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MÄRKTE EUROPA/Börsenindizes von Inflationssorgen stark belastet

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsenindizes von Inflationssorgen stark belastet

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag schwach geschlossen. Parallel mit gestiegenen Ölpreisen rutschen die Indizes am Nachmittag immer stärker ab. Die Ölpreisrally entfachte Inflationssorgen und weckte Zinserhöhungsbefürchtungen. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen hatten Angriffe auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer gemeldet. Die USA verlegen unterdessen massiv Streitkräfte und Waffen in die Region, wie das Wall Street Journal berichtete. Zudem räumten Geschäftszahlen und Ausblicke von US-Technologieunternehmen Zweifel an der Tragfähigkeit der massiven Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) nicht aus. Während der DAX um 1,6 Prozent auf 24.763 Punkte nachgab, ermäßigte sich der Euro-Stoxx-50 um 1,7 Prozent auf 6.210 Zähler.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte zwar wie erwartet das Zinsniveau bestätigt, gleichwohl war die Inflation auch hier Thema. "Einige Ratsmitglieder fragten sich, ob eine Zinsanhebung sinnvoll sein könnte", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach der Sitzung des EZB-Rats. Der Rat sieht nach den Worten von Lagarde weiterhin ein überwiegendes Risiko, dass die Inflation höher als erwartet ausfallen wird. Der Euro gab in der Folge nach, was aber der Dollar-Stärke geschuldet war. Denn auch in den USA wurde das Inflationsthema gespielt, wodurch der Greenback zulegte. Ein Fass der Sorte Brent übersprang mit den Nahostschlagzeilen am Nachmittag die Marke von 100 Dollar.

Die Berichtssaison nahm derweil weiter Fahrt auf. Positiv überraschten die Nutzfahrzeughersteller. Die Aktie von Daimler Truck handelte 3,9 Prozent im Plus. Die Analysten der RBC werteten die Aussagen zu den US-Zöllen positiv. So hätten die US-Behörden einen höheren Anteil an US-Komponenten anerkannt, was künftig die Zollbelastung für Daimler Truck spürbar reduzieren dürfte.

Die Wettbewerberpapiere von Traton legten gar um 11 Prozent zu. Der Konzern hatte vorläufige Geschäftszahlen für ein starkes zweites Quartal vorgelegt, bei dem die bereinigte operative Rendite 8,1 Prozent erreichte - ein Plus von 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte strebt Traton weiterhin eine stärkere Entwicklung an als im ersten Halbjahr.

Auch die Deutsche Börse hatte Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die beim Umsatz um 2 Prozent und beim EBITDA um 3 Prozent über den Konsensschätzungen lagen. Der Marktkonsens für das Gesamtjahr bewegte sich nach Aussage der RBC-Analysten exakt im Rahmen des 2026er-Ausblicks. Mit einem Abschlag von 0,2 Prozent hielt sich die Aktie wacker.

Mit schwachen Sektorvorlagen gaben Infineon um 6,2 Prozent nach. Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius (-1,9%) hatte seine Jahresprognose nach einem robusten Wachstum im ersten Halbjahr bestätigt. Bernstein sprach indes nur von insgesamt "zufriedenstellenden" Geschäftszahlen. Roche (+5,1%) hatte ihre Jahresprognose bestätigt, da die Pharmasparte zu einem Umsatzanstieg im ersten Halbjahr beigetragen hatte. Die Nestle-Aktie brach dagegen um 8 Prozent ein. Der Konzern stößt die Hälfte seines Wassergeschäfts im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens an die Beteiligungsgruppe Platinum Equity ab. Gleichzeitig belasten hohe Kosten aus den Verschlankungsbemühungen das Unternehmen. Der Nettogewinn lag unter den Analystenschätzungen.

Nachdem sich der Aktienkurs von STMicroelectronic seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hatte, konnten die Zweitquartalszahlen die teils hohen Erwartungen nicht erfüllen. Gewinnmitnahmen ließen die Aktie um 17,7 Prozent einknicken. Der Ausblick für das dritte Quartal verstimme, hieß es von einem Marktteilnehmer.

Unicredit notierten 4,8 Prozent schwächer. Die Ergebnisse von Unicredit für das zweite Quartal zeigten solide zugrunde liegende Trends bei den Provisions- und Versicherungserträgen sowie beim Kreditwachstum, stellten aber keinen Volltreffer dar, urteilten die Analysten von Bank of America. Mit Blick auf die Übernahme der Commerzbank (-5,4%) dürfte Unicredit kurz vor der Zielgeraden stehen. Die italienische Bank will kurz nach der behördlichen Genehmigung ihres Angebots die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen.

Für BNP Paribas ging es im negativen Börsenumfeld um 2,8 Prozent nach unten, obwohl die Erwartung leicht übertroffen wurden.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.210       -1,7          +9,1 
Stoxx-50        5.377       -1,2         +10,6 
Stoxx-600        639       -1,2          +9,2 
DAX          24.763       -1,6          +2,7 
FTSE-100 London    10.717       -0,7          +7,9 
CAC-40 Paris      8.438       -1,6          +3,5 
AEX Amsterdam     1.101       -1,3         +15,7 
ATHEX-20 Athen     6.383       -2,1         +19,3 
BEL-20 Brüssel     5.697       -0,1         +12,2 
BUX Budapest     144.765       -0,4         +30,4 
OMXH-25 Helsinki    6.270       -1,5          +9,9 
OMXC-20 Kopenhagen   1.624       -0,8          +1,0 
PSI 20 Lissabon    9.278       -0,3         +12,3 
IBEX-35 Madrid    19.571       -1,6         +13,1 
FTSE-MIB Mailand   52.792       -2,8         +17,5 
OBX Oslo        1.938       +1,1         +21,3 
PX Prag        2.653       -0,7          -1,2 
OMXS-30 Stockholm   3.186       -0,6         +10,5 
WIG-20 Warschau   143.662       -1,1         +23,9 
ATX Wien        6.528       -1,1         +22,6 
SMI Zürich      14.316       -0,7          +7,9 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:09 
EUR/USD          1,1376  -0,3  -0,0034     1,1410   1,1409 
EUR/JPY          186,31  +0,1   0,1400     186,17  185,9700 
EUR/CHF          0,9293  0,0   0,0000     0,9293   0,9263 
EUR/GBP          0,854  +0,1   0,0010      0,853   0,8530 
USD/JPY          163,76  +0,4   0,6300     163,13  162,9900 
GBP/USD          1,3317  -0,4  -0,0054     1,3371   1,3370 
USD/CNY          6,7701  -0,0  -0,0024     6,7725   6,7656 
USD/CNH          6,7772  +0,0   0,0022     6,7750   6,7672 
AUS/USD          0,6977  -0,3  -0,0019     0,6996   0,7006 
Bitcoin/USD      64.789,04  -1,7 -1.096,42    65.885,46 66.636,24 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         91,85  +5,8    5,02      86,83 
Brent/ICE         100,56  +6,9    6,49      94,07 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.047,93  -2,0   -81,42    4.129,35 
Silber           57,68  -3,4   -2,02      59,71 
Platin         1.595,07  -3,0   -49,68    1.644,75 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: trade.de@dowjones.com

DJG/flf/mgo

(END) Dow Jones Newswires

July 23, 2026 12:24 ET (16:24 GMT)

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Achtung, Korrektur!
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