger als erwarteten VPI-Daten aus den USA sorgten kurzfristig für Entspannung. Allerdings erschweren die gestiegenen Ölpreise den Inflationsausblick erneut. Im Fokus der Anleger steht nun die Sitzung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche. Die meisten Volkswirte rechnen zwar mit unveränderten Leitzinsen, allerdings preisen die Geldmärkte inzwischen eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung später im Jahr ein.
DAX und europäische Indizes geben nach
Der britische FTSE 100 verliert rund 0,3%, der französische CAC 40 etwa 0,6% und der DAX rund 0,5%. Auch Südeuropa notiert schwächer. Italiens FTSE MIB fällt um rund 1%, während Spaniens IBEX 35 etwa 0,3% nachgibt.
Chartanalyse: Euro Stoxx 50 und DAX
Im Future auf den Euro Stoxx 50 fungiert aktuell der EMA50 als wichtige Unterstützung. Ein Rückfall unter die Marke von 6.216 Punkten könnte eine größere Korrektur bis in den Bereich von 5.925 Punkten einleiten, wo zugleich der EMA200 verläuft. Steigende Ölpreise und neue Inflationssorgen könnten zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen....
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