DJ NIM: Konsumklima verharrt auf niedrigem Niveau
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die Erholung der Kauflaune in Deutschland hat einen leichten Dämpfer erlitten. Der vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelte Indikator zum Konsumklima prognostiziert für August einen Rückgang im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Zähler auf minus 29,6 Punkte (Vormonat revidiert: minus 29,3 Punkte). Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Anstieg auf minus 28,1 Punkte erwartet.
"Die Verbraucherstimmung bleibt weitestgehend unverändert", erklärte Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. "Die Anschaffungsneigung verzeichnet zwar einen moderaten Anstieg, bleibt aber nach wie vor sehr verhalten. Die Einkommensaussichten verzeichnen wieder einen leichten Rückgang und die Sparneigung zieht wieder moderat an. Die anhaltende Verunsicherung führt dazu, dass viele Haushalte beim Konsum nach wie vor zurückhaltend bleiben."
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die sich in den letzten Monaten stetig etwas aufgehellt hatten, geben nun wieder leicht nach. Der Indikator sinkt um 2,3 Punkte auf ein Niveau von minus 14,5 Punkten. Insgesamt schätzen die Menschen ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten somit wieder pessimistischer ein.
Die Anschaffungsneigung kann sich von dieser Entwicklung leicht abkoppeln und steigt moderat um 3,5 Zähler auf minus 9,9 Punkte. Zwar wird der Zeitpunkt für größere Anschaffungen von den Verbrauchern wieder etwas günstiger eingeschätzt als im Vormonat, jedoch verbleibt der Indikator insgesamt auf einem niedrigen Niveau.
Die Sparneigung zieht unterdessen wieder an: Der Indikator steigt um 3,1 Zähler und liegt nun bei 17,0 Punkten. Im langfristigen Vergleich ist dieser Wert sehr hoch, was unterstreicht, dass die Menschen es angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage weiterhin für ratsam halten, ihr Geld zusammenzuhalten.
Der Blick auf die Gesamtwirtschaft hellt sich dagegen zum dritten Mal in Folge leicht auf. Die Konjunkturerwartung verbesserte sich um 2,4 Zähler auf minus 6,3 Punkte. Zwar rechnet die Mehrheit der Verbraucher weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, der Pessimismus geht jedoch weiter zurück. Gleichzeitig haben die Inflationssorgen wieder etwas zugenommen, was sich unter anderem in gestiegenen Kraftstoffpreisen widerspiegelt.
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July 24, 2026 02:00 ET (06:00 GMT)
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