FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwoch belastet durch gestiegene Ölpreise etwas nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Nachmittag um 0,08 Prozent auf 124,43 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,18 Prozent.
Belastet wurden die Anleihen erneut durch die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und die gestiegenen Rohölpreise. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut militärische Ziele im Iran angegriffen. Damit sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus anzugreifen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Es ist die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.
US-Präsident Donald Trump verschärfte unterdessen seine Rhetorik: Die Vereinigten Staaten werden demnach künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt. Dabei würden auch andere zivile Infrastrukturobjekte in der Nähe ins Visier genommen werden, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.
Die Märkte schauen auf die Zinsentscheidung der EZB an diesem Donnerstag. Es wird trotz des jüngsten Ölpreisanstiegs zunächst noch keine weitere Anhebung erwartet. "Trotz dieses Anstiegs notiert Brent jedoch weiterhin unterhalb des 'milderen' Szenarios, das die EZB in ihren Juni-Prognosen dargelegt hat", kommentierte Hauke Siemßen, Anleiheexperte bei der Commerzbank. "Die Notwendigkeit für ein rasches Handeln der EZB scheint daher vorerst begrenzt zu sein."
Britischer Staatsanleihen profitierten in diesem Umfeld nur vorübergehend von Inflationszahlen. In Großbritannien hat sich die Inflation im Juni wegen niedrigerer Benzinpreise abgeschwächt. Die Inflationsrate fiel von 2,8 Prozent im Vormonat auf 2,6 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 2,7 Prozent gerechnet./jsl/he
