DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
S&P Global: Deutsche Wirtschaft gewinnt im Juli an Stärke
Die deutsche Wirtschaft hat im Juli an Dynamik gewonnen. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verbesserte sich auf 51,2 von 49,5 Punkten im Vormonat, wie aus den Daten der ersten Veröffentlichung für den Monat hervorgeht. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 49,7 erwartet. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg auf 52,2 von 50,3 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten einen Stand von 50,5 erwartet. Der Index für den Servicesektor erhöhte sich auf 49,6 von 48,6 Punkten. Die Prognose hatte auf 49,1 gelautet.
S&P Global: Euroraum-Wirtschaft kehrt im Juli zum Wachstum zurück
Die Eurozone-Wirtschaft ist im Juli auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Der Sammelindex (PMI) für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - erhöhte sich auf 51,9 Zähler von 50,0 im Vormonat, wie S&P Global im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 50,2 Punkte vorhergesagt. Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg auf 52,0 Punkte von 51,4 im Vormonat. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 51,5 Zähler prognostiziert. Der Index für den Servicesektor kletterte auf 51,6 Punkte von 49,4 im Vormonat. Ökonomen hatten einen Anstieg auf 50,0 Punkte erwartet.
EZB: Inflationserwartungen der Konsumenten sinken im Juni
Die Inflationserwartungen der Konsumenten im Euroraum sind im Juni - vor dem Wiederaufflammen des Iran-Kriegs - gesunken. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) im Ergebnis ihrer Konsumentenumfrage mitteilte, erwarteten die Konsumenten für die nächsten zwölf Monate einen Anstieg der Verbraucherpreise um 3,0 (Mai-Umfrage: 3,5) Prozent. Die Erwartungen auf Sicht von drei Jahren sank auf 2,8 (2,9) Prozent und die auf Sicht von fünf Jahren blieb bei 2,4 Prozent. Die Konsumenten rechneten damit, dass ihre Einkommen in den nächsten zwölf Monaten um 1,1 (1,0) Prozent steigen werden. Die Erwartung für das nominale Ausgabenwachstum in den nächsten zwölf Monaten auf 3,6 (3,8) Prozent.
EZB: Ökonomen lassen Inflationsprognosen weitgehend unverändert
Die regelmäßig von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Professional Forecasters haben ihre Prognosen für die Inflation im Euroraum weitgehend unverändert gelassen, aber ihre Kerninflationsprognose für 2026 angehoben und ihre Wachstumsprognosen gesenkt. Laut dem aktuellen Survey of Professional Forecasters prognostizieren die Experten für 2026 einen Anstieg der Verbraucherpreise von 2,7 (Mai-Umfrage: 2,7) Prozent. Für 2027 und 2028 werden Raten von 2,2 (2,1) und 2,0 (2,0) Prozent erwartet. Die Kerninflationsprognosen liegen jetzt bei 2,4 (2,2), 2,2 (2,2) und 2,1 (2,1) Prozent. Langfristig werden sowohl die Inflation als auch die Kerninflation bei 2,0 (2,0) Prozent gesehen.
EZB: Unternehmen sehen moderates Wachstum im dritten Quartal
Die Wirtschaftsaktivität im Euroraum ist nach Aussage von Großunternehmen im zweiten Quartal moderat gewachsen und dürfte das auch im dritten Quartal tun. Wie aus den Ergebnissen der von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Vorfeld der jüngsten Ratssitzung angestellten Unternehmensumfrage hervorgeht, sahen die Unternehmen ein moderates Wachstum der Konsumausgaben und ein lebhafteres, von Künstlicher Intelligenz getriebenes Investitionsgeschehen. Die Umfrage wurde während der kurzzeitigen Waffenruhe am Golf angestellt.
Kocher: EZB-Zinserhöhung im September nicht auszuschließen
Eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) im September ist nach Aussage des österreichischen EZB-Ratsmitglieds Martin Kocher nicht ausgeschlossen. "Sollte es notwendig sein, die Zinsen zu erhöhen, um unser mittelfristiges Ziel zu erreichen, so wird das passieren", schrieb er in einem auf der Website der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) veröffentlichten Beitrag. Sollte es nicht notwendig sein, dann werde es im September auch keine Erhöhung geben. Die Zinserhöhung im Juni hat der EZB Kocher zufolge den notwendigen Spielraum verschafft, die weitere Entwicklung sorgfältig zu analysieren und ihre nächsten geldpolitischen Entscheidungen auf einer möglichst fundierten Grundlage zu treffen. Diese werde dann die Inflationsdaten von Juli und August, eine aktualisierte Prognose bis 2028 und viele weitere Daten umfassen.
BoE könnte Bereitschaft zu künftigen Zinserhöhungen signalisieren
Die Bank of England dürfte die Zinssätze nächste Woche unverändert bei 3,75 Prozent belassen, könnte sich aber die Tür für eine Anhebung bei künftigen Sitzungen offenhalten, schreiben die Volkswirte der Bank of America in einer Research Note. Erhöhte Energiepreise erhöhten das Risiko einer Zinserhöhung der BoE in diesem Jahr, heißt es weiter. Die Volkswirte erwarten nicht, dass die BoE am Donnerstag ein starkes Signal für eine bevorstehende Anhebung geben wird, angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt und den bisher begrenzten Zweitrundeneffekten der hohen Ölpreise. Die Märkte preisen für das Jahr 2026 Zinserhöhungen der BoE von insgesamt 44 Basispunkten ein, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
Russische Zentralbank senkt Leitzins trotz anziehender Inflation
Die russische Zentralbank hat am Freitag zum zehnten Mal in Folge ihren Leitzins gesenkt, obwohl sie ihre Inflationsprognose angesichts der Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Ölraffinerien anhob. Die Bank von Russland senkte die Kreditkosten auf 14 Prozent von 14,25 Prozent, nach einem Höchststand von 21 Prozent im Jahr 2025.
Ölpreisanstieg nach erneuten Kämpfen im Nahen Osten dürfte nur vorübergehend sein
Der jüngste Anstieg der Ölpreise infolge eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten dürfte nur von kurzer Dauer sein, schreibt Norbert Rücker von Julius Bär in einer Research Note. Trotz neuer Angriffe auf Tanker im Roten Meer und in der Straße von Hormus scheinen die erneuten Kämpfe die Bemühungen der Parteien widerzuspiegeln, ihre Verhandlungspositionen vor einer weiteren Verhandlungsrunde zu stärken. "Keine der beteiligten Konfliktparteien hat ein Interesse daran, dass die Situation außer Kontrolle gerät", so Rücker, und fügt hinzu, dass die dem Waffenstillstand vom Frühsommer zugrunde liegenden Bedingungen unverändert seien. Da die zugesagten staatlichen Ölfreigaben nur teilweise erfolgt seien und die weltweiten Ölreserven insgesamt weniger stark als erwartet geschrumpft seien, verfüge der Markt weiterhin über einen Puffer für den Fall anhaltender Lieferunterbrechungen, so Julius Bär.
Iran-Krieg schränkt Japans Fähigkeit zur Stützung des Yen ein
Japan könnte aufgrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran Schwierigkeiten haben, die Abwertung des Yen gegenüber dem Dollar einzudämmen, schreibt Derek Halpenny von der MUFG Bank in einem Kommentar. Präsident Trump habe Axios am Donnerstag gesagt, er stehe kurz vor der Entscheidung, ob er einen "massiven Angriff" gegen den Iran in einem Ausmaß starten solle, das "größer als je zuvor" sei. Ein großangelegter Angriff, der die Ölpreise noch weiter in die Höhe treibt, könnte die Einpreisung einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve am Mittwoch am Markt erhöhen, meint Halpenny. "Das wird sicherstellen, dass Japan in seinen Möglichkeiten eingeschränkt bleibt, einen weiteren Anstieg des Dollar/Yen zu bremsen." Der Dollar fällt um 0,1 Prozent auf 163,71 Yen, nachdem er am Donnerstag laut LSEG ein 40-Jahres-Hoch von 163,98 erreicht hatte.
DJG/DJN/apo
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July 24, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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