PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben ihre Vortagesgewinne trotz Nahost-Krise und damit weiter steigender Ölpreise zur Wochenmitte ausgebaut. Geopolitische Risiken würden derzeit ausgeblendet und darauf gewettet, dass starke Quartalszahlen alle anderen Sorgen überstrahlen werden, beschrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets das Anlegerverhalten. Er warnte aber zugleich: "Das kann gutgehen - muss es aber nicht."
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte am Mittwoch - nicht zuletzt auch dank stabiler US-Börsen - um 0,50 Prozent auf 6.316,99 Punkte zu. Auch der französische Cac 40, der spanische Ibex 35, der italienische FTSE MIB verbuchten Gewinne. Außerhalb des Euroraums gewann der schweizerische SMI 0,12 Prozent auf 14.315,88 Zähler. Der britische FTSE 100 rückte um 1,24 Prozent auf 10.716,97 Punkte vor und wurde dabei stark von Ölaktien nach oben gezogen.
Mit Blick auf die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost setzen die Marktteilnehmer nach wie vor darauf, dass die Tür zu Verhandlungen nicht endgültig zugeschlagen ist. Und das, obwohl die Situation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran erneut zu eskalieren scheint. Denn US-Präsident Donald Trump kündigte an, die USA würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschieße. Dabei würden auch andere zivile Infrastrukturobjekte in der Nähe ins Visier genommen werden./ck/he
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