DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen steigen und ignorieren steigende Ölpreise
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch an die Vortagesaufschläge angeknüpft. Die weiter gestiegenen Ölpreise sorgten für wenig Zurückhaltung unter Anlegern. Anleger setzten vielmehr auf eine erfolgreiche Bilanzsaison der Unternehmen. Brent-Öl verteuerte sich um 2,5 Prozent auf über 93 Dollar pro Fass - die Preise bewegten sich damit auf den höchsten Niveaus seit Anfang Juni. Nach der Sperrung der Straße von Hormus drohten nun auch im Roten Meer Blockaden durch die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen in Jemen.
Der DAX legte um 0,6 Prozent auf 25.155 Punkte zu, während der Euro-Stoxx-50 um 0,5 Prozent stieg. Dass der DAX etwas besser abschnitt, war einem positiv aufgenommenen Ausblick von Airbus und guten Geschäftszahlen des DAX-Unternehmens Gea zu verdanken. Insgesamt ging der Markt mit der jüngsten Eskalation im Nahen Osten aber entspannt um - zumindest bislang. QC-Marktstratege Thomas Altmann warnte, dass eine Blockade saudischer Ölexporte über das Rote Meer in die Ölpreise noch nicht eingepreist sei. Die Angst, den fahrenden Börsenzug zu verpassen, animiere Anleger zur Anlage in Aktien. Weiter überwiege die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Nahost-Eskalation und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch, sagt er. Je länger die Eskalation aber anhalte, desto weniger dürften die Aktienmärkte allerdings darum herumkommen, den gefährlichen Mix aus steigenden Energie- und Finanzierungskosten einzupreisen.
Berichtssaison liefert zunehmend Impulse
Airbus hat sich neue Mittelfristziele gesetzt und strebt in den kommenden drei Jahren eine deutliche Steigerung des operativen Gewinns an. Zudem will der Flugzeugbauer die Ausschüttungen an die Aktionäre erhöhen, unter anderem über ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5 Milliarden Euro, was laut Analysten besonders gut ankam. Der Kurs stieg um 7,1 Prozent deutlich über die 200er-Marke.
Für Gea ging es um 5,7 Prozent nach oben. Der Anlagenbauer hatte seine Jahresprognose nach starker operativer Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal angehoben. Sowohl die Vorjahreszahlen als auch die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen. Unter anderem stieg der Auftragseingang um 14,2 Prozent.
Siemens Energy ermäßigten sich dagegen um 5,8 Prozent. Hier belasteten die Geschäftszahlen des US-Wettbewerbers GE Vernova, die im zweiten Quartal enttäuschten. Das SDAX-Unternehmen Friedrich Vorwerk hatte nach überproportionalen Steigerungen des operativen Gewinns im ersten Halbjahr den Gewinnausblick für das Gesamtjahr angehoben. Die Aktie des Anbieters von Energieinfrastruktur für Gas-, Strom- und Wasserstoff kletterte um 6,2 Prozent.
Nestle stiegen um 2,2 Prozent. Jefferies hatte die Aktie auf "Kaufen" angehoben und das Kursziel erhöht. Zudem berichtete die Financial Times (FT), dass der Lebensmittelkonzern etwa die Hälfte an seinem europäischen Wassergeschäft verkaufen wolle. Wie die FT berichtet, steht der Konzern kurz von einem Deal mit den Finanzinvestor Platinum Equity.
Das Chemieunternehmen Akzo Nobel hat für das zweite Quartal einen höheren Nettogewinn gemeldet. Die Preisgestaltung habe sich zwar verbessert, aber die Entwicklung des Absatzvolumens und die steigenden Erwartungen an die Fusion mit Axalta müssten geklärt werden, kommentierten die Bernstein-Analysten. Die Aktie rückte 1,7 Prozent vor.
Der Nettogewinn der spanischen Banco Santander war im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal gesunken. Er lag aber immer noch im Rahmen der Erwartung. Die Aktie legte 1,4 Prozent zu. Randstad haussierten um 13,9 Prozent, nachdem der Personaldienstleister im zweiten Quartal mit dem Umsatzwachstum überzeugt hatte. Im Fahrwasser legten Adecco um 9,1 Prozent zu.
Für Druck auf Aktien von Generikaherstellen sorgte US-Präsident Donald Trump. Er fordert ab 2028 einen Zoll von 100 Prozent auf Generika. Er will den Arzneimittelherstellern aber Zeit geben, ihre Anlagen in die USA zu verlagern, bevor er die Abgaben verhängt. In Zürich gaben Sandoz um 3,9 Prozent nach.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.317 +0,5 +8,5 Stoxx-50 5.440 +0,6 +10,0 Stoxx-600 647 +0,6 +8,6 DAX 25.155 +0,6 +2,1 FTSE-100 London 10.586 +1,2 +6,6 CAC-40 Paris 8.363 +0,9 +2,6 AEX Amsterdam 1.097 +0,4 +15,3 ATHEX-20 Athen 6.364 +0,3 +18,9 BEL-20 Brüssel 5.652 +0,8 +11,3 BUX Budapest 143.889 +0,6 +29,6 OMXH-25 Helsinki 6.204 +1,1 +8,8 OMXC-20 Kopenhagen 1.656 -2,0 +3,0 PSI 20 Lissabon 9.172 +1,2 +11,0 IBEX-35 Madrid 19.380 +1,0 +12,0 FTSE-MIB Mailand 52.285 +1,0 +16,3 OBX Oslo 1.906 +1,7 +19,3 PX Prag 2.613 +1,6 -2,7 OMXS-30 Stockholm 3.146 +1,3 +9,1 WIG-20 Warschau 145.201 +0,4 +23,4 ATX Wien 6.511 +0,3 +22,3 SMI Zürich 14.298 +0,1 +7,8 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:09 EUR/USD 1,1411 +0,1 0,0014 1,1397 1,1409 EUR/JPY 186,08 +0,1 0,1000 185,98 185,9700 EUR/CHF 0,9283 +0,2 0,0022 0,9261 0,9263 EUR/GBP 0,8531 +0,1 0,0012 0,8519 0,8530 USD/JPY 163,08 -0,1 -0,0800 163,16 162,9900 GBP/USD 1,3374 +0,0 0,0003 1,3371 1,3370 USD/CNY 6,7725 +0,1 0,0069 6,7656 6,7656 USD/CNH 6,7734 +0,1 0,0047 6,7687 6,7672 AUS/USD 0,6998 +0,0 0,0001 0,6997 0,7006 Bitcoin/USD 65.990,83 -0,6 -392,66 66.383,49 66.636,24 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 86,07 +2,1 1,73 84,34 Brent/ICE 93,27 +2,5 2,26 91,01 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.158,78 +2,0 82,49 4.076,29 Silber 60,24 +2,5 1,45 58,79 Platin 1.650,15 +1,3 21,15 1.629,00 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: Thomas.Leppert@dowjones.com
DJG/flf/mgo
(END) Dow Jones Newswires
July 22, 2026 12:19 ET (16:19 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
