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Zweimal ist Plug Power in den vergangenen Monaten an der 4 US-Dollar-Marke gescheitert. Zweimal ging es danach wieder zurück, runter Richtung 2 US-Dollar. Genau dort, an dieser Marke, hält sich die Aktie aber hartnäckig. Eine Unterstützung, die bislang standgehalten hat. Jetzt stellt sich die Frage: Reicht es für einen dritten Versuch nach oben? Der RSI liefert zumindest ein Signal. Er steht bei 35, zuletzt bei 30 und damit wieder in einem Bereich, aus dem heraus die Aktie in der Vergangenheit öfter Kraft geschöpft hat. Ob das reicht, um den 4-US-Dollar-Bann zu brechen, bleibt offen. Der Blick auf Zahlen, Chart und Nachrichten zeigt, worauf es jetzt ankommt. Lesen Sie weiter!
Projekte und Lobbyarbeit
Hinter den Kulissen tut sich einiges bei Plug Power. Das Unternehmen verkauft gerade Infrastruktur-Projekte, um an frisches Geld zu kommen. Ein texanisches Projekt geht an einen Betreiber von Rechenzentren, ein weiteres in New York folgt später. Gleichzeitig steckt Plug Power viel Geld in Lobbyarbeit in Washington. Hier geht es um wichtige Steuervorteile für grünen Wasserstoff. Parallel dazu läuft ein Sparprogramm mit dem Namen Project Quantum Leap. Ziel davon ist es ein positives EBITDA bis zum Jahresende zu erwirtschaften. All das klingt ambitioniert, und genau das ist auch der Knackpunkt, denn der Konzern verbrennt weiterhin viel Cash im Tagesgeschäft, während die Verkäufe erst nach und nach Geld in die Kasse spülen.

Charttechnik
Der Chart von Plug Power erzählt seit Monaten fast dieselbe Geschichte. Immer wieder Anläufe nach oben, immer wieder Rückschläge. Die 4 US-Dollar-Marke hat sich als echte Wand erwiesen, bei der einfach kein nachhaltiges Durchkommen ist. Anleger und Investoren trennen sich dort massiv von ihren Aktien. An dieser Marke wurde die Aktie zweimal binnen 12 Monaten zurückgeworfen. Nach unten hin sieht es anders aus, im Grund genommen auch wie oben, nur umgekehrt, denn bei rund 2 US-Dollar kaufen offenbar genug Anleger nach oder auch neu, um den Kurs zu stabilisieren, bzw. einzusteigen und eine Position zu eröffnen. Diese Marke hält ebenfalls seit Wochen, trotz teils heftiger Ausschläge. Der RSI notiert aktuell bei 35, kurz davor bei 30. Das ist ein Wert, der eher für eine fast überverkaufte Aktie spricht als für eine heißgelaufene. Historisch betrachtet war genau dieser Bereich schon öfter der Startpunkt für eine Gegenbewegung. Beide SMAs (50er und 200er) liegen oberhalb des aktuellen Kurses, was den aktuellen Abwärtstrend unterstreicht. Wer also auf einen dritten Anlauf Richtung 4 Dollar setzt, braucht vor allem eines: Geduld und starke Nerven.
Was tun?
Ein klares Bild ergibt sich derzeit nicht. Die jüngsten Unternehmenszahlen zeigen zwar Fortschritte, etwa beim Umsatzwachstum, doch der operative Cash-Verbrauch bleibt hoch. Das Management arbeitet an mehreren Fronten gleichzeitig, über Kostensenkungen, Anlagenverkäufe und politische Lobbyarbeit will man die Wende schaffen. Die Analysten sind aber gespalten, einige sehen deutliches Aufwärtspotenzial, andere bleiben eher skeptisch und setzen tiefere Kursziele an. Charttechnisch spricht der niedrige RSI für eine mögliche Erholung. Fundamental bleibt aber Vorsicht angebracht, solange die Liquiditätslage sich nicht deutlich verbessert. Die Zahlen zum zweiten Quartal dürften zeigen, ob der eingeschlagene Kurs fruchtet. Man könnte natürlich versucht sein, auf einen Verdoppler zu zocken - quasi ein Einstieg bei 2 US-Dollar und ein geplanter Ausstieg bei 4 US-Dollar. Immerhin war das in den letzten 12 Monaten 2 mal möglich, ist aber alles andere als eine Garantie für die Zukunft.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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