DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Auch wenn die SAP-Aktie in den vergangenen Monaten kontinuierlich gefallen ist, kann von einer "Saaspocalypse" - der Begriff soll den Abgesang auf die klassische Softwarebranche durch KI-Disruption ausdrücken - bei den Walldorfern derzeit keine Rede sein. Das Cloud-Wachstum ist intakt, und doch werden sich bei der Vorlage der Zweitquartalszahlen am späten Abend bange Blicke auf die Prognose für das Cloud-Wachstum und den Auftragsbestand richten. Außerdem steht die Frage im Fokus, inwiefern die KI-Bemühungen fruchten und was SAP an weiteren Investitionen in dem Bereich plant. Das stets zuversichtliche SAP-Management hat sich im April mit Blick auf die Prognose eine Nuance vorsichtiger geäußert. Man werde die Wachstums- und Ergebnisspannen zwar erreichen, hieß es damals. Dies hänge aber auch von einer vernünftigen Lösung an der Straße von Hormus und vom Beitrag des übernommenen Datenmanagement-Softwarefirma Reltio ab. Es ist also denkbar, dass SAP Anpassungen vornimmt. Nachfolgend die Konsensschätzungen für das zweite Quartal (in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie in Euro):
PROG PROG PROG 2. QUARTAL 2Q26 ggVj Zahl 2Q25 Operative Marge 29,4 -- 18 28,5 Umsatzerlöse 9.849 +9,1% 17 9.027 Cloud- und Softwareerlöse 8.812 +10,6% 16 7.966 Softwarelizenzen 133 -31,3% 15 194 Softwaresupport 2.425 -8,2% 16 2.642 Clouderlöse 6.251 +22% 16 5.130 Operatives Ergebnis 2.883 +12,3% 18 2.568 Ergebnis nach Steuern 2.019 +15,6% 16 1.747 Ergebnis je Aktie 1,74 +16,3% 6 1,50 Current Cloud Backlog 22.060 +22,2% 10 18.052 Freier Cashflow 2.856 +21,2% 8 2.357
TAGESTHEMA II
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte am Donnerstag beschließen, den Leitzins unverändert zu lassen. Alle 24 von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten unveränderte Zinsen, was auch ESTR-Futures zu 87 Prozent einpreisen. Die EZB hatte am 11. Juni beschlossen, den Zins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent zu erhöhen. Es war die erste geldpolitische Straffung seit 2023. Hinweise auf das weitere Vorgehen gaben weder der Rat noch EZB-Präsidentin Christine Lagarde, und das ist auch für Donnerstag nicht zu erwarten.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
06:45 CH/Kühne & Nagel International AG, Ergebnis 1H
07:00 CH/Nestle SA, Ergebnis 1H
07:00 CH/Roche Holding AG, Ergebnis 1H
07:00 FI/Nokia Corp, Ergebnis 2Q
07:00 CH/Givaudan SA, Ergebnis 1H (11:00 Analystenkonferenz)
07:00 CH/STMicroelectronics NV, Ergebnis 2Q
07:00 KR/Hyundai Motor Co, Ergebnis 2Q
07:00 IT/Unicredit SpA, Ergebnis 1H
07:30 DE/Vossloh AG, ausführliches Ergebnis 1H
08:00 DE/Traton SE, ausführliches Ergebnis 1H
08:00 FR/Totalenergies SE, Ergebnis 1H
08:00 GB/Anglo American plc, Production Report 2Q
08:00 GB/BT Group plc, Ergebnis 1Q
08:00 DE/LPKF Laser & Electronics SE, Ergebnis 1H
08:00 ES/Repsol SA, Ergebnis 2Q
08:00 GB/Easyjet plc, Ergebnis 3Q
08:00 GB/Relx plc, Ergebnis 1H
09:00 DE/Flatexdegiro AG, PK zum Ergebnis 1H (10:00 Analystenkonferenz)
10:00 DE/Heidelberger Druckmaschinen AG, HV
12:30 US/Honeywell International Inc, Ergebnis 2Q
12:55 US/RTX Corp, Ergebnis 2Q
13:00 US/American Airlines Group Inc, Ergebnis 2Q
13:30 US/T-Mobile US Inc, Ergebnis 2Q
13:30 US/Lockheed Martin Corp, Ergebnis 2Q
14:00 DE/Deutsche Börse AG, Analystenkonferenz zum Ergebnis 2Q
17:50 FR/Carrefour SA, Ergebnis 1H
22:00 US/Intel Corp, Ergebnis 2Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
- FR
08:45 Geschäftsklimaindex Juli
PROGNOSE: k.A.
zuvor: 100
- EU
14:15 EZB, Ergebnis der Ratssitzung
Einlagensatz
PROGNOSE: 2,25%
zuvor: 2,25%
16:00 Index Verbrauchervertrauen Eurozone (Vorabschätzung) Juli
PROGNOSE: -16,7
zuvor: -17,7
- US
14:30 Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) Juni
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) Vorwoche
PROGNOSE: 212.000
zuvor: 208.000
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.205,00 -0,3 E-Mini-Future S&P-500 7.528,50 -0,2 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.129,50 -0,2 Topix (Tokio) 4.060,60 +0,7 Hang-Seng (Hongk.) 25.261,07 +1,5 Shanghai-Comp. 3.872,38 +0,1 Mittwoch: INDEX zuletzt +/- % DAX 25.155,41 0,0 DAX-Future 25.234,00 -0,2 MDAX 31.982,03 0,0 TecDAX 3.789,67 0,0 SDAX 18.403,63 0,0 Euro-Stoxx-50 6.316,99 0,0 Stoxx-50 5.439,90 0,0 XDAX 25.171,78 +0,1 Dow-Jones 52.218,58 -0,0 S&P-500 7.498,96 -0,1 Nasdaq Composite 25.690,90 +1,3
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Die europäischen Aktienfutures notieren am frühen Donnerstag kaum verändert. Anleger analysieren am Morgen die Quartalsergebnisse von Alphabet, Tesla und IBM, die einen ersten Einblick in die Profitabilität der US-Technologie-Konzerne gewähren. Dazu kommt die Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten. Die USA verlegen verstärkt Streitkräfte und Waffen in die Region, um US-Präsident Trump militärische Optionen zu bieten, falls er erwägt, den Konflikt gegen den Iran auszuweiten, berichtet das Wall Street Journal. Anleger erwarten, dass die EZB ihren Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent belassen wird. Im Juni hatten die Währungshüter die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben, da sie Handlungsbedarf zur Eindämmung der Inflation sahen. Während die Entscheidung an sich ein Non-Event für die Börsen darstellt, dürfte die Aufmerksamkeit vor allem auf den Aussagen von EZB-Chefin Lagarde auf der Pressekonferenz liegen.
Rückblick: Die weiter gestiegenen Ölpreise sorgten für wenig Zurückhaltung. Anleger setzten vielmehr auf eine erfolgreiche Bilanzsaison der Unternehmen. Insgesamt ging der Markt mit der jüngsten Eskalation im Nahen Osten entspannt um - zumindest bislang. QC-Marktstratege Thomas Altmann warnte, dass eine Blockade saudischer Ölexporte über das Rote Meer in die Ölpreise noch nicht eingepreist sei. Nestle stiegen um 2,2 Prozent. Jefferies hatte die Aktie auf "Kaufen" angehoben. Zudem berichtete die FT, dass der Lebensmittelkonzern etwa die Hälfte an seinem europäischen Wassergeschäft verkaufen wolle. Der Konzern stehe kurz von einem Deal mit Platinum Equity. Akzo Nobel hatte für das zweite Quartal einen höheren Nettogewinn gemeldet. Die Aktie rückte 1,7 Prozent vor. Der Nettogewinn der Banco Santander war im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal gesunken. Er lag aber immer noch im Rahmen der Erwartung. Die Aktie legte 1,4 Prozent zu. Randstad haussierten um 13,9 Prozent, nachdem der Personaldienstleister im zweiten Quartal mit dem Umsatzwachstum überzeugt hatte. Im Fahrwasser legten Adecco um 9,1 Prozent zu. Für Druck auf Aktien von Generikaherstellen sorgte US-Präsident Donald Trump mit einer Zollandrohung. Sandoz gaben um 3,9 Prozent nach.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Freundlich - Airbus hatte sich neue Mittelfristziele gesetzt und strebt in den kommenden drei Jahren eine deutliche Steigerung des operativen Gewinns an. Zudem will der Flugzeugbauer die Ausschüttungen an die Aktionäre erhöhen, unter anderem über ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5 Milliarden Euro, was laut Analysten besonders gut ankam. Der Kurs stieg um 7,1 Prozent. Für Gea ging es um 5,7 Prozent nach oben. Der Anlagenbauer hatte seine Jahresprognose nach starker operativer Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal angehoben. Siemens Energy büßten dagegen 5,8 Prozent ein - belastet von enttäuschenden Geschäftszahlen des US-Wettbewerbers GE Vernova zum zweiten Quartal. Friedrich Vorwerk hatte nach überproportionalen Steigerungen des operativen Gewinns im ersten Halbjahr den Gewinnausblick für das Gesamtjahr angehoben. Die Aktie stieg um 6,2 Prozent.
XETRA-NACHBÖRSE
Die Aktien der Deutschen Börse legten im nachbörslichen Handel am Mittwoch leicht zu. Der Börsenbetreiber ist auch im zweiten Quartal auf Wachstumskurs geblieben und hat die Erwartungen übertroffen. Die Aktie erhöhte sich auf Tradegate um 0,5 Prozent. Für die Papiere von Daimler Truck ging es um 2,4 Prozent nach oben. Der Konzern wird dank des US-Geschäfts zuversichtlicher für das Geschäftsjahr. Der DAX-Konzern hat die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Fuchs kletterten um 1,4 Prozent. Der Schmierstoffhersteller hat nach einem guten zweiten Quartal den Ausblick für den operativen Gewinn im Gesamtjahr angehoben.
USA - AKTIEN
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July 23, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
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