DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - Erneute Abgaben im Technologie-Sektor
DOW JONES--Abwärts ging es zum Wochenausklang an den europäischen Aktienmärkten. Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 24.831 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,8 Prozent auf 6.231 Punkte. Die Welle der Gewinnmitnahmen im Bereich der KI- und Chip-Aktien hat sich in den USA und Asien ungebremst fortgesetzt. Der Philly-Halbleiterindex ist auf ein Achtwochentief gefallen und notiert nun knapp 20 Prozent unter den Höchstständen.
Im DAX zog das Titel wie Infineon um 1,6 Prozent nach unten. Daneben fielen ASML 3,8 Prozent zurück, die Papiere von BE Semiconductor verloren 4,5 Prozent und STMicro 3,9 Prozent. Auch Ausrüster von Daten-Zentren wie Siemens Energy und Schneider Electric büßten jeweils 0,7 Prozent. Der europäische Technologie-Sektor war mit einem Minus von 2,5 Prozent das Schlusslicht.
Sorgen machte Händlern, dass keine klaren Kandidaten unter den Sektoren erkennbar waren, in die umgeschichtet wurde. "Es wird immer deutlicher, dass ein Teil des Kapitals wegen der attraktiven Zinsen weg aus Aktien und in den Anleihemarkt fließt", kommentierte ein Händler. Von Goldman Sachs hieß es, das Netto-Engagement in Aktien aus dem KI-Bereich von ihren Hedge-Fonds-Kunden sei mittlerweile auf ein Jahrestief gefallen. Sorgen machen außerdem die anstehenden Sitzungen der Zentralbanken, so der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche und der US-Notenbank in der Woche darauf.
Der Brent-Ölpreis gewann 2,9 Prozent auf 86,70 Dollar. Die Lage im US-Iran-Krieg ist weiter unklar. Das US-Militär griff nun auch zivile Ziele an wie Brücken. Beim Ölpreis sehen Analysten das Preisniveau aber noch als tragbar an: Von ANZ Research hieß es, "Solange die Preise unter 90 Dollar pro Barrel bleiben, sind die Risiken für Wachstum und Inflation unserer Ansicht nach beherrschbar."
Bei den Zinsen in Europa wurde wegen der bevorstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die endgültigen Inflationsdaten aus der Eurozone geblickt. Der Preisdruck hat im Juni nachgelassen, was vor allem an fallenden Ölpreisen nach dem Abkommen zwischen den USA und dem Iran lag. Dieses ist aber zur Makulatur geworden. Die jährliche Inflationsrate sank auf 2,8 Prozent, damit wurde die erste Lesung bestätigt.
Aus der Berichtssaison kamen gute Nachrichten von SMA Solar, das die Jahresprognose erhöht hat. Die Aktien stiegen um 5,8 Prozent. Allerdings kam ein Teil des Gewinnanstiegs aus der Rückerstattung von Zöllen, der Auflösung von Wertberichtigungen und Devisenkursbewegungen.
Salzgitter gewannen 3,9 Prozent. Das Unternehmen hat im späten Handel vorläufige Ergebnisse für das erste Halbjahr vorgelegt und die Jahresprognose für 2026 erneut erhöht. Der Konzern erwartet nun einen Umsatz von rund 10 Milliarden Euro, nach zuvor rund 9,5 Milliarden Euro.
Beim Rüstungshersteller Saab aus Schweden ging es um 9,7 Prozent nach oben. Die Zahlen wurden als gut bezeichnet, übergeordnet belastete aber der Rückzug aus dem Rüstungssektor. Die Rheinmetall-Aktie stieg um 2,1 Prozent, Hensoldt legten um 4,2 Prozent zu.
Burberry fielen um 6,4 Prozent. Die Ergebnisse zum zweiten Quartal untermauerten den laufenden Turnaround des Mode-Unternehmens. Die Aktien verloren aber, da einige Kennzahlen dennoch leicht unter Erwartung lagen.
GSK hat bekannt gegeben, die Entwicklung eines experimentellen Medikaments zur Behandlung von chronischem Husten einzustellen, nachdem das Arzneimittel das Hauptziel in einer klinischen Spätphasenstudie verfehlt hat. GSK fielen um 2 Prozent.
Kräftig abwärts ging es mit 5,6 Prozent beim schwedischen Kugellagerhersteller SKF nach Zahlen zum zweiten Quartal. Die Zahlen an sich seien zwar nicht schlecht gewesen, aber die Erwartungen im Vorfeld seien schon sehr hoch gewesen, merkten die Analysten von JP Morgan an. Detailierte Aussagen zur Rückzahlung der US-Tarife habe es im Conference Call nicht gegeben. Die Nachfrage in Europa aus der Autoindustrie sei schwach gewesen. Dies belastete auch die Aktien von Schaeffler, die 4,4 Prozent verloren.
Bei Dermapharm ging es 1,0 Prozent tiefer, nachdem die Finanzaufsicht Bafin eine Prüfung von Konzernabschluss und Lagebericht eingeleitet hat. Allerdings hörten sich die kritisierten Punkte wie beispielweise "Zinsansprüche" nicht wirklich problematisch an, hieß es im Handel.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.231 -0,8 +8,5 Stoxx-50 5.385 -0,4 +10,0 Stoxx-600 642 -0,3 +8,7 DAX 24.831 -0,3 +1,7 FTSE-100 London 10.572 +0,3 +6,5 CAC-40 Paris 8.378 -0,5 +2,8 AEX Amsterdam 1.102 -0,9 +15,9 ATHEX-20 Athen 6.294 -1,2 +17,6 BEL-20 Brüssel 5.618 +0,2 +10,6 BUX Budapest 142.072 -0,8 +28,0 OMXH-25 Helsinki 6.116 +1,0 +7,2 OMXC-20 Kopenhagen 1.689 -0,9 +5,0 PSI 20 Lissabon 9.037 +0,3 +9,4 IBEX-35 Madrid 19.304 -0,5 +11,5 FTSE-MIB Mailand 52.374 -0,9 +16,5 OBX Oslo 1.879 +0,9 +17,6 PX Prag 2.582 +0,1 -3,9 OMXS-30 Stockholm 3.150 -0,1 +9,3 WIG-20 Warschau 141.868 -0,8 +22,0 ATX Wien 6.460 -1,5 +21,3 SMI Zürich 14.267 +0,5 +7,5 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:20 Uhr EUR/USD 1,1436 -0,0 -0,0005 1,1441 1,1441 EUR/JPY 185,8 +0,0 0,0100 185,79 185,8400 EUR/CHF 0,923 -0,2 -0,0022 0,9252 0,9246 EUR/GBP 0,8507 +0,2 0,0019 0,8488 0,8483 USD/JPY 162,46 +0,1 0,0800 162,38 162,4300 GBP/USD 1,3438 -0,3 -0,0038 1,3476 1,3482 USD/CNY 6,776 +0,1 0,0034 6,7726 6,7665 USD/CNH 6,7778 +0,1 0,0048 6,7730 6,7728 AUS/USD 0,698 -0,2 -0,0016 0,6996 0,7001 Bitcoin/USD 63.360,79 -1,2 -743,26 64.104,05 64.477,05 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 81,79 +3,6 2,84 78,95 Brent/ICE 86,7 +2,9 2,47 84,23 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.012,09 +1,1 42,15 3.969,94 Silber 55,90 +0,7 0,40 55,51 Platin 1.585,96 -1,9 -31,54 1.617,50 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 17, 2026 12:09 ET (16:09 GMT)
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