DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Steigende Energiepreise dürften EZB nicht gefallen
Die jüngste Eskalation in der arabischen Golfregion und die steigenden Energiepreise sind Entwicklungen, die den Zentralbankern kaum gefallen dürften, meinen die Analysten der Helaba im Vorfeld der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank im weiteren Tagesverlauf. "Dennoch gebe es keine klaren Anzeichen für eine bevorstehende Zinserhöhung", so die Analysten, die auf Signale warten, ob eine Zinserhöhung auf der folgenden Sitzung im September signalisiert wird. Die Geldmärkte preisen laut LSEG derzeit eine Zinserhöhung der EZB um 21 Basispunkte im September ein. Der Wortlaut der EZB-Erklärung - wonach sich der Rat nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad festlegt - dürfte sich nach Einschätzung der Helaba-Analysten kaum wesentlich ändern. Diese erwarten, dass die EZB ihre Entscheidungen weiterhin von Sitzung zu Sitzung treffen wird.
Erwartetes Stillhalten der EZB könnte Anleihemärkte entlasten
Die Anleihemärkte der Eurozone könnten am Donnerstag aufatmen, da die Europäische Zentralbank die Zinsen voraussichtlich unverändert lassen wird und sich Präsidentin Christine Lagarde nicht auf eine Zinserhöhung im September festlegen dürfte, schreibt Rainer Guntermann von der Commerzbank in einer Research Note. Die Geldmärkte erwarten laut LSEG, dass die EZB die Zinsen am Donnerstag unverändert lässt. Lagarde werde jedoch wahrscheinlich die Tür für eine Zinserhöhung im September öffnen, meint der Zinsstratege. "Die Jahreshöchststände der Renditen 10-jähriger Bundesanleihen nahe 3,2 Prozent sollten Unterstützung bieten, wobei die morgigen Einkaufsmanagerindizes die Märkte wahrscheinlich an das schwierige Wachstumsumfeld erinnern werden", so Guntermann. Er fügt hinzu, dass die jüngste Dynamik der Energiepreise dem Zinsausblick zusätzliche Würze verleihe.
Inflationssorgen steigen vor Fed-Sitzung
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group erwarten nur 10 Prozent der Anleger, dass die Zinsen bis zum Jahresende in der aktuellen Zielspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent stabil bleiben werden. Im Vorfeld der Juli-Sitzung des Ausschusses in der nächsten Woche und inmitten einer ruhigen Phase bei den US-Wirtschaftsindikatoren erwarten die Märkte, dass die Fed die Zinsen stabil halten wird. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe steigt auf 4,654 Prozent. Ein Anstieg der Ölpreise aufgrund erneuter Feindseligkeiten im Nahen Osten treibt die Benzinpreise an der Zapfsäule über 4 US-Dollar pro Gallone.
Australischer Arbeitsmarkt zeigte sich im Juni trotz anhaltender Schocks widerstandsfähig
Der australische Arbeitsmarkt hat sich im Juni eindrucksvoll erholt. In dem Monat kamen 76.300 Stellen hinzu, fast viermal so viele wie von Ökonomen erwartet. Das Ergebnis unterstreicht die Widerstandsfähigkeit bei den Einstellungen trotz anhaltender internationaler Schocks, steigender Zinsen und nachlassendem Vertrauen bei Verbrauchern und Unternehmen. Trotz des Beschäftigungsanstiegs blieb die Arbeitslosenquote im Juni unverändert bei 4,4 Prozent und entsprach damit den Erwartungen der Volkswirte. Die Wirtschaft schuf im Juni 29.300 Vollzeitstellen, wie das australische Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Die Teilzeitbeschäftigung stieg um 47.000, während die Partizipationsrate im Juni kräftig auf 67,0 Prozent von 66,7 Prozent im Mai zunahm.
Nach Jobdaten mehr Wetten auf RBA-Zinserhöhung im August
Nach der Veröffentlichung eines stärker als erwartet ausgefallenen australischen Beschäftigungswachstums im Juni haben die Zinsmärkte ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia im August erhöht. Der Markt hatte zu Beginn des Tages eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung auf der August-Sitzung und eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen für den Rest des Jahres 2026 eingepreist. Nach dem Arbeitsmarktbericht sind diese Wahrscheinlichkeiten auf 33 Prozent bzw. 95 Prozent gestiegen. Tony Sycamore, Marktstratege bei IG, meint, die RBA werde über einen sich anspannenden Arbeitsmarkt zu einer Zeit besorgt sein, in der die Inflation bereits erhöht sei.
Wirtschaftswachstum in Südkorea verlangsamt sich - Chips bleiben Wachstumsmotor
Südkoreas Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal nach einem robusten Wachstum im ersten Quartal verlangsamt, blieb aber widerstandsfähig, da rege Chip-Exporte den schwachen privaten Konsum und die schwachen Bauinvestitionen ausglichen. Die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens wuchs im Zeitraum von April bis Juni um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nach einem revidierten Wachstum von 1,8 Prozent im ersten Quartal, wie aus vorläufigen Daten der Bank of Korea hervorgeht. Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal um 3,7 Prozent, nach einem revidierten Wachstum von 3,8 Prozent im Vorquartal.
Singapurs Inflation hat im Juni leicht angezogen
Die Verbraucherinflation in Singapur hat im Juni leicht angezogen. Die erhöhten globalen Energie- und Lebensmittelpreise schlugen sich angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen und dem Handel auf die Inlandskosten nieder. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Regierungsdaten am Donnerstag zeigten. Das war ein stärkerer Anstieg als die 1,8 Prozent im Mai, lag aber unter dem Median der Prognose von 2,1 Prozent in einer Umfrage des Wall Street Journal.
Südkoreas Inflationsdaten für Juli dürften Zinserhöhung im August stützen
Die in der nächsten Woche anstehenden südkoreanischen Daten zu den Inflationserwartungen für Juli und die Verbraucherpreisdaten Anfang August dürften entscheidend dafür sein, ob die Zentralbank im August eine zweite Zinserhöhung in Folge vornimmt, meint Krystal Tan von ANZ. "Wenn diese auf eine stärkere Weitergabe und steigende Inflationserwartungen hindeuten, stärkt das die Argumente für eine Anhebung im August," schreibt die Ökonomin in einer Research Note. Der August scheine eine knappe Entscheidung zu bleiben, obwohl das stärker als erwartet ausgefallene Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Zinserhöhung in Folge erhöhe, merkt Tan an. Die Aufmerksamkeit richte sich nun darauf, ob der Preisdruck anhaltender und breitflächiger werde, fügt sie hinzu.
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July 23, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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