DJ MÄRKTE USA/Börse von Iran-Krieg und KI-Zweifeln gedrückt
DOW JONES--Die US-Börsen bauen ihre Abschläge am Donnerstag im Verlauf weiter aus - parallel mit steigenden Ölpreisen. Die Ölpreisrally entfacht Inflationssorgen und weckt die Befürchtung möglicher Zinserhöhungen. Denn im Iran-Krieg droht eine weitere Eskalationsstufe. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen haben Angriffe auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer gemeldet. US-Präsident Donald Trump will den Iran für künftige Angriffe der Huthis zur Verantwortung ziehen. Die USA verlegen unterdessen massiv Streitkräfte und Waffen in die Region, wie das Wall Street Journal berichtet.
Zudem räumen Geschäftszahlen und Ausblicke von Technologieunternehmen die Zweifel an der Tragfähigkeit der massiven Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) nicht aus. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit gibt der Dow-Jones-Index um 0,9 Prozent auf 51.774 Punkte nach, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßen 1,1 bzw. 2,1 Prozent ein. Die Nachrichtenlage zu dem Konflikt im Nahen Osten treibt den Ölpreis weiter nach oben. Nur noch wenige Schiffe passieren die Straße von Hormus. Und aus Daten von Kpler geht hervor, dass immer mehr Schiffe auch die Route durch das Rote Meer meiden, nachdem die Huthi eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt haben. Das Fass Brentöl springt über die Marke von 100 Dollar. "Die Inflation steht heute ganz oben auf der Agenda der Märkte", konstatiert Marktstretege Henry Allen von der Deutschen Bank.
Am Anleihemarkt ziehen die Renditen mit der inflationstreibenden Ölpreisrally immer weiter an. Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen mit 4,70 Prozent 4 Basispunkte mehr ab. Die Sorge besteht, dass die US-Notenbank die Zinsen eher anheben könnte, falls die Ölpreise infolge der anhaltenden Störung der Rohöllieferungen durch die Straße von Hormus weiter steigen sollten. Auch der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht nach den Worten von EZB-Präsidentin Christine Lagarde weiterhin ein überwiegendes Risiko, dass die Inflation höher als erwartet ausfallen wird. Die EZB bestätigte gleichwohl ihr aktuelles Zinsniveau wie erwartet.
Die Überlegungen an höhere Zinsen treiben auch den Dollar - der Dollar-Index legt um 0,3 Prozent zu. Der Greenback bewegt sich damit auf einem Dreiwochenhoch - der Euro sinkt auf 1,1375 Dollar. Gold verbilligt sich dank der Dollar-Stärke und der Spekulation auf höhere Zinsen um 1,9 Prozent. Der US-Arbeitsmarkt stünde höheren Zinsen wohl nicht im Wege, denn die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten sind deutlich besser als gedacht ausgefallen.
Am Aktienmarkt geben Alphabet um 6 Prozent nach. Die Google-Mutter hat ihre KI-Investitionspläne für dieses Jahr erneut angehoben. Aufgrund der hohen Ausgaben verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal einen negativen freien Cashflow, was die Nervosität der Anleger schürt, wie Händler sagen. Darüber verpuffe, dass Alphabet im Quartal mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertroffen habe. Zudem hat die Europäische Kommission Google zu einer Geldstrafe von insgesamt 1,02 Milliarden US-Dollar verdonnert.
Die Tesla-Aktie rauscht um 13 Prozent nach unten. KI-Kosten haben zu einem negativen Cashflow geführt. Der Gewinn verfehlte die Erwartungen. Der Kurs von IBM dreht 0,5 Prozent ins Plus. Der Konzern hatte Anleger schon in der vergangenen Woche mit einer Gewinnwarnung auf enttäuschende Geschäftszahlen und einen schwachen Ausblick eingestimmt, worauf IBM ein Viertel ihres Marktwerts verloren. Die endgültigen Geschäftszahlen enthalten keine großen Überraschungen mehr.
American Airlines erwartet nach dem jüngsten Anstieg der Kerosinpreise im laufenden Quartal einen Verlust, die Markterwartung war von einem Gewinn ausgegangen. Der Kurs sinkt um 8,4 Prozent. Lockheed Martin hat ihren Jahresausblick angehoben, nachdem der Gewinn im zweiten Quartal gestiegen ist. Der Kurs springt um 11 Prozent nach oben.
Gewinn und Umsatz von T-Mobile US sind im jüngsten Quartal gestiegen, angetrieben durch das Wachstum im Vertragsgeschäft - letzteres verlangsamte sich aber. Die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom hielt aber an ihren Prognosen für den Gewinn und die Netto-Neukundenzugänge für das Gesamtjahr fest, die Aktie verbilligt sich um 6,6 Prozent.
Die Aktien von Lockheed Martin (+10,9%) und RTX (+7,5%) legen kräftig zu, nachdem beide Unternehmen von anschwellenden Auftragsbüchern infolge der starken Nachfrage nach Rüstungsgütern berichtet haben. Honeywell Technologies (+5,3%) hat im zweiten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz gemeldet. Die Eisenbahngesellschaft Union Pacific hat im zweiten Quartal von höheren Transportvolumina profitiert - die Gewinnprognose wurde angehoben. Der Kurs rückt um 3,6 Prozent vor.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 51.774,44 -0,9 -444,14 52.218,58 S&P-500 7.414,09 -1,1 -84,87 7.498,96 NASDAQ Comp 25.162,81 -2,1 -528,09 25.690,90 NASDAQ 100 28.492,37 -1,7 -505,73 28.998,10 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,36 +0,05 4,37 4,30 5 Jahre 4,46 +0,05 4,47 4,40 10 Jahre 4,70 +0,04 4,71 4,65 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:09 EUR/USD 1,1375 -0,3 -0,0035 1,1410 1,1409 EUR/JPY 186,32 +0,1 0,1500 186,17 185,9700 EUR/CHF 0,9291 -0,0 -0,0002 0,9293 0,9263 EUR/GBP 0,854 +0,1 0,0010 0,853 0,8530 USD/JPY 163,78 +0,4 0,6500 163,13 162,9900 GBP/USD 1,3316 -0,4 -0,0055 1,3371 1,3370 USD/CNY 6,7701 -0,0 -0,0024 6,7725 6,7656 USD/CNH 6,7772 +0,0 0,0022 6,7750 6,7672 AUS/USD 0,6976 -0,3 -0,0020 0,6996 0,7006 Bitcoin/USD 64.736,24 -1,7 -1.149,22 65.885,46 66.636,24 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,97 +5,9 5,14 86,83 Brent/ICE 100,14 +6,5 6,07 94,07 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.049,52 -1,9 -79,83 4.129,35 Silber 57,71 -3,3 -2,00 59,71 Platin 1.597,03 -2,9 -47,72 1.644,75 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 23, 2026 12:40 ET (16:40 GMT)
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