DJ MÄRKTE EUROPA/Anleger vor EZB-Entscheid abwartend
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte tendieren im Vorfeld der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag leichter. Der DAX reduziert sich um 0,9 Prozent auf 24.939 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 notiert 1,1 Prozent im Minus bei 6.246 Punkten. Der Schweizer SMI notiert 1,1 Prozent im Minus - hier belasten die Abgaben von Index-Schwergewicht Nestle, die um 6,8 Prozent einknicken.
Ein Barrel der Sorte Brent steigt auf 98,38 Dollar, befeuert durch die weitere Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten. Die USA verlegen verstärkt Streitkräfte und Waffen in die Region, um US-Präsident Trump militärische Optionen zu bieten, falls er erwägt, den Konflikt gegen den Iran auszuweiten, berichtet das Wall Street Journal.
Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am frühen Nachmittag steht gleichwohl im Fokus. Anleger erwarten, dass die EZB den Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent belassen wird. Im Juni hatten die Währungshüter die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben, da sie Handlungsbedarf zur Eindämmung der Inflation sahen. Während die Entscheidung an sich ein Non-Event für die Börsen darstellt, dürfte die Aufmerksamkeit vor allem auf den Aussagen von EZB-Chefin Lagarde auf der Pressekonferenz liegen.
Die Berichtssaison nimmt derweil weiter Fahrt auf. Positiv überraschen die Nutzfahrzeug-Hersteller. Die Aktie von Daimler Truck handelt 4,4 Prozent im Plus. Die Analysten der RBC werten die Aussagen zu den US-Zöllen positiv. So hätten die US-Behörden einen höheren Anteil an US-Komponenten anerkannt, was künftig die Zollbelastung für Daimler Truck spürbar reduzieren dürfte.
Wettbewerber Traton legen um 9,2 Prozent zu. Der Konzern hat vorläufige Zahlen für ein starkes zweites Quartal vorgelegt, bei dem die bereinigte operative Rendite 8,1 Prozent erreichte, ein Plus von 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte strebt Traton weiterhin eine stärkere Entwicklung an als im ersten Halbjahr.
Auch die Deutsche Börse (-0,1%) hat Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die beim Umsatz um 2 Prozent und beim EBITDA um 3 Prozent über den Konsensschätzungen liegen. Der Marktkonsens für das Gesamtjahr bewegt sich nach Aussage der RBC-Analysten exakt im Rahmen des 2026er-Ausblicks.
Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius ( +1,2 %) hat seine Jahresprognose nach einem robusten Wachstum im ersten Halbjahr bestätigt. Zur guten Geschäftsentwicklung trugen alle Regionen bei. Roche (+3%) hat ihre Jahresprognose bestätigt, da die Pharmasparte zu einem Umsatzanstieg im ersten Halbjahr beitrug. Der Umsatz von Roche habe im zweiten Quartal zwar leicht über den Erwartungen gelegen, doch seien viele der langfristigen Wachstumstreiber schwächer als erwartet ausgefallen, urteilen die Analysten von Intron Health.
Die Nestle-Aktie steht dagegen unter Druck. Der Konzern stößt die Hälfte seines Wassergeschäfts im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens an die Beteiligungsgruppe Platinum Equity ab. Gleichzeitig belasten hohe Kosten aus den Verschlankungsbemühungen das Unternehmen. Der Nettogewinn belief sich auf 3,47 Milliarden Schweizer Franken. Damit lag er unter den vom Unternehmen zusammengestellten Analystenschätzungen von 5,07 Milliarden Franken.
Nachdem sich die Aktie von STMicroelectronic seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat, können die Zahlen zum zweiten Quartal die teils hohen Erwartungen nicht erfüllen. Gewinnmitnahmen lassen die Aktie um 15 Prozent fallen. Der Ausblick für das dritte Quartal verstimmt, heißt es von einem Marktteilnehmer. Der Subindex der europäischen Technologiewerte handelt 1,5 Prozent im Minus.
Unicredit notieren 3,5 Prozent leichter. Hier heißt es bei der LBBW, dass die Bank dank des Provisionsergebnisses beim Nettogewinn im zweiten Quartal - trotz des unerwartet schwachen Handelsergebnisses - die Marktprognosen leicht übertroffen habe. Das Management hob das Gewinnziel für das Gesamtjahr etwas an. Mit Blick auf die Übernahme der Commerzbank (-3,9%) dürfte Unicredit kurz vor der Zielgeraden stehen, obwohl das Vorhaben hierzulande massiven Gegenwind erfährt. Für BNP Paribas geht es um 1,6 Prozent nach unten, obwohl auch hier die Erwartung leicht übertroffen worden ist.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.246,20 -1,1 -70,79 6.316,99 7,9 Stoxx-50 5.387,09 -1,0 -52,81 5.439,90 9,5 DAX 24.939,22 -0,9 -216,19 25.155,41 1,8 MDAX 31.809,90 -0,5 -172,13 27.039,42 3,9 TecDAX 3.727,48 -1,6 -62,19 3.091,28 2,9 SDAX 18.191,03 -1,2 -212,60 13.062,07 5,9 FTSE 10.676,60 -0,4 -40,37 10.716,97 7,5 CAC 8.324,03 -1,4 -113,86 8.437,89 2,1 SMI 14.156,53 -1,1 -159,35 14.315,88 6,7 ATX 6.451,92 -1,2 -76,24 6.528,16 21,1 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:09 EUR/USD 1,1385 -0,2 -0,0025 1,1410 1,1409 EUR/JPY 186,18 +0,0 0,0100 186,17 185,9700 EUR/CHF 0,9297 +0,0 0,0004 0,9293 0,9263 EUR/GBP 0,8531 +0,0 0,0001 0,853 0,8530 USD/JPY 163,54 +0,3 0,4100 163,13 162,9900 GBP/USD 1,3343 -0,2 -0,0028 1,3371 1,3370 USD/CNY 6,7701 -0,0 -0,0024 6,7725 6,7656 USD/CNH 6,7727 -0,0 -0,0023 6,7750 6,7672 AUS/USD 0,6986 -0,1 -0,0010 0,6996 0,7006 Bitcoin/USD 65.545,06 -0,5 -340,40 65.885,46 66.636,24 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,11 +4,9 4,28 86,83 Brent/ICE 98,64 +4,9 4,57 94,07 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.075,87 -1,3 -53,48 4.129,35 Silber 58,29 -2,4 -1,42 59,71 Platin 1.615,63 -1,8 -29,12 1.644,75 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 23, 2026 07:44 ET (11:44 GMT)
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