FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Dienstag etwas nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Nachmittag um 0,07 Prozent auf 124,58 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 3,16 Prozent.
Die am Nachmittag erneut gestiegenen Rohölpreise haben die Anleihekurse etwas belastet. Angesichts des wieder aufgeflammten Iran-Kriegs sieht die Internationale Energieagentur (IEA) die weltweite Ölversorgung zunehmend unter Druck. "Die Eskalation der Feindseligkeiten, von der die Straße von Hormus und die Energieinfrastruktur in der Region betroffen sind, verstärkt die Sorgen um die Versorgungssicherheit und die Unsicherheit hinsichtlich der Marktaussichten", sagte IEA-Direktor Fatih Birol.
Die Inflationssorgen nehmen so wieder zu. Dies belastet tendenziell die Anleihen. Dennoch wird fest damit gerechnet, dass die EZB die Leitzinsen an diesem Donnerstag vorerst nicht weiter anheben wird. Allerdings gelten Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf als wahrscheinlich.
Die in Deutschland veröffentlichten Konjunkturdaten bewegten den Anleihemarkt kaum. Die ZEW-Konjunkturerwartungen hatten sich im Juli stärker als von Volkswirten erwartet verbessert. "Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis der Umfrage unter Finanzmarktteilnehmern. "Die Entwicklung des Iran-Konflikts und des Ölpreises bleibt dennoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Erholung Deutschlands."/jsl/jha/
