DJ MÄRKTE EUROPA/Anleger vor EZB abwartend - Berichtssaison liefert Impulse
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich am Donnerstag im Verlauf mit Abgaben. Der DAX reduziert sich um 0,4 Prozent auf 25.052 Punkten, hatte im Tagestief aber schon bei 24.909 Punkten gelegen. Der Fall unter die Marke von 25.000 habe aber schnell wieder Käufer an den Markt gelockt. Der Euro-Stoxx-50 notiert 0,7 Prozent im Minus bei 6.280 Punkten. Der Schweizer SMI leigt sogar 1 Prozent im Minus - hier belasten die Abgaben von Index-Schwergewicht Nestle, die um 6,7 Prozent einknicken.
Der Euro zeigt sich gut behauptet bei 1,1411 Dollar, die Öl-Preise bauen ihre Gewinne weiter aus. Ein Barrel der Sorte Brent steigt auf 97,78 Dollar, angefeuert durch die weitere Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten. Die USA verlegen verstärkt Streitkräfte und Waffen in die Region, um US-Präsident Trump militärische Optionen zu bieten, falls er erwägt, den Konflikt gegen den Iran auszuweiten, berichtet das Wall Street Journal.
Zudem steht die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag im Fokus. Anleger erwarten, dass die EZB den Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent belassen wird. Im Juni hatten die Währungshüter die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben, da sie Handlungsbedarf zur Eindämmung der Inflation sahen. Während die Entscheidung an sich ein Non-Event für die Börsen darstellt, dürfte die Aufmerksamkeit vor allem auf den Aussagen von EZB-Chefin Lagarde auf der Pressekonferenz liegen.
Die Berichtssaison nimmt dagegen weiter Fahrt auf. Positiv überraschten die Lkw-Hersteller. Die Aktie von Daimler Truck handelt 4 Prozent im Plus. Die Analysten der RBC werten die Aussagen zu den US-Zöllen positiv. So hätten die US-Behörden einen höheren Anteil an US-Komponenten anerkannt, was künftig die Zoll-Belastung für Daimler Truck spürbar reduzieren dürfte. Das vorläufige operative Ergebnis habe zwar um 7 Prozent unter dem Konsens gelegen, jedoch sei der Free Cashflow im Industriegeschäft mit 1,76 Milliarden Euro überraschend stark ausgefallen. Der Ausblick entspreche im Mittelwert einer Erhöhung des Konsens für das bereinigte EBIT um 3 Prozent und am oberen Ende sogar um 10 Prozent.
Traton legen um 7,5 Prozent zu. Der Konzern hat vorläufige Zahlen für ein starkes zweites Quartal vorgelegt, bei dem die bereinigte operative Rendite 8,1 Prozent erreichte, ein Plus von 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte strebt Traton weiterhin eine stärkere Entwicklung an als im ersten Halbjahr.
Auch die Deutsche Börse (-1,3%) hat am Vorabend Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die beim Umsatz um 2 Prozent und beim EBITDA um 3 Prozent über den Konsensschätzungen lagen. Der Markt-Konsens für das Gesamtjahr liegt nach Aussage der RBC-Analysten exakt im Rahmen des 2026er Ausblicks.
Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius (-4,7%) hat seine Jahresprognose nach einem robusten Wachstum im ersten Halbjahr bestätigt. Zur guten Geschäftsentwicklung trugen alle Regionen bei. Der Pharma- und Laborausrüster geht aber davon aus, dass die Rückerstattung von Zollzuschlägen an seine Kunden den Umsatz im Gesamtjahr um bis zu 40 Millionen Euro schmälern könnte.
Aber auch aus Europa gibt es bereits Quartalszahlen. So hat die Roche Holding (+2,3%) ihre Jahresprognose bestätigt, da die Pharmasparte zu einem Umsatzanstieg im ersten Halbjahr beitrug. Der Umsatz von Roche Holding habe im zweiten Quartal zwar leicht über den Erwartungen gelegen, doch seien viele der langfristigen Wachstumstreiber schwächer als erwartet ausgefallen, schreiben die Analysten von Intron Health.
Die Nestle-Aktie steht dagegen unter Druck. Der Konzern stößt die Hälfte seines Wassergeschäfts im Rahmen eines Joint Ventures an die Private-Equity-Gruppe Platinum Equity ab. Der Barverkaufspreis liegt bei 3,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig belasten hohe Kosten aus den Verschlankungsbemühungen das Unternehmen. Der Nettogewinn belief sich auf 3,47 Milliarden Schweizer Franken. Damit lag er unter den vom Unternehmen zusammengestellten Analystenschätzungen, die einen im Jahresvergleich relativ unveränderten Nettogewinn von 5,07 Milliarden Franken erwartet hatten.
Nachdem sich die Aktie von STMicroelectronic seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat, können die Zahlen zum zweiten Quartal die teils hohen Erwartungen nicht erfüllen. Gewinnmitnahmen lassen die Aktie um 13 Prozent fallen. Der Sub-Index der europäischen Technologiewerte handelt 0,6 Prozent im Minus. Der Ausblick für das dritte Quartal verstimmt, heißt es von einem Marktteilnehmer. Hier wiederum verweisen die Jefferies-Analysten darauf, dass eine Wachstumsdelle im dritten Quartal möglicherweise auf einen langsameren Hochlauf beim iPhone 18 zurückzuführen sei.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.279,72 -0,6 -37,27 6.316,99 8,4 Stoxx-50 5.403,70 -0,7 -36,20 5.439,90 9,9 DAX 25.051,98 -0,4 -103,43 25.155,41 2,3 MDAX 31.894,46 -0,3 -87,57 27.039,42 4,2 TecDAX 3.753,35 -1,0 -36,32 3.091,28 3,7 SDAX 18.351,66 -0,3 -51,97 13.062,07 6,9 FTSE 10.712,87 -0,0 -4,10 10.716,97 7,9 CAC 8.368,56 -0,8 -69,33 8.437,89 2,7 SMI 14.172,07 -1,0 -143,81 14.315,88 6,8 ATX 6.508,52 -0,3 -19,64 6.528,16 22,2 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:09 EUR/USD 1,1411 +0,0 0,0001 1,1410 1,1409 EUR/JPY 186,48 +0,2 0,3100 186,17 185,9700 EUR/CHF 0,9303 +0,1 0,0010 0,9293 0,9263 EUR/GBP 0,8536 +0,1 0,0006 0,853 0,8530 USD/JPY 163,41 +0,2 0,2800 163,13 162,9900 GBP/USD 1,3366 -0,0 -0,0005 1,3371 1,3370 USD/CNY 6,7702 -0,0 -0,0023 6,7725 6,7656 USD/CNH 6,7711 -0,1 -0,0039 6,7750 6,7672 AUS/USD 0,6997 +0,0 0,0001 0,6996 0,7006 Bitcoin/USD 65.605,41 -0,4 -280,05 65.885,46 66.636,24 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 89,63 +3,2 2,80 86,83 Brent/ICE 97,78 +3,9 3,71 94,07 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.092,67 -0,9 -36,68 4.129,35 Silber 58,84 -1,4 -0,86 59,71 Platin 1.630,90 -0,8 -13,85 1.644,75 (Angaben ohne Gewähr) ===
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