BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts des andauernden Iran-Kriegs will die Bundesregierung zwei nahe der Region stationierte deutsche Schiffe in den kommenden Tagen ins östliche Mittelmeer verlegen. Die Schiffe, die Teil einer möglichen Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus sein sollten, befinden sich nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums noch im ostafrikanischen Dschibuti am Golf von Aden.
Die Bundesregierung hatte das Minenjagdboot "Fulda" und das Versorgungsschiff "Mosel" in die Region geschickt, um dort für einen möglichen Einsatz zur Räumung von Minen bereitzustehen. Die Straße von Hormus ist wichtig für den globalen Energiehandel, der Schiffsverkehr ist seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran Ende Februar aber erheblich gestört.
Das Verteidigungsministerium in Berlin machte in einer Mitteilung deutlich, dass nicht damit gerechnet werde, dass sich die volatile politische Lage zeitnah so stabilisiert, dass ein Einsatz zur Sicherung der Route möglich wäre. Die Schiffe sollen sich im Mittelmeer in Bereitschaft halten, bis ein Missionsbeginn absehbar sei, heißt es.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte bereits Anfang Juli vor dem Hintergrund der Hängepartie angekündigt, die Schiffe möglicherweise im Sommer wieder nach Hause zu holen. Auch die Grünen hatten den Minister aufgefordert, die beiden Schiffe wieder zurückzuholen.
Zu den Voraussetzungen für einen Einsatz in der Straße von Hormus zählen eine Vereinbarung über ein dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen, die Zustimmung der direkten Anrainer Iran und Oman und rechtliche Grundlagen, darunter die Zustimmung des Bundestags./gut/DP/he
