DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Britische Inflation fällt auf 15-Monats-Tief
Die Inflationsrate im Vereinigten Königreich ist im Juni auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr gesunken, nachdem die Benzinpreise gefallen sind. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank of England ihren Leitzins in der nächsten Woche unverändert lassen wird, trotz der voraussichtlichen Preisbeschleunigung in den kommenden Monaten. Die Verbraucherpreise lagen im Juni um 2,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat, nach einer Inflationsrate von 2,8 Prozent im April und Mai, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Dies war der geringste jährliche Preisanstieg seit März 2025. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten in der vergangenen Woche einen Wert von 2,7 Prozent erwartet.
Britische Inflationsdaten sprechen für längere Zinspause der BOE
Die britischen Inflationsdaten für Juni sind schwächer als erwartet ausgefallen, was die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Bank of England in den kommenden Monaten senkt. Die jährliche Gesamtinflation hat sich im Juni auf 2,6 Prozent verlangsamt, nach 2,8 Prozent im Mai. Das ist weniger als die Konsensprognose von 2,7 Prozent von Ökonomen in einer Umfrage des WSJ. Die Daten untermauern das Argument, dass die BOE die Zinsen in den kommenden Monaten beibehalten und nicht anheben solle, schreibt Modupe Adegbembo von Jefferies in einem Kommentar. Geopolitische Risiken drohen jedoch, die Inflation in die Höhe zu treiben, was die Märkte vorsichtig stimmt.
Britische Inflation verschafft BoE Zeit
Die Inflationsdaten für Juni verschaffen den Entscheidungsträgern der Bank of England mehr Zeit, meint Sanjay Raja von der Deutschen Bank. Mit einer Inflation von 2,6 Prozent, nach 2,8 Prozent im Mai, liege die Gesamtinflation der Verbraucherpreise nun 0,4 Prozentpunkte unter der Prognose aus dem geldpolitischen Bericht der BoE vom April. Die schlechte Nachricht sei, dass wieder anziehende Rohstoffpreise wie für Energie und Düngemittel die Inflationsprognosen hoch halten würden, schreibt er in einer Research Note. Die Inflation werde von hier aus weiter anziehen und sich im vierten Quartal möglicherweise der Marke von 3,5 Prozent annähern, so Raja. "Dies, so unsere Meinung, wird die Aussicht auf Zinssenkungen vorerst vom Tisch halten und es dem geldpolitischen Ausschuss gleichzeitig ermöglichen, seine leicht hawkishe Haltung beizubehalten."
Großbritannien bekommt erste Dosis "Chipflation"
Die britische Inflation spürt allmählich die Auswirkungen einer weltweiten Knappheit an Speicherchips, die von der boomenden KI-Nachfrage angetrieben wird, schreibt James Smith von ING in einer Research Note. Während die Gesamtinflation im Juni auf ein 15-Monats-Tief gefallen ist, fiel die Kerninflation etwas höher als erwartet aus. "Es sieht so aus, als ob die 'Chipflation' an den Küsten Großbritanniens angekommen ist; die Preise für tragbare Geräte sind im Monatsvergleich um 22 Prozent in die Höhe geschossen, die größte monatliche Veränderung seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2015", so der Ökonom. Angesichts der sich abkühlenden Inflation bei Lebensmitteln und Dienstleistungen sei es jedoch unwahrscheinlich, dass die Bank of England die Zinsen in nächster Zeit anheben werde, meint er. "Wir erwarten, dass die Bank of England die Zinsen das ganze Jahr 2026 über beibehalten wird, bevor sie ab dem nächsten Frühjahr eine schrittweise Zinssenkung in Erwägung zieht."
Ölpreis nähert sich 95 USD, da Krieg das Angebot verknappt
Die Ölpreise schnellen heute in die Höhe, da die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine die Energiemärkte an mehreren Fronten belasten und die Angebotsreserven zur Neige gehen. Die Futures auf die internationale Referenzsorte Brent notieren mehr als 20 US-Dollar über ihren Tiefstständen von Anfang Juli. Die schnelle Rückkehr des Ölpreises auf ein Niveau von annähernd 100 Dollar pro Barrel hat die durchschnittlichen Benzinpreise an der Zapfsäule bereits auf über 4 Dollar pro Gallone getrieben und schürt Inflationssorgen.
Chinas Konsumsektoren trotz jüngster Outperformance unter Druck
Chinas Konsumsektoren stehen trotz ihrer jüngsten Outperformance weiterhin unter Druck, schreibt William Bratton von BNP Paribas in einer Research Note. Die Konsumsektoren des Landes hätten sich zuletzt aufgrund der Schwäche in den Bereichen Technologie und Grundstoffe gemessen an den Veränderungen der Marktkapitalisierung besser entwickelt als ihre Pendants aus den Produktionssektoren Technologie, Industrie und Grundstoffe, sagt der Leiter des APAC-Aktienresearchs. Dies dürfte jedoch angesichts der anhaltenden Divergenz bei der Gewinnentwicklung nur von kurzer Dauer sein, meint Bratton. Die Anleger seien für die Gewinne des Produktionssektors positiver gestimmt als für die des Konsumsektors, stellt er fest. "Wir stellen auch fest, dass das Narrativ des Konsums komplex ist und eine Reihe von verborgenen Problemen birgt", sagt er.
Intervention von Chinas "Nationalteam" dürfte Anlegerstimmung stützen
Die umfangreichen Aktienkäufe von staatsnahen chinesischen Fonds dürften dazu beitragen, die Anlegerstimmung zu stützen, meinen die Analysten von Julius Bär, Eric Mak und Richard Tang. Die Intervention der Fonds, die gemeinhin als "Nationalteam" bekannt sind, unterstreiche das Engagement der Politik, die Märkte zu stabilisieren und strategische Technologiesektoren zu unterstützen. Dies geschehe angesichts der jüngsten Volatilität, die durch einen weltweiten Ausverkauf von Aktien und Sorgen über die inländische Liquidität ausgelöst worden sei. Das "Nationalteam" habe zwar schon früher an den Märkten interveniert, so die Analysten, doch diese Runde unterscheide sich durch ihren Fokus auf Aktien von Chipherstellern, künstlicher Intelligenz und Technologie-Hardware anstelle von großkapitalisierten Finanzwerten und Staatsunternehmen. Julius Bär bleibe hinsichtlich der langfristigen Aussichten des chinesischen KI-Sektors bullish.
+++ Konjunkturdaten +++
US/MBA Market Index Woche per 17. Juli +1,9% auf 264 (Vorwoche: 259,1)
US/MBA Purchase Index Woche per 17. Juli +5,5% auf 165,8 (Vorwoche: 157,2)
US/MBA Refinance Index Woche per 17. Juli -2,4% auf 802,3 (Vorwoche: 821,9)
DJG/DJN/apo
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July 22, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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